Mein Defi hat mir mittlerweile einige Male das Leben gerettet. Auf der anderen Seite hat er aber auch schon recht häufig in Situationen einen Schock abgegeben, in denen dies aus medizinischer Sicht nicht unbedingt notwendig war. Insbesondere die Verarbeitung dieser Schocks ist es, die mich dem Standardspruch widersprechen lässt: „Machen Sie sich keine Sorgen, Sie sind durch den Defi geschützt.“ Doch, ich mache mir Sorgen, denn meine Lebensqualität ist nicht nur durch die hohe Anzahl an erlebten Schocks erheblich beeinträchtigt. Jeder neue Defi-Schock löst bei mir eine Reihe von wiederkehrenden Reaktionsmustern aus. Dabei ist bei mir tendenziell zu beobachten, dass mit jedem neuen Schock die Wiederherstellung eines rudimentären seelischen Gleichgewichtes (und damit des Wohlbefindens und der Produktivität) immer länger dauert. Ich will mich jedoch wieder in der Öffentlichkeit bewegen können, ohne auf Schritt und Tritt von der Vorstellung begleitet zu werden, coram publico zusammenzuklappen oder wie ein Zitteraal zu zucken. Ein Dasein als tickende Zeitbombe, daran kann ich mich einfach nicht gewöhnen.