Fragestellung:
In einer Pilotstudie sollte die Wirkung der Elektrostimulationsakupunktur (ESA) bei Patienten mit therapieresistenten, neuropathischen Schmerzen untersucht werden. Hinweise sollen ggf. als Grundlage für die Durchführung einer kontrollierten Therapiestudie genützt werden.
Methodik:
In einer klinischen, unkontrollierten Pilotstudie wurden 17 Patienten mit peripher lokalisierten, neuropathischen Schmerzen 8-mal über 4 Wochen mit ESA behandelt. Zielparameter waren Dauerschmerzintensität (visuelle Analogskala, VAS), Anfallsschmerzintensität (VAS), Anfallsschmerzdauer, Anfallshäufigkeit und die allgemeine Stimmungslage (VAS), evaluiert mittels Tagebuch (eine Woche vor Therapie bis 2 Wochen nach Therapie sowie eine Woche nach 3 Monaten). Zusätzlich wurden die Veränderungen der Beschwerden (verbale Ratingskala, VRS) und die Erwartungshaltung des Patienten zur Therapie (credibility assessment nach Vincent) erfasst. Eine Follow-up-Untersuchung fand 3 Monate nach Therapieende statt.
Ergebnisse:
Zwei Wochen nach Therapie waren die Dauerschmerzen um 32,9%, die Anfallsschmerzen um 59% im Mittel reduziert. Die durchschnittliche Anzahl der täglichen Schmerzattacken fiel von 4,2 (SD ± 4,6, 0,14–13,3) vor Therapie auf 2,2 (SD ± 3,8, 0–7,5) 2 Wochen nach Therapie. Die Dauer der Anfallsschmerzen, soweit sie bestehen blieben, konnte nicht wesentlich beeinflusst werden, ebenso war die Stimmungslage weitgehend unverändert. Drei Monate nach Therapie waren der Dauerschmerz um 15,9% und die Anfallsschmerzintensität um 44,0% gegenüber der Baseline-Evaluation reduziert. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten nicht auf.
Schlussfolgerungen:
Die beobachteten, teilweise deutlichen analgetischen Wirkungen, lassen eine Wirksamkeit der Elektroakupunktur bei peripheren neuropathischen Schmerzsyndromen vermuten. Die Durchführung klinisch-kontrollierter Studien auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse scheint gerechtfertigt.