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Rheumatologin/Rheumatologe in spe: Wie geht es weiter?

Befragung der rheumatologischen Assistenzärzte und -ärztinnen in Mitteldeutschland

Future of rheumatologists: what are the perspectives?

Survey of resident physicians in rheumatology in middle Germany

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung

Die Tätigkeitsfelder für internistische Rheumatologen und Rheumatologinnen haben sich in den letzten Jahren verändert. Die Altersstruktur der fachärztlichen Kolleginnen und Kollegen sowie limitierte Ausbildungsplätze lassen für die Zukunft Engpässe in der rheumatologischen Versorgung in Mitteldeutschland befürchten. Daher scheint es relevant, im Detail zu wissen, wie sich Rheumatologinnen und Rheumatologen in Ausbildung ihren zukünftigen Arbeitsplatz vorstellen.

Material und Methode

Es wurde eine Befragung der Weiterbildungsassistenten an den 25 Weiterbildungsstätten in Mitteldeutschland (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen) initiiert. Fragebögen von 27 Teilnehmern (17 Frauen und 10 Männer) standen für die Analyse zur Verfügung.

Ergebnisse

Es strebten 60 % der Befragten den Facharzt für Innere Medizin (gesamte Innere Medizin) sowie den Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie (Mindestweiterbildungszeit 8 Jahre) an. Nach Abschluss der Weiterbildung favorisieren 44 % eine ambulante Tätigkeit sowie 30 % eine klinische und ambulante Tätigkeit; 48 % der Teilnehmer möchten in Teilzeit als Rheumatologe arbeiten; 74 % der Weiterbildungsassistenten (Frauen 94 % und Männer 40 %) können sich eine Tätigkeit in einem Medizinischen Versorgungszentrum vorstellen. Sowohl die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als auch die Work-Life-Balance werden als sehr relevant für das künftige Berufsleben angegeben.

Schlussfolgerung

Nach Abschluss der Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie wird von weniger als der Hälfte der Befragten eine ausschließlich ambulante Tätigkeit angestrebt, wobei die Tätigkeit in Teilzeit durchgeführt werden soll und mit der Familie als auch der Work-Life-Balance zu verbinden sein soll. In diesem Zusammenhang sollten entsprechende Arbeitsplatzangebote geschaffen werden, um das Fachgebiet der Rheumatologie für den Nachwuchs attraktiv zu gestalten. Die Ergebnisse zeigen auch, dass für die Befragten die Tätigkeit in einer eigenverantwortlich geführten Einzelpraxis nur eine geringe Priorität hat.

Abstract

Background and objective

The work environment for rheumatologists has significantly changed over the last years. The healthcare of patients with rheumatic diseases is at risk due to the age structure of specialized rheumatologists in middle Germany and the limited availability of training positions for rheumatologists. In this context, it is important to have detailed information on the resident physicians in rheumatology concerning their own visions regarding their future professional career.

Material and methods

A questionnaire was sent to resident physicians in 25 rheumatology training hospitals in the middle of Germany (Saxony, Saxony-Anhalt and Thuringia). The questionnaire was completed and returned by 27 participants (17 women and 10 men).

Results

Most of the participants (60%) aimed to qualify as a specialist in internal medicine followed by a specialization in rheumatology (altogether training for a minimum of 8 years). After finishing training 44% would prefer to work in an outpatient setting while 30% planned to work in a combined outpatient and clinical setting. Of the participants 48% would prefer to work as part-time rheumatologists and 74% (women 94% and men 40%) were interested in employment in an outpatient medical healthcare center. The compatibility of family and work as well as the work-life balance was considered to be highly relevant for the future professional life.

Conclusion

Less than half of the participants intended to work exclusively in an outpatient setting after completing the training in rheumatology. In addition, the participants preferred a part-time employment with compatibility of professional and private life. Consequently, alternative models of employment should be created in rheumatology to be attractive for future physicians. On the other hand, the study revealed that the independent rheumatological practice has a lower priority for the young rheumatologists taking part in this survey.

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Abb. 1
Abb. 2

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Danksagung

Dank gilt Frau Kristin Weigel (Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III, Jena, Deutschland) und Christiane Manitz (Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III, Jena, Deutschland) für die Unterstützung im Rahmen der Datenauswertung.

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Affiliations

Authors

Corresponding author

Correspondence to A. Pfeil.

Ethics declarations

Interessenkonflikt

A. Pfeil, C.G.O. Baerwald, M. Sieburg, K. Boche, T.A. Kupka, T. Linde, F. Heldmann, L. Unger, P. Oelzner, M. Aringer und G. Keyßer geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Die Idee zu der vorliegenden Veröffentlichung entstand unter Federführung des Erstautors im Rahmen eines Advisory Boards der Firma AbbVie, auf dem alle beteiligten Autoren anwesend waren und eine Aufwandsentschädigung erhielten. Die Firma AbbVie hat jedoch die vorliegende Studie weder beauftragt noch in irgendeiner Weise Einfluss auf Datenerhebung, -auswertung und -interpretation ausgeübt.

Für diesen Beitrag wurden von den Autoren keine Studien an Menschen oder Tieren durchgeführt. Für die aufgeführten Studien gelten die jeweils dort angegebenen ethischen Richtlinien.

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Redaktion

U. Müller-Ladner, Bad Nauheim

U. Lange, Bad Nauheim

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Pfeil, A., Baerwald, C.G.O., Sieburg, M. et al. Rheumatologin/Rheumatologe in spe: Wie geht es weiter?. Z Rheumatol 79, 168–174 (2020). https://doi.org/10.1007/s00393-019-00713-1

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  • DOI: https://doi.org/10.1007/s00393-019-00713-1

Schlüsselwörter

  • Nachwuchs Rheumatologinnen und Rheumatologen
  • Perspektiven
  • Tätigkeitsfelder
  • Klinik
  • Niederlassung

Keywords

  • Junior rheumatologists
  • Perspectives
  • Field of activity
  • Clinic
  • Private practice