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Ethik in der Medizin

, Volume 30, Issue 2, pp 173–176 | Cite as

Karin Kersting (2016) Die Theorie des Coolout und ihre Bedeutung für die Pflegeausbildung

Mabuse, Frankfurt am Main, 301 Seiten, 39,95 €, ISBN 978-3-86321-285-8
  • Heike Baranzke
Rezension
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In Analogie zu Adornos berühmtem Satz aus den „Minima Moralia“: „Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, könnte man Karin Kerstings Theorie des Coolout in der Pflege auf die Formel bringen: Es gibt keine gute Pflege in einem schlechten Gesundheitssystem. Die derzeitigen strukturellen Bedingungen in Deutschland verhindern in der Regel eine patientenorientierte Pflegearbeit. Diese bittere Wahrheit zu begreifen, darum bemüht sich Kersting seit fast zwei Jahrzehnten. Sie hat dazu ein sozialwissenschaftliches Diagnoseinstrument, die Kälteellipse, entwickelt, mit dem sie typische Reaktionsmuster sichtbar macht, mit denen Pflegende sich auf unterschiedlichen Graden eines Problembewusstseins mit den im Pflegealltag unauflöslichen Widersprüchlichkeiten zu arrangieren versuchen. Dass Pflegekräfte dadurch zugleich genau das System stabilisieren, das ihnen eine gute Pflege strukturell verunmöglicht, auch das gehört zu Kerstings Theorie des Coolout.

Der Neologismus „Coolout“ rekurriert auf das...

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.VallendarDeutschland

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