Public Health: Neue Perspektiven für Geographinnen und Geographen

Einleitung

Gesundheitswesen und Gesundheitspolitik stehen vor neuen Herausforderungen und Problemen, deren Lösung der Entwicklung innovativer Konzepte bedarf. Der Wandel des Krankheitspanoramas, der Anstieg von Durchschnittsalter und Lebenserwartung, die rasante Neu- und Weiterentwicklung diagnostischer und therapeutischer Methoden und die nicht zuletzt damit in Zusammenhang stehende Kostenentwicklung im Gesundheitswesen sind wesentliche Aspekte dieser komplexen Problematik.

Diese Entwicklungen zwingen zu einer Neuorientierung des Gesundheitssektors hin zu präventiven, outcome-orientierten, wissensbasierten und viele Professionen integrierenden Strategien. Die daraus resultierenden neuen Aufgaben in den Bereichen Koordination, Epidemiologie, Sozial- und Verhaltenswissenschaften, Wirtschafts- und Managementwissenschaften, Gesundheitssystemforschung sowie Gesundheitsversorgung werden im Konzept des “New Public Health” zusammengeführt.

Vor diesem Hintergrund wurden nach angelsächsischem Vorbild der “Schools of Public Health” auch in Deutschland seit 1989 an mehreren Universitäten postgraduierte Ausbildungsprogramme im Bereich Gesundheitswissenschaften/Public Health eingerichtet.

“Postgraduierte Ausbildungsprogramme in Public Health sollen Experten für Planungs- und Entscheidungsprozesse im Gesundheitswesen, Beratung im Bereich Gesundheitsplanung und Politik, Entwicklung, Durchführung und Evaluation von gesundheitsfördernden und präventiven Programmen und nicht zuletzt für Forschung und Lehre qualifizieren” (Dierks 1998).

Inzwischen werden entsprechende Studiengänge an neun deutschen Universitäten angeboten (Berlin, Bielefeld, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Hannover, Heidelberg, München, Ulm). Fünf dieser Standorte (Tab. 1) stehen prinzipiell auch Graduierten mit einem Abschluß im Fach Geographie offen.

Bei entsprechender Schwerpunktlegung oder Zusatzqualifikation liegen vor allem in der Gesundheitsberichterstattung (Erfassung, Dokumentation und Auswertung bevölkerungsbezogener Risiko-, Ressourcen- und Gesundheitsdaten), im Bereich der umweltbezogenen Gesundheitsforschung sowie der Epidemiologie geographische Arbeits- und Berufsfelder.

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Kisteman, T., Weiss, D. Public Health: Neue Perspektiven für Geographinnen und Geographen. STANDORT – Zeitschrift für Angewandte Geographie 23, 48–50 (1999). https://doi.org/10.1007/s005489970045

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