Advertisement

Psychotherapie Forum

, Volume 18, Issue 1, pp 8–16 | Cite as

Wie die Deutschen die Wirtschaftskrise wahrnehmen

  • Stefanie BadhoferEmail author
Originalarbeit
  • 67 Downloads

Zusammenfassung

Die Autorin betrachtet die Sicht der Wähler bzw. der wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland auf die Wirtschafts- und Finanzkrise. Die aktuelle wirtschaftliche Situation wird als schlecht eingeschätzt. Allerdings blickt eine relative Mehrheit optimistisch in die wirtschaftliche Zukunft und meint, dass sich die Konjunktur binnen eines Jahres erholen werde. Die Mehrheit der Bürger ist von der Krise bislang nicht betroffen, manch einer aber hat bereits finanzielle Verluste erlitten. Die Maßnahmen der Bundesregierung zur Krisenbewältigung werden anerkannt und die Bürger vertrauen der politischen Führung, auch wenn eine klar erkennbare politische Linie vermisst wird. Angesichts des Ausmaßes der wirtschaftlichen Verwerfungen blieb auch die Bundestagswahl 2009 nicht unberührt von der Krise. Während die CDU/CSU aufgrund der ihr zugeschriebenen Wirtschaftskompetenz ihre Verluste begrenzen konnte, wurde die SPD weder als Wirtschaftsnoch als Krisenbewältigungsinstanz wahrgenommen.

Schlüsselwörter

Finanz- und Wirtschaftskrise Einschätzung der wirtschaftlichen Lage Krisenbewältigung Bundesregierung Bundestagswahl 2009 

Comment les Allemands perçoivent la crise économique

The Germans' perception of the economic crisis

Summary

The author considers the view of voters and the voting population in Germany on the economic and financial crisis. The current economic situation is estimated as poor. However, a relative majority is optimistic about the economic future and expects the economy to recover within one year. The majority of citizens is not affected by the crisis so far, although some have already suffered financial losses. The measures of the federal government for crisis management are approved and citizens trust the political leaders, even though a clearly recognizable political strategy is missing. Given the scale of the economic turmoil, the General Election of 2009 did not remain untouched by the crisis. While the Conservatives was able to limit their losses because of the economic competence attributed to them, the Social Democrats were perceived as much less qualified in economic affairs or crisis management.

Keywords

Financial and economic crisis Assessment of the economic situation Crisis management German government General election 2009 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Allmendinger C-P, Petersen J (2009) Finanzkrise: Auswirkungen auf deutsche Unternehmen und Konsequenzen aus Sicht der Unternehmensberatung. In: Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg) Lehren aus der Finanzmarktkrise. Ein Comeback der sozialen Marktwirtschaft. Sankt Augustin, Berlin, S 9–13Google Scholar
  2. Braunberger G (2009) Rettung in letzter Minute. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02. September, S 12Google Scholar
  3. Buchheim C (2009) Es war einmal: die Weltwirtschaftskrise. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28. Oktober, S 8Google Scholar
  4. Friedrich-Ebert-Stiftung (2009) Ansätze zur Finanzmarktregulierung. Bericht zur Podiumsdiskussion des Managerkreises am 4. Dezember 2008, BerlinGoogle Scholar
  5. Hickel R (2009) Plädoyer für einen regulierten Kapitalismus. Aus Politik und Zeitgeschichte 20: 13–19Google Scholar
  6. Infratest dimap (2009) Deutschland hat gewählt. Wahlreport Bundestagswahl 27. September 2009, BerlinGoogle Scholar
  7. Jung H (2009) Die Finanz- und Wirtschaftskrise aus Sicht der Wähler. Fortschreibung der Erkenntnisse vom November 2008. Analysen & Argumente, Ausgabe 64Google Scholar
  8. Keynes J M (1956) Der große Wirtschaftssturz von 1930. Rosenbaum E (Hrsg) Politik und Wirtschaft. Ausgewählte Abhandlungen von John Maynard Keynes, Tübingen, S 193–200Google Scholar
  9. Köhler H (2009) Die Glaubwürdigkeit der Freiheit. Berliner Rede des Bundespräsidenten am 24. März 2009, BerlinGoogle Scholar
  10. Konrad-Adenauer-Stiftung (2009) Fragen und Antworten zur Finanz- und Wirtschaftskrise, Sankt Augustin/BerlinGoogle Scholar
  11. Mohr D (2009a) Das Versagen der Prognostiker. Unterschätzte Tragweite der Lehman-Insolvenz. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09. September, S 14Google Scholar
  12. Mohr D (2009b) Lehman-Schock für Zertifikatebesitzer. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09. September, S 14Google Scholar
  13. Müller K-P (2009) Lehren aus der Finanzmarktkrise: Hat sich die Soziale Marktwirtschaft überlebt? Analysen & Argumente, Ausgabe 63Google Scholar
  14. Orlowski L (2009) Die Phasen der weltweiten Finanzkrise: Gibt es eine "wandernde" spekulative Blase? In: Institut für Wirtschaftsforschung Halle (Hrsg) Wirtschaft im Wandel. Themenheft Weltfinanzkrise, Halle, S 20–25Google Scholar
  15. Primus H (2009) Was kann der Verbraucher aus der Finanzkrise lernen? In: Konrad-Adenauer-Stiftung (Hrsg) Lehren aus der Finanzmarktkrise. Ein Comeback der sozialen Marktwirtschaft. Sankt Augustin, Berlin, S 27–30Google Scholar
  16. Rinsum H v, Schröter R (2009) Herrscher, Helfer und Hedonisten. Werben & Verkaufen 31: 14–17Google Scholar
  17. Ritschl A (2009) War 2008 das neue 1931? Aus Politik und Zeitgeschichte 20: 27–32Google Scholar
  18. Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (2009) Die Zukunft nicht aufs Spiel setzen. Jahresgutachten 2009/10, PaderbornGoogle Scholar
  19. Scharff J (2009) Chronik der Weltfinanzkrise. In: Institut für Wirtschaftsforschung Halle (Hrsg) Wirtschaft im Wandel. Themenheft Weltfinanzkrise, Halle, S 5–7Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag 2010

Authors and Affiliations

  1. 1.Infratest dimap, Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mbHBerlinGermany

Personalised recommendations