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Pädiatrie & Pädologie

, Volume 50, Supplement 1, pp 3–3 | Cite as

Die Leitlinien zur Ernährung in der pädiatrischen Palliativmedizin

  • W. SperlEmail author
Editorial
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Guidelines for nutrition in pediatric palliative care

Ich möchte den Autoren und allen voran Frau OÄ Dr. Regina Jones für das Engagement, die Empathie und die Arbeit für die „Leitlinien zur Ernährung in der pädiatrischen Palliativmedizin“ danken und gratulieren. Dieses Thema wurde sehr umfassend und interdisziplinär abgehandelt und mit vielen Details sowie konkret auch mit Blick auf die Palliativpatienten ausgearbeitet. Man merkt, dass es in den gesamten Leitlinien um konkrete praktisch verwendbare Inhalte geht. Das vorliegende Projekt ist also als eine Leitlinie der Stufe 1 mit hoher Expertenmeinung einzustufen. Da dem Gebiet bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, sind diese Leitlinien ein bedeutender Fortschritt und wertvoll.

Zwei Aspekte kommen deutlich heraus: der Fokus auf das gesamte Spektrum der Palliativpatienten, wie auch in der Einleitung definiert, und das Spektrum aller Altersgruppen. Hervorzuheben ist, dass detailliert auf die multiplen Probleme der Ernährung von palliativmedizinischen Patienten eingegangen wird. Dies beinhaltet auch einen praktisch sehr wertvollen Anhang – u. a. mit einer Auflistung der in der Pädiatrie gebräuchlichen speziellen Sonden- und Trinknahrungen.

Diese Arbeit ist deshalb so wichtig, weil Palliativpatienten eine weitaus schlechtere Lebensqualität haben, wenn sie nutritiv „alleingelassen“ werden. Der optimierte nutritive Status ist selten ein Fokus auf diesem Gebiet. Die Ernährung und damit die Energiezufuhr, aber auch die Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen sind gerade für palliativmedizinische Patienten entscheidend für ein gutes Leben. Dazu ist ein allgemeinpädiatrisches Wissen, aber auch ein spezielles Wissen notwendig. Alle Autoren haben aus ihren Bereichen ihre reichen Erfahrungen und ihr Spezialwissen über Palliativpatienten beigetragen. Dies zeichnet diese Leitlinie aus, wie auch die Zielrichtung und der rote Faden: die „Wertschätzung und Empathie für die Patienten“, der „tiefe Wunsch, eine Verbesserung auch für diese Patientengruppen zu erzielen“ und das Bemühen, hier mehr zu bewegen.

Die pädiatrische Palliativmedizin ist in Österreich ein Entwicklungsgebiet. Es gibt momentan wertvolle Bestrebungen, Verbesserungen sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich für palliativmedizinische Patienten umzusetzen. Wesentlich ist auch, dass in den Österreichischen Strukturplan Gesundheit (ÖSG) die Palliativmedizin für Kinder- und Jugendliche mit aufgenommen wird. Die Leitlinien sind ein wichtiger Beitrag, der direkt den Patienten zugutekommen wird. Die Ernährung ist auch ein besonderes „Familienthema“. Diese Leitlinien können zur besseren Versorgung und zur Unterstützung der Familien und der multiprofessionellen Betreuungsteams beitragen. Der Untertitel „Interdisziplinäres fachübergreifendes Projekt“ sagt schon aus, dass hier eine Dynamik und eine Kontinuität mit entsprechenden Updates notwendig sein werden.

Ich wünsche dem Vorhaben nachhaltiges Gelingen.

Mit freundlichen Grüßen

Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Sperl

Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)

Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde, Salzburger Landeskliniken (SALK), Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU)

Notes

Interessenkonflikt

W. Sperl gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinik für Kinder- und JugendheilkundeParacelsus Medizinische Privatuniversität (PMU), Salzburger Landeskliniken (SALK)SalzburgÖsterreich

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