Öffentlich-Private Partnerschaften

Eine alternative Finanzierung für die Stadterneuerung?

Zusammenfassung

Städte stehen in Zeiten des demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels vor ökonomischen, ökologischen, städtebaulichen, kulturellen und sozialen Problemlagen, die mit Hilfe der Stadterneuerung und hohen Investitionen bewältigt werden müssen. Die Verschuldung der öffentlichen Haushalte, Änderungen der Fördermodalitäten, das Auslaufen von Fördermitteln und die Notwendigkeit, positiv angestoßene Entwicklungen zu verstetigen, stellen alternative Finanzierungsmöglichkeiten in der Stadterneuerung zunehmend in den Vordergrund.

Als alternative Finanzierungsmöglichkeiten kommen Mikrokredite, Sponsoring, private Initiativen, Fonds und Öffentlich-Private Partnerschaften (ÖPP) in Betracht. Anhand von ÖPP wird beispielhaft aufgezeigt, dass diese seitens der öffentlichen Hand den Vorteil der Kostenminimierung, die zeitnahe Umsetzung des Vorhabens und für den Privaten ein größeres Mitspracherecht bei der Planung sowie eine größere Identifikationssteigerung mit dem Projekt und dem Umfeld aller Beteiligten etc. bieten.

Ebenso wie die klassischen Finanzierungsmöglichkeiten weist die ÖPP als mögliche Alternative Restriktionen auf. So kann die ÖPP auch bei der Quartiersplanung in erster Linie für bauliche Maßnahmen und nicht für alle, eine integrierte Planung umfassenden Bereiche eingesetzt werden und ist sehr stark von Personen, dem Vertrauen der Partner und den gegebenen Rahmenbedingungen abhängig.

Um eine ganzheitliche, integrierte Stadterneuerung zu erreichen, ist es nicht möglich, sich vollends auf alternative Finanzierungsmöglichkeiten zu konzentrieren. Nur eine Kombination aus Städtebaufördermitteln, ÖPP, Fonds, privaten Initiativen, Mikrokrediten und Sponsoring kann dazu beitragen, dass die Kommunen handlungsfähig bleiben, eine positive Stadterneuerung betreiben und dabei die eigenen Kosten reduzieren können.

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Reuter, R. Öffentlich-Private Partnerschaften. STANDORT-Z Angew Geogr 32, 132–140 (2008). https://doi.org/10.1007/s00548-008-0097-6

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