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Medizinrecht

, Volume 35, Issue 11, pp 873–879 | Cite as

Haftung für Fehler des Durchgangsarztes I

GG Art. 34; BGB §839; SGB VII §34 Abs. 1, 3
  • BGH, Urt. v. 29.11.2016 – VI ZR 208/15 (OLG Frankfurt am Main)
RECHTSPRECHUNG

Zusammenfassung

1. Wegen des regelmäßig gegebenen inneren Zusammenhangs der Diagnosestellung und der sie vorbereitenden Maßnahmen mit der Entscheidung über die richtige Heilbehandlung sind jene Maßnahmen ebenfalls der öffentlich-rechtlichen Aufgabe des Durchgangsarztes zuzuordnen mit der Folge, dass die Unfallversicherungsträger für etwaige Fehler in diesem Bereich haften (Aufgabe der Rechtsprechung zur “doppelten Zielrichtung”, vgl. BGHZ 179, 115, Rdnr. 23; BGHZ 63, 265, 273f.).

2. Eine Erstversorgung durch den Durchgangsarzt ist ebenfalls der Ausübung eines öffentlichen Amtes zuzurechnen mit der Folge, dass die Unfallversicherungsträger für etwaige Fehler in diesem Bereich haften (Aufgabe BGHZ 63, 265).

3. Bei der Bestimmung der Passivlegitimation ist regelmäßig auf den Durchgangsarztbericht abzustellen, in dem der Durchgangsarzt selbst die “Art der Erstversorgung (durch den D-Arzt)” dokumentiert.

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Authors and Affiliations

  • BGH, Urt. v. 29.11.2016 – VI ZR 208/15 (OLG Frankfurt am Main)

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