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Pädiatrie & Pädologie

, Volume 53, Issue 3, pp 124–127 | Cite as

Die Dynamik der Muttermilch und Anpassung an die Bedürfnisse des Kindes

  • Mike Poßner
Originalien
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Zusammenfassung

Muttermilch enthält neben den Nährstoffen für das Baby in der richtigen Menge und Qualität hunderte Komponenten, die zum Schutz vor Infektionen und zur gesunden Entwicklung des Babys beitragen.

Ihre Zusammensetzung ist variabel und den Bedürfnissen des Babys angepasst. Mütter in heißem Klima bilden z. B. mehr wässrige kalorienarme Vormilch, sodass gestillte Babys auch bei Hitze kein zusätzliches Wasser brauchen. Die Natur regelt aber nicht alles. Die Qualität der Muttermilch, vor allem die Fettqualität und der Vitamin- und Jodgehalt, wird auch durch die Ernährung beeinflusst.

Die Dynamik der Muttermilch zeigt sich besonders deutlich an dem sich im Lauf der Laktation ändernden Proteingehalt. Zu Beginn ist er sehr hoch. In den ersten Wochen nimmt er rasch, später dann langsam ab. Damit passt er sich den Bedürfnissen des Babys an. In den ersten Lebenswochen sind Wachstumsrate und folglich Proteinbedarf besonders hoch. Mit der im Lauf der ersten Lebensmonate abnehmenden Wachstumsrate nimmt der Proteinbedarf bezogen auf das Köpergewicht ab.

Die Proteinzufuhr mit Muttermilch spielt eine Schlüsselrolle für die langsamere Gewichtszunahme gestillter Babys und ihr geringeres Übergewichtsrisiko im späteren Leben im Vergleich zu Säuglingen, die mit Säuglingsmilch mit hohem Proteingehalt ernährt werden. Die Childhood-Obesity-Programme(CHOP)-Studie bestätigte die Frühe-Protein-Hypothese, nämlich dass exzessive Proteinaufnahme mit Säuglingsmilch die Gewichtszunahme im Säuglingsalter steigert und das spätere Adipositasrisiko erhöht. Nicht gestillte Babys sollten deshalb in Wachstumsstudien geprüfte Säuglingsmilch mit Protein von hoher Qualität in niedriger Menge nahe an dem Gehalt in Muttermilch bekommen.

Schlüsselwörter

Muttermilch Laktation Protein Gewichtszunahme Säuglingsmilch 

The Dynamic Composition of Breast Milk and its Adaptability to the Needs of the Child

Abstract

In addition to the right quantity and quality of nutrients, breast milk also contains hundreds of components that contribute to protection against infection and to the healthy development of the infant.

Its composition is varied and adapted to the infant’s needs. Mothers in hot climates, for example, produce more watery, low-calorie colostrum; thus, breastfed infants do not need extra water, even in hot climates. However, nature does not regulate everything. The quality of breast milk, especially the fat quality and vitamin and iodine content, is also influenced by diet.

The dynamic composition of breast milk is especially visible in the protein content, which evolves throughout the period of lactation. At the beginning it is very high. In the first few weeks, it increases rapidly, but then slowly decreases, thereby adapting to the needs of the infant. In the first few weeks of life, the growth rate and therefore the protein requirements are especially high. Along with the growth rate, the protein requirement in relation to body weight also decreases over the first months of life.

The protein intake with breast milk plays a key role in the slower weight gain of breastfed infants and their lower risk of overweight in later life compared with infants fed formula with a higher protein content. The Childhood Obesity Program (CHOP) study confirmed the “early protein hypothesis”, i. e., that excessive protein intake with formula might increase weight gain in infancy and the later risk of obesity. Non-breastfed infants should therefore be fed formula with a low quantity of high-quality protein similar to the content of breast milk and that has been tested in growth studies.

Keywords

Breast milk Lactation Protein Weight gain Infant formula 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

M. Poßner weist of folgende Beziehung hin: Head of Nestlé Nutrition Institute Europe

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Austria, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Nestlé Nutrition InstituteFrankfurt/MainDeutschland

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