Ziel:
Bei unverändertem Zuweisungsmodus hat sich die erweiterte
klinische Diagnostik mit Bildgebung und Neuropsychologie in
einer Gedächtnisambulanz geändert, sodass Änderungen im
Diagnosespektrum auf die veränderte Diagnostik zurückgeführt
werden können. Die Konsequenzen sind auch unter Kostenaspekten
zu diskutieren.
Methodik:
Die klinischen Abschlussdiagnosen von 174 Patienten, die
in den Jahren 2000/2001 zur Diagnostik und
Differentialdiagnostik einer Demenz überwiesen wurden, wurden
mit denen von 169 Patienten verglichen, die in 1998/1999 die
gleiche Ambulanz aufsuchten. Das Diagnosespektrum der aktuellen
Population wurde mit den Abschlussdiagnosen verglichen, die aus
den Arztbriefen von 1998/1999 zu entnehmen waren. Anhand der
Unterlagen wurde differenziert in keine Demenz (XD),
neurodegenerative (ND), vaskuläre (VD) und Demenz vom MIXTyp
(MIXD). Bei gleichen klinischen Diagnosekriterien (ICD-10) und
Laborklinik wurde in 2000/2001 statt mit CT mit MRT untersucht,
die Tests von 1998/1999 wurden durch spezielle Power- und Speed-
Tests ergänzt.
Ergebnisse:
Die Häufigkeit der Diagnosen von 2000/2001 und 1998/1999
war signifikant unterschiedlich. Eine Demenz wurde bei 51,1%
(2000/2001) gegenüber 19,5% (1998/1999) ausgeschlossen. Die
Gruppe der Demenzen unterschied sich signifikant für ND (29,9
vs. 47,9%) und MIXD (1,1 vs. 7,7%), nicht aber für VD (13,2 vs.
12,4%). Neben anderen, unabhängigen Modalitäten werden die
verbesserte Diagnostik von Atrophiemustern und vaskulären
Läsionen mit der Bildgebung resp. die sensitivere
Differenzierung von leichten kognitiven Störungen mit Speed-Test
als ursächlich für das veränderte Diagnosenspektrum
diskutiert.
Schlussfolgerungen:
Mit optimierten bildgebenden und neuropsychologischen
Methoden verändert sich das Diagnosespektrum einer
Gedächtnisambulanz. Die klinische Diagnose wird durch die
sensitivere erweiterte klinische Diagnostik verbessert. Die
differentialdiagnostische Zuordnung resp. der Ausschluss einer
Demenz bedeuten Kosteneinsparung durch frühe und
indikationsgerechte Medikation und Verzögerung der
institutionalisierten Pflege.