Was kommt, wenn der Handel geht?

Neue Nutzungen für Zentren mit Zukunft

Zusammenfassung

Der Strukturwandel im Einzelhandel mit den zahlreich beschriebenen Folgen für die Zentren ist auch in vielen Städten und Gemeinden Schleswig-Holsteins deutlich sichtbar: Zunehmende Leerstände, zu kleine Flächen, fehlende Nachfolgeperspektiven sowie der Onlinehandel und ein dadurch verändertes Kundenverhalten sind aktuelle Herausforderungen, auf die Antworten gefunden werden müssen. Dabei wird in vielen kleineren Kommunen, aber auch B‑ und C‑Lagen größerer Städte offensichtlich, dass sich nicht mehr für alle Lagen und Immobilien neue Einzelhandelsgeschäfte als Folgenutzungen akquirieren lassen. Angesichts dieser Trends steigt die Notwendigkeit, Strategien und Instrumente für eine gesteuerte Transformation der Zentren zu entwickeln, indem neue Nutzungen durch neue Zielgruppen und zusätzliche Frequenz den Handel unterstützen und dadurch die Attraktivität des Zentrums als urbanem Marktplatz mit neuen Aufenthalts‑, Kommunikations- und Erlebnisqualitäten erhöhen. Neben etablierten Nutzungen wie Kultur, Dienstleistungen und Wohnen sind auch neue Nutzungen zu akquirieren: Handwerk und urbane Produktion, Indoorspielplätze/Gesundheit/Fitness, Einrichtungen der sozialen Infrastruktur wie z. B. eine Kita oder eine Bücherei, Coworking-Spaces oder Abholsysteme für den Onlinehandel. Ziel dieses Beitrags ist die Skizzierung einer neuen Strategie zur Steuerung der Transformation – als Anregung für eine breitere Diskussion in Forschung und Praxis.

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Mensing, K. Was kommt, wenn der Handel geht?. Standort 43, 192–197 (2019). https://doi.org/10.1007/s00548-019-00608-y

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Schlüsselwörter

  • Stadtzentren
  • Einzelhandel
  • Transformationsprozesse
  • Besatzmanagement
  • Förderprogramme