Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

wieder einmal halten Sie ein STANDORT-Heft in Händen, gefüllt mit Artikeln zu Themen, mit denen sich Geographinnen und Geographen heutzutage beschäftigen.

Welchen Herausforderungen müssen sich Berater – neudeutsch consultants – bei der Entwicklung noch nicht oder nicht ausreichend erschlossener touristischer Destinationen stellen? Noch dazu, wenn die Entwicklung sozial und ökologisch verträglich ablaufen soll? Diese Fragen waren Gegenstand einer Tagung von GZT und DVAG im Rahmen des 20. Reisepavillon in Berlin. Im STANDORT-Gespräch berichten die beiden Organisatoren Burghard Rauschelbach (GTZ, DVAG) und Kai Partale (DVAG, Sprecher des AK Freizeit und Tourismus) über Erfahrungen, die sie und die Vortragenden im Beratungsgeschäft gemacht haben.

Der Wettbewerb, in dem sich Regionen um Investoren, Besucher und Einwohner untereinander befinden, wird schärfer. Leichter haben es dabei diejenigen Regionen, die bereits ein klar definiertes Bild, ein eindeutiges Image nach außen vermitteln können. Die Autoren Tilman Schenk, Anja Terpitz und Katja Reduhn schildern in ihrem Artikel die Bemühungen einer Region, die im Zuge des ILE-Prozesses in Nordsachsen neu entstanden ist. Noch befindet sich das „Sächsische Zweistromland“ auf der Suche nach seiner Identität.

Am Beispiel einer Kleinstadt in der Nähe von Zürich zeigt Joris Van Wezemael, wie Stadtplanung im Spannungsfeld zwischen eigenen Wünschen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten ihre Ziele verfolgen kann bzw. verändern muss. Städte sind demnach gezwungen, ihre Vorstellungen vermehrt an projektorientierte Planungen zu binden. Planerinnen und Planer müssen darauf achten, sich nicht zu sehr „korrumpieren“ zu lassen und ihre Ideale nicht aufzugeben.

Nach wie vor ist in den ländlichen Räumen Europas das Pro-Kopf-Durchschnittseinkommen niedriger, der Zugang zu Bildung schwieriger, der Dienstleistungssektor weniger entwickelt als in den Städten. Die Brisanz dieser Probleme steigt, die Politik zur Entwicklung ländlicher Räume verdient daher innerhalb der EU Priorität. Inwieweit die strategischen Leitlinien der EU tatsächlich zur Entwicklung ländlicher Räume beitragen, analysiert der Beitrag von Wibke Strahl und Thomas Dax am Beispiel von Österreich.

Der demographische Wandel stellt Städte und Gemeinden vor große Herausforderungen. Die Autorin Rebecca Oostendorp ist jedoch überzeugt, dass Alterung auch mit positiven Aspekten verknüpft werden kann. Ältere Menschen zeichnen sich demnach heute durch eine aktive Lebensweise aus, die sich in vielfältigen Aktivitäten und Aktionsräumen widerspiegelt. Wie diese ausgestaltet werden, weist die Autorin am Beispiel der Stadt Euskirchen nach. Sie leitet Hinweise ab, wie Kommunen ein aktives Altern ihrer Bewohner fördern können.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

Dipl-Geogr. und STANDORT-Redakteurin

Ute Christina Bauer

Berlin, Deutschland

E-Mail: ubauer@pressebuero-transit.de

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Christina Bauer, U. Editorial. Standort 34, 35 (2010). https://doi.org/10.1007/s00548-010-0140-2

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