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Medizinrecht

, Volume 36, Issue 5, pp 309–312 | Cite as

Kein Anspruch der Erben auf Geldentschädigung wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung

BGB §§823 Abs. 1, 839, 1922 BGB; BDSG §7 S. 1; Richtlinie 95/46/EG Art. 2 lit. c, Art. 3 Abs. 1
  • BGH, Urt. v. 29.11.2016 – VI ZR 530/15 (OLG Düsseldorf)
RECHTSPRECHUNG

Zusammenfassung

1. Die Erbin einer gesetzlich krankenversicherten Patientin kann von der Krankenkasse keine immaterielle Entschädigung wegen einer Verletzung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts der Patientin durch die Verwendung eines schriftlichen, die Patientin betreffenden, unzureichend anonymisierten sozialmedizinischen Gutachtens mit personenbezogenen Daten in anderen sozialgerichtlichen Verfahren verlangen. Der Anspruch auf Geldentschädigung wegen Persönlichkeitsrechtsverletzung ist grundsätzlich nicht vererblich (Festhaltung Senatsurteil v. 29.4.2014, – VI ZR 246/12 –, BGHZ 201, 45 Rdnrn. 8ff.).

2. Insbesondere kann ein Anspruch auf immaterielle Entschädigung nicht auf §7 S. 1 BDSG gestützt werden. Auch bei richtlinienkonformer Auslegung gewährt §7 S. 1 BDSG für diesen Fall nicht-automatisierter Datenverarbeitung keinen Anspruch auf immaterielle Entschädigung. Ein solches (einzelnes) Gutachten ist keine Datei i.S.v. Art. 3 Abs. 1, Art. 2 Buchst. c der Richtlinie 95/46/EG des Europäischen Parlaments und des Rates v. 24.10.1995 – Datenschutzrichtlinie –, so dass der Anwendungsbereich der Richtlinie insoweit nicht eröffnet ist.

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  • BGH, Urt. v. 29.11.2016 – VI ZR 530/15 (OLG Düsseldorf)

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