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Der Pathologe

, Volume 40, Issue 1, pp 5–6 | Cite as

Gynäkopathologie

  • S. F. LaxEmail author
Einführung zum Thema
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Gynecological pathology

Der Schwerpunkt dieses Heftes ist der Gynäkopathologie gewidmet in Verbindung mit dem thematischen Schwerpunkt beim diesjährigen Symposium der Deutschen Abteilung der Internationalen Akademie für Pathologie (IAP). In Form einiger Übersichtsartikel wird versucht, praxisrelevante und aktuelle Themen genauer zu beleuchten. Ergänzt wird dieser thematische Schwerpunkt mit einem Bericht über die neuen S3-Leitlinien des Endometriumkarzinoms und einem Fallbericht.

Die Gynäkopathologie ist als integraler Bestandteil des Faches Pathologie einem dynamischen Entwicklungsprozess ausgesetzt, der in den letzten beiden Jahrzehnten speziell durch neue wissenschaftliche Erkenntnisse auf dem Gebiet der Immunhistochemie und Molekularpathologie geprägt war. Die Pathologie wurde von einem rein morphologischen Fach mit Schwerpunkten zu einem integrativen klinisch-diagnostischen Fach transformiert, in dem eine Synthese der Morphologie mit der Klinik und dem molekularen Bereich stattfindet. Eine moderne Gynäkopathologie als spezieller fachlicher Bereich der Pathologie erfordert ein gewisses Maß an Spezialisierung, aber insbesondere die Implementierung moderner Erkenntnisse und Technologien aus den übrigen Bereichen der Pathologie.

Gynäkopathologisches Einsendegut beschäftigt nahezu jede Pathologin und jeden Pathologen in der täglichen Praxis, abgesehen von Spezialisten in großen Zentren. Daher ist eine regelmäßige Aktualisierung des Wissens von großer Bedeutung. Durch die klinische Ausrichtung unseres Faches ist eine ausgeprägte Interdisziplinarität und Vernetzung mit unseren klinischen Partnern wie der Gynäkologie essenziell. Ein wesentliches Ziel dieses Schwerpunktes ist es, diagnostische Probleme aufzuzeigen und zu diskutieren. Einzelne Themenbereiche sollen nicht systematisch abgehandelt, sondern fokussiert und praxisnahe vermittelt werden. Dadurch soll Wissen auf integrative Weise und unter besonderer Berücksichtigung praktischer Aspekte vermittelt werden.

Die Basis für eine moderne, zeitgemäße Diagnostik in der Gynäkopathologie stellt eine aktualisierte gemeinsame Nomenklatur dar, wie sie von der WHO vorgeschlagen wird. Jede nomenklatorische und konzeptionelle Veränderung benötigt ein gewisses Maß an Zeit, um Allgemeingut zu werden. Dies dauert oft länger als die Entwicklung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem jeweiligen Fachgebiet. Die derzeitige WHO-Klassifikation ist mittlerweile auch bereits 5 Jahre alt, hat aber noch immer nicht alle Kollegen erreicht. Beispielsweise sind die diagnostischen Kriterien, die molekularen Veränderungen und die Einteilung von Uterussarkomen noch nicht allgemein bekannt. Daher wurde dieses Thema für eine der Übersichtsarbeiten ausgewählt. Nomenklaturen und Klassifikationen sind einem ständigen Wandel begriffen und unterliegen zum Teil auch „Modeerscheinungen“. Die nächste WHO-Klassifikation ist in Vorbereitung und wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2020 fertiggestellt werden. Wesentliche Neuerungen werden dabei im Bereich der Implementierung molekularpathologischer Erkenntnisse liegen.

Nicht nur die Inzidenz der gynäkologischen Neoplasien unterliegt einem starken Wandel, auch deren Therapie. Während die Inzidenz epithelialer Ovarialtumoren und des Endometriumkarzinom und seiner Vorläuferläsionen leicht rückläufig ist, gibt es bei der Inzidenz des Zervixkarzinoms, bedingt durch die Vorsorgeuntersuchungen, einen starken Rückgang, der sich in Folge einer effizienten Impfprophylaxe der HPV-Infektion rapide fortsetzen wird. Die Ergebnisse unserer Diagnostik beeinflussen nicht nur die Krebsstatistik, sondern in viel größerem Maße die Therapie der Patientinnen. Eine moderne Krebstherapie erfordert eine exakte Klassifikation und Kategorisierung von Tumoren und deren Vorstufen. Daher stehen die diagnostischen Probleme der epithelialen Ovarialtumoren und der Vorläuferläsionen des Endometrium- und des Zervixkarzinoms im Zentrum dieses thematischen Schwerpunktes. Ein thematischer Fokus im Pathologen kann sich aber nur auf wenige Themen beschränken und wird keineswegs Anspruch auf Vollständigkeit erheben können. Auch kann er Originalarbeiten bzw. Buchkapitel nicht ersetzen.

Ich hoffe, dass diese Beiträge Sie als Leserinnen und Leser unserer Zeitschrift ansprechen und ihre tägliche Tätigkeit am Mikroskop und im Tumorboard unterstützen. Mein großer Dank gilt insbesondere allen jenen Personen, die zum Gelingen des Schwerpunktheftes wesentliche Beiträge geleistet haben, allen voran den Autoren, den Reviewern und nicht zuletzt Frau Helena Weber und Frau Elisabeth Althaus vom Springer Verlag.

Prim. Univ.-Prof. Dr. S. F. Lax

Notes

Interessenkonflikt

S.F. Lax gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Klinische Pathologie und MolekularpathologieLKH Graz II, Standort West, Akademisches Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität GrazGrazÖsterreich

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