Liebe Kolleginnen und Kollegen,

diese Ausgabe der Zeitschrift für Rheumatologie hat als Themenschwerpunkt unterschiedliche Formen der Stammzelltransplantation und deren Wertigkeit bei der Behandlung rheumatologischer Erkrankungen.

In der hämatologischen Therapie, insbesondere bei Leukämien und Lymphomen, spielt die Transplantation hämatopoetischer Stammzellen, egal ob autolog oder allogen, weiterhin eine signifikante Rolle bei kurativen Therapieansätzen.

Von diesem Stellenwert ist dieses Therapiekonzept in der Behandlung rheumatologischer Erkrankungen noch weit entfernt. Dennoch konnte in den letzten Jahren – auch dank einiger kuragierter Studien – gezeigt werden, dass gerade bei schweren, lebensbedrohlichen Autoimmunerkrankungen die Stammzelltransplantation ihre Berechtigung hat. Ob sie dabei durch intensive Immunsuppression oder Immunmodulation oder teilweise sogar auch hier kurativ wirkt, ist letztendlich noch nicht endgültig geklärt.

Bei schweren, lebensbedrohlichen Autoimmunerkrankungen hat die Stammzelltransplantation ihre Berechtigung

Die Autoren dieses Themenheftes haben sich vorgenommen, den aktuellen Stellenwert der unterschiedlichen Transplantationsformen zu beleuchten und einen Ausblick auf kommende Studien zu geben.

Die meisten Daten liegen zur autologen Transplantation hämatopoetischer Stammzellen vor. Gerade bei der Behandlung der systemischen Sklerose (SSc) existieren hier mittlerweile gute kontrollierte Studien, sodass diese Therapieform auch bereits Einzug in internationale Therapieempfehlungen gehalten hat. Aber auch bei anderen schweren systemischen Autoimmunerkrankungen wie dem systemischen Lupus erythematodes (SLE) kann die Stammzelltransplantation eingesetzt werden. Der Ablauf sowie Chancen und Risiken dieser Therapie bei SSc und SLE werden in den ersten beiden Beiträgen aufgezeigt.

In der dritten Arbeit von S. Wirths haben wir versucht, die bisher nur geringen Erfahrungen der fremdallogenen Stammzelltransplantation bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen zu thematisieren.

Mesenchymale Stammzellen (MSC) haben auf vielfältige Art und Weise immunmodulatorische und entzündungshemmende Eigenschaften. Die Transplantation dieser Zellen stellt somit eine interessante Option bei Autoimmunerkrankungen dar, insbesondere da die Therapie scheinbar nebenwirkungsarm ist. R. Schäfer und T. Daikeler fassen die Patho-/Wirkmechanismen und aktuelle Datenlage dieser hochinteressanten Therapieoption zusammen.

Wir sind sehr froh, Ihnen mit diesen Beiträgen das Therapiekonzept näherbringen zu können, und hoffen, die bisherigen Erkenntnisse gut und interessant vermitteln zu können.

Herzlich

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PD Dr. med. Jörg Christoph Henes

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Prof. Dr. med. Ina Kötter