Skip to main content

10 Jahre Pflege-Charta

Zeit, Bilanz zu ziehen

10-year anniversary of the Long-term Care Charter

Time to take stock

Zusammenfassung

Vor 10 Jahren wurde die Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen – kurz Pflege-Charta – in Deutschland veröffentlicht. Die Pflege-Charta ist ein Rechtekatalog für pflegebedürftige Menschen. Dieser war auf Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und Vertretern aus allen Bereichen der Pflege in einem komplexen Konsensprozess erstellt worden. Seither hat die Pflege-Charta in verschiedenen Bereichen der Pflege praktische Relevanz erlangt und ist in Gesetze eingegangen. In diesem Beitrag wird nach einem Rückblick auf das sozial- und rechtspolitische Umfeld auf die Verbreitung und Wirkungen der Charta eingegangen. Zudem werden die weiteren Umsetzungserfordernisse und die Revision der Charta diskutiert.

Abstract

Ten years ago, the Charter for People in Need of Long-term Care was published in Germany. The Charter contains a series of basic rights for people in need of long-term care. At the initiative of the Federal Ministry for Family Affairs, Senior Citizens, Women and Youth (BMFSFJ), this was developed in a complex consensus process together with the Federal Ministry of Health (BMG) and representatives from all areas of care. Since then, the Charter has gained practical relevance in various areas of care and has entered into legislation. The article looks at the dissemination and impact of the Charter following a review of the social and legal environment. Further implementation requirements and the revision of the charter are discussed.

This is a preview of subscription content, access via your institution.

Notes

  1. 1.

    Diese und die folgenden Schilderungen beruhen auf persönlichen Gesprächen des Mitautoren Gerhard Igl mit Prof. Dr. Hans F. Zacher.

  2. 2.

    In „Abschlussbericht. Entwicklung eines wissenschaftlich basierten Qualitätsverständnisses für die Pflege- und Lebensqualität“ wird an mehreren Stellen auf die Pflege-Charta verwiesen [11].

  3. 3.

    Indirekt z. B. in § 1 Abs. 4 des Wohn- und Teilhabegesetzes Nordrhein-Westfalen; direkt z. B. in § 1 Abs. 3 des Landesgesetzes über Wohnformen und Teilhabe Rheinland-Pfalz, § 1 Abs. 2 des Wohn- und Teilhabegesetzes Sachsen-Anhalt, § 2 Abs. 5 des Selbstbestimmungsstärkungsgesetzes Schleswig-Holstein.

  4. 4.

    Die Veröffentlichung der Daten ist für einen ZQP-Report Anfang 2018 geplant.

Literatur

  1. 1.

    Aronson P, Mahler C (2016) Menschenrechte in der Pflegepraxis. Herausforderungen und Lösungsansätze in Pflegeheimen. Deutsches Institut für Menschenrechte, Berlin

    Google Scholar 

  2. 2.

    Bieback K‑J (2004) Qualitätssicherung der Pflege im Sozialrecht. C.F. Müller, Heidelberg

    Google Scholar 

  3. 3.

    Dahlem O, Giese D, Igl G (Hrsg) (2009) Heimrecht des Bundes und der Länder. Luchterhand, Köln

    Google Scholar 

  4. 4.

    Dinter K (2015) Die Entwicklung des Heimrechts auf der Ebene des Bundes und der Bundesländer. Dr. Kovac, Hamburg

    Google Scholar 

  5. 5.

    Emmer De Albuquerque C (2016) Auf dem Weg zu menschenwürdiger Pflege in deutschen Pflegeeinrichtungen. Ansätze für eine lösungsorientierte Weiterentwicklung der Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen auf Grundlage einer durch das forsa-Institut durchgeführten Umfrage bei Heimleitung und Pflegekräften. Josef und Luise Kraft-Stiftung, München

  6. 6.

    Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung (BIVA e. V.) (2014) Europäische Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen. Bonn

  7. 7.

    Evers K (2016) Qualitätsanforderungen in der Pflege und Rechtsschutz der Pflegedienstleister. Dr. Kovac, Hamburg

    Google Scholar 

  8. 8.

    Giese D (1997) Öffentlich-rechtliche Körperschaft „Heimbewohner“? Beiträge zum Recht der sozialen Dienste und Einrichtungen (RsDE) 37., S 91–109

    Google Scholar 

  9. 9.

    Görres S, Roes M, Mittnacht B, Biehl M, Klün S (2006) Strategien der Qualitätsentwicklung in Pflege und Betreuung. C.F. Müller, Heidelberg

    Google Scholar 

  10. 10.

    Hamdorf S (2009) Öffentliche und private Verantwortung für Qualität in der Pflege. LIT, Münster Hamburg London

    Google Scholar 

  11. 11.

    Hasseler M, Stemmer R, Macsenaere M, Arnold J, Weidekamp-Maicher M (2016) Abschlussbericht. Entwickung eines wissenschaftlich basierten Qualitätsverständnisses für die Pflege- und Lebensqualität

    Google Scholar 

  12. 12.

    Igl G (1987) Pflegebedürftigkeit und Behinderung im Recht der sozialen Sicherheit. Nomos, Baden-Baden

    Google Scholar 

  13. 13.

    Igl G (2005) Brauchen wir eine Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Personen? Beiträge zum Recht der sozialen Dienste und Einrichtungen (RsDE) 58., S 69–80

    Google Scholar 

  14. 14.

    Igl G (2008) Sicherung im Pflegefall – Rechtsentwicklung. In: Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Bundesarchiv (Hrsg) Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945. 1974–1982. Bundesrepublik Deutschland. Neue Herausforderungen, wachsende Unsicherheiten, Bd. 6. Nomos, Baden-Baden, S 557–566

    Google Scholar 

  15. 15.

    Igl G (2011) Intransparenter Wirrwarr bei den Transparenzberichten? Beiträge zum Recht der sozialen Dienste und Einrichtungen (RsDE) 73., S 47–63

    Google Scholar 

  16. 16.

    Igl G (2012) Kriterien und Strukuren der Qualitätssicherung in der Kranken- und Pflegeversicherung: Gesetzliche Vorgaben und Ausgestaltung. Schriftenreihe des Deutschen Sozialrechtsverbandes e. V. (SDSRV) 61., S 81–115

    Google Scholar 

  17. 17.

    Klie T (1988) Heimaufsicht: Praxis – Probleme – Perspektiven; eine rechtstatsächliche Untersuchung zur Aufgabenwahrnehmung der Heimaufsicht nach dem Heimgesetz. Vincentz, Hannover

    Google Scholar 

  18. 18.

    Klie T (Hrsg) (1996) Pflegeversicherung und Qualitätssicherung in der Pflege, 2. Aufl. Bibliomed, Melsungen.

    Google Scholar 

  19. 19.

    Klie T, Theda I (2014) Pflegenoten weiterhin auf dem verfassungsrechtlichen und fachlichen Prüfstand. Pflegerecht (pflr) 1:3–11 (2:71–80)

    Google Scholar 

  20. 20.

    Moers M, Schiemann D, Büscher A (2014) Qualitätsentwicklung in der Pflege – Versuch einer Standortbestimmung. In: Schiemann D, Moers M, Büscher A (Hrsg) Qualitätsentwicklung in der Pflege. Konzepte, Methoden, Instrumente. Kohlhammer, Stuttgart, S 11–19

    Google Scholar 

  21. 21.

    Ruland F (2015) Hans F. Zacher (1928–2015). Neue Z Sozialr 7:241–244

    Google Scholar 

  22. 22.

    Schütze B (2012) Verfassungsrechtliche Anforderungen an die Pflegequalitätsberichterstattung nach § 115 Abs. 1a SGB XI. Schriftenreihe des Deutschen Sozialrechtsverbandes e. V. (SDSRV) 61., S 175–187

    Google Scholar 

  23. 23.

    Ständige Deputation des Deutschen Juristentages (Hrsg) (1978) Verhandlungen des 52. Deutschen Juristentages. Wiesbaden 1978. Sozialrechtliche Abteilung: Empfiehlt es sich, soziale Pflege- und Betreuungsverhältnisse gesetzlich zu regeln? Bd. I. C.H.Beck, München (Gutachten. E 1 bis E 125)

    Google Scholar 

  24. 24.

    Ständige Deputation des Deutschen Juristentages (Hrsg) (1978) Verhandlungen des 52. Deutschen Juristentages. Wiesbaden 1978. Sozialrechtliche Abteilung:Empfiehlt es sich, soziale Pflege- und Betreuungsverhältnisse gesetzlich zu regeln? Bd. II. C.H.Beck, München (Sitzungsberichte. N 5 bis O)

    Google Scholar 

  25. 25.

    Sulmann D (2011) Ziele, Umsetzung und Wirkung der Charta der Rechte hilfe- und pflegebedürftiger Menschen. Z Gerontol Geriatr 44:39–47

    CAS  Article  PubMed  Google Scholar 

  26. 26.

    Wolf A (1978) Weiterentwicklung und Überarbeitung des Schuldrechts. Z Rechtspolit 11:249–254

    Google Scholar 

  27. 27.

    Zacher HF (1993) Der Behinderte als Aufgabe der Rechtsordnung. In: Baron von Maydell B, Eichenhofer E (Hrsg) Abhandlungen zum Sozialrecht. C.F. Müller, Heidelberg, S 543–554

    Google Scholar 

  28. 28.

    Zacher HF (2001) Der soziale Rechtsstaat in der Verantwortung für Menschen mit Behinderung. In: Igl G, Welti F (Hrsg) Die Verantwortung des sozialen Rechtsstaats für Personen mit Behinderung und für die Rehabilitation. Chmielorz, Wiesbaden, S 1–12

    Google Scholar 

  29. 29.

    Zentrum für Qualität in der Pflege (2016) Methode „Schattentage“ in der Pflege. ZQP-Praxisheft. ZQP, Berlin

    Google Scholar 

Download references

Author information

Affiliations

Authors

Corresponding author

Correspondence to Gerhard Igl Universitätsprofessor a.D..

Ethics declarations

Interessenkonflikt

G. Igl und D. Sulmann geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

Rights and permissions

Reprints and Permissions

About this article

Verify currency and authenticity via CrossMark

Cite this article

Igl, G., Sulmann, D. 10 Jahre Pflege-Charta. Z Gerontol Geriat 50, 287–293 (2017). https://doi.org/10.1007/s00391-017-1246-y

Download citation

Schlüsselwörter

  • Pflegebedürftigkeit
  • Langzeitpflege
  • Patientenrechte
  • Versorgungsqualität
  • Menschenrechte

Keywords

  • Need for care
  • Long-term care
  • Patient rights
  • Quality of healthcare
  • Human rights