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Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie

, Volume 52, Supplement 4, pp 207–207 | Cite as

Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus

  • Birgit TeichmannEmail author
Geleitwort
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Seit nunmehr 16 Jahren richtet die Robert Bosch Stiftung ihre Förderung darauf aus, einen möglichst guten Umgang mit der Erkrankung Demenz zu finden und Betroffene und Angehörige in ihrem „Leben mit Demenz“ zu unterstützen. Um Krankenhausaufenthalte für Patienten mit der Nebendiagnose Demenz schonender zu gestalten, hat die Robert Bosch Stiftung im Jahr 2012 das Programm „Menschen mit Demenz im Akutkrankenhaus“ ins Leben gerufen. Mit dem Programm unterstützt die Stiftung Krankenhäuser bei der Entwicklung und Umsetzung von Konzepten, die gezielt auf die Bedürfnisse von Patienten mit Demenz eingehen.

Mehr als acht Millionen ältere Menschen werden in Deutschland jährlich stationär behandelt. Laut der 2016 von der Stiftung geförderten General Hospital Study – GHoSt weisen insgesamt 40 % aller über 65-jährigen Patienten in Allgemeinkrankenhäusern kognitive Störungen auf, fast jeder Fünfte leidet an Demenz, wobei bei der Aufnahme ins Krankenhaus die Nebendiagnose Demenz oft gar nicht erhoben bzw. erkannt wird. Dies ist fatal, denn die Krankenhaussituation belastet die von Demenz Betroffenen zusätzlich, da sie die fremde Umgebung und die unbekannten Abläufe nicht einordnen können. Auch die Klinikbelegschaft stellt dies vor besondere Herausforderungen, denn der Klinikalltag ist oftmals kaum auf Menschen mit Demenz eingestellt.

Die Robert Bosch Stiftung unterstützt mit ihrer Förderung zum einen Krankenhäuser, die gezielt auf die Bedürfnisse von Patienten mit Demenz eingehen und mit der Förderung des Graduiertenkollegs Forschungsprojekte, die in theoretisch-konzeptioneller als auch methodischer Hinsicht die komplexen Versorgungsanforderungen abbilden und Interventionen theoretisch wie auch praktisch erproben, um die Lebensqualität der Menschen mit Demenz als auch des Krankenhauspersonals zu verbessern. Damit leistet das Graduiertenkolleg einen Beitrag zum Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis. Dieser Transfer wird dabei zusätzlich durch die innovative Auswahl und Verbindung von unterschiedlichen Disziplinen wie auch durch die Einbeziehung einer internationalen Perspektive in das Graduiertenkolleg begünstigt.

Das Supplement der Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie ist unserer Meinung nach die optimale Plattform, um die im Graduiertenkolleg, in der General Hospital Study – GHoSt und im Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (iso) gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse und deren Translationspotentiale in optimaler Weise einer Öffentlichkeit zugänglich zu machen, die sowohl aus Praktikern als auch aus Wissenschaftlern besteht.

Oktober 2019

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Netzwerk Alternsforschung (NAR)Universität HeidelbergHeidelbergDeutschland

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