Spektrum der Augenheilkunde

, Volume 28, Issue 6, pp 225–225 | Cite as

Editorial

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Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die Hornhautchirurgie hat in den letzten zehn Jahren durch die Einführung und laufende Verbesserung faszinierender, neuer operativer Techniken (DSAEK, DMEK und DALK) eine rasante Entwicklung genommen, mit vielen Vorteilen für die Patienten – etwa geringerer Belastung, rascherer Heilung, minimalem induzierten Astigmatismus und vermindertem Risiko einer Transplantat-Abstoßung.

Eine recht kleine Gruppe von Erkrankten verliert durch seltene, vielfach eine System-Erkrankung begleitende Hornhautleiden (etwa ein Stevens-Johnson-Syndrom, beidseitige Verätzungen oder eine GvHD) das Sehvermögen oft beidseits. Sie hat von diesem rasanten Fortschritt nicht profitieren können und ist auf eine Versorgung mit Keratoprothesen angewiesen. Operationstechniken, welche der Univ.-Augenklinik Salzburg über die letzten 20 Jahre ein großes Anliegen waren und weiterhin operative Schwerpunkte sein werden.

Leider ist die Gruppe jener Forscher, welche sich mit deren Anwendung und Weiterentwicklung beschäftigt – vielleicht auch wegen der hohen Komplikationsraten und der aufwändigen Techniken und/oder Nachbetreuung – auch international noch sehr überschaubar geblieben.

Jean-Marie Parel, Bascom Palmer Eye Institute, Miami, USA, hatte deswegen mit einigen interessierten Kollegen im Jahr 1990 die KPro Study Group (http://kpro.org/) gegründet, mit regelmäßig abgehaltenen internationalen Treffen, deren neuntes Symposium am 12. April 2014 an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg (mit live-Streaming der gesamten Dauer http://kpro.org/2014/04/9th-kpro-study-group-meeting-salzburg-april-12-2014-final-program-and-book-plus-revised-important-notices) abgehalten wurde, sodass es auch nachträglich verfolgt werden kann.

Über 130 Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, aus China, Russland, der Ukraine, USA und vielen Länder Europas, konnten begrüßt werden, darunter Claes Dohlman und ein großes Team, J. Barraquer und Mitarbeiter, S. A. Iakymenko und Kollegen aus Odessa und J. Aquavella, der sich besonders mit KPro bei Kindern beschäftigt hat. An dieser Stelle sei besonders meinen Mitorganisatoren, Univ.-Doz. J. Ruckhofer, PD J. Stoiber, OA O. Seyeddain und dem Team des Sekretariates (Leitung: S. Sollbauer) für die vielen Stunden der Planung und Organisation gedankt!

Diese Beiträge finden Sie in den Abstracts der Tagung, die Sie schlagwortartig auf den allerneuesten Forschungs- und Wissensstand auf diesem Spezialgebiet der Ophthalmologie bringen werden. Sie finden aber auch aktuelle, detaillierte wissenschaftliche Berichte, wobei ich besonders auf die zusammenfassende Arbeit von C. Dohlman und Mitarbeitern, den erstmals englisch in einem peer-reviewten Journal in Österreich publizierten Beitrag aus dem Filatov-Institut und neue Ansätze von Prof. Duncker et al. hinweisen möchte.

Ich hoffe, Sie finden diese Beiträge interessant und würde mich sehr freuen, könnten sich dadurch vermehrt junge Kolleginnen und Kollegen für dieses sehr spezielle Teilgebiet der Chirurgie des vorderen Augenabschnittes langfristig, auch durch Teilnahme am nächsten Kongress in Kyoto, 22.-23. April 2016, begeistern lassen…

Mit besten kollegialen Grüßen, Ihr

Günther Grabner

Interessenkonflikt

Es besteht kein Interessenkonflikt.

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Universitätsklinik für Augenheilkunde und OptometrieParacelsus Medizinische Privatuniversität SalzburgSalzburgÖsterreich

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