Übelkeit und Erbrechen (PONV) sind nach wie vor ein Problem der postoperativen Phase. Viele Risikofaktoren sind bekannt, jedoch sind die Bedeutung der unterschiedlichen postoperativen analgetischen Regimes und die Erwartungshaltung der Patienten wenig untermauert.
Patienten: Prospektiv wurden 4 randomisierte Patientengruppen untersucht (n=50/Gruppe), die postoperativ einfache Analgetika (Gruppe 1), durch eine Krankenschwester verabreichte i.v. Morphingaben (NAA; Gruppe 2), eine patientenkontrollierte Analgesie (PCA; Gruppe 3) und eine Epiduralanalgesie mit Bupivacain und Fentanyl (Gruppe 4) erhielten. Bei den Patienten wurde ermittelt, ob sie bei Voroperationen an Übelkeit und Erbrechen litten. Zusätzlich wurde die Erwartungshaltung der Patienten gegenüber PONV und deren Zufriedenheit mit der antiemetischen Therapie untersucht.
Ergebnisse: Die Inzidenz von PONV war bei beiden Morphingruppen, bei Frauen, bei Patienten, die älter waren als der Median der Gruppe, und bei solchen Patienten, die in ihrer Vorgeschichte an PONV und Seekrankheit litten, höher. Die meisten Patienten hatten nicht erwartet, postoperativ Übelkeit und Erbrechen zu erleiden (19,3%). Bei Patienten, die präoperativ PONV erwarteten, war die Inzidenz höher als bei Patienten, die über diese Erwartungshaltung nicht berichteten (p<0,01). Ein Viertel der Patienten (23,6%) war mit der postoperativen antiemetischen Behandlung unzufrieden oder sogar sehr unzufrieden. Eine präoperative Prophylaxe erhielten 15% der Patienten.
Schlußfolgerung: Die Studie zeigt, daß die Erwartungshaltung der Patienten, an postoperativer Übelkeit und postoperativem Erbrechen zu leiden, ein in der Literatur unterschätzer Vorhersagefaktor ist. Bei der postoperativen Schmerztherapie bietet die Epiduralanalgesie im Vergleich zur i.v. Morphingabe deutliche Vorteile.