Ein gutes Leben mit Demenz kann und muss möglich sein. Das ist die Botschaft der Experten, die Lösungsansätze für den respektvollen Umgang und die Betreuung von Menschen mit Demenzerkrankung erarbeiten. Der Fachtag „Nicht auf das Thema Demenz vergessen“ Anfang des Sommers in Feldkirchen in Kärnten setzte sich zum Ziel, Möglichkeiten aufzuzeigen und Impulse zu zeigen.

Von den Studiengängen Gesundheits- und Pflegemanagement der Fachhochschule Kärnten in Kooperation mit der Kompetenzgruppe Demenz der österreichischen Gesellschaft für Public Health (öGPH) organisiert, brachte der Demenzfachtag Menschen mit Demenz, Angehörige, in Gesundheits- und Sozialberufen Tätige, Vertreter aus der Wirtschaft, Studierende und am Thema Interessierte zusammen. Pathogenetisches Denken sollte aufgelöst werden, so der Appell. Im Umgang mit Demenzkranken wäre es wichtig, sich von Vorurteilen zu lösen, ängste abzubauen und schließlich das weit verbreitete Gefühl der Hilflosigkeit abzulegen. Wichtig sei, Betroffene anzunehmen, auf sie zuzugehen, sie ernst zu nehmen. Menschen mit Demenz sollten in der Mitte der Gesellschaft mit all ihren Wünschen und Ressourcen begrüßt und ihnen ein gutes Leben mit Demenz ermöglicht werden. Das Alter sollte als Geschenk betrachtet werden, betonte der Mediziner und Psychotherapeut Dr. Ruediger Dahlke und stellte fest: Die „Demenz-Ohnmacht“ lasse sich mit einfachen Mitteln bekämpfen. Einen Ansatzpunkt stellt hier beispielsweise Bewegungsförderung für Menschen mit Demenz dar, wie dies in einem Projekt der FH Kärnten eindrucksvoll gezeigt werden konnte. Eine aktuelle Sammlung mit Anleitungen und Empfehlungen haben FH Prof. Dr. Eva Mir von der FH Feldkirchen und Dr. Doris Gebhard von der TU München als Herausgeberinnen im kürzlich im Springer Verlag erschienenen Buch „Gesundheitsförderung und Prävention für Menschen mit Demenz“ erstellt.

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Vlnr: Eva Mir, Gewinnerteam der Casa Leben im Alter gGmbH, Michael Waldher (maierhofer Gruppe), Doris Gebhard

Photo: © FH Kärnten

Den von der Gesellschaft für Public Health (öGPH) erstmals vergebenen österreichischen Demenzpreis, gesponsert von maierhofer, erhielt das Projekt „Dementia Care Mapping — Erfahrungen und Anwendung in der Langzeitpflege“ der Casa Leben im Alter gGmbH. „Dementia Care Mapping“ wird dabei als Management Tool eingesetzt und verfolgt einen personzentrierten Ansatz bei den Menschen mit Demenz und bei den Mitarbeitenden. So führen etwa strukturierte Beobachtungen und Fallbesprechungen zur Reflexion und Optimierung des Alltages. Die positiven Evaluationsergebnisse haben zur übernahme dieser Vorgehensweise in anderen Pflegewohnhäusern geführt.

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Photo: © Yuri_Arcurs / Getty Images / iStock

Quelle: Presseinformation FH Kärnten