Von den 20 primär untersuchten tubulären Mammakarzinomen wiesen 16 Herde von FEA in unmittelbarer Tumornähe auf. In 4 dieser Präparate fanden sich daneben DCIS, 2 Fälle zeigten Herde eines LCIS. Von den übrigen 4 tubulären Karzinomen fanden sich in 2 begleitend hochdifferenzierte DCIS sowie einfache CCL ohne Atypien bzw. CCH ohne Atypien in jeweils einem Fall.
Das mediane Erkrankungsalter betrug 58 Jahre. Zwei Karzinome wiesen zum Zeitpunkt der Diagnose eine Größe von mehr als 2 cm auf, lediglich in einem Fall fanden sich axilläre Lymphknotenmetastasen. Sämtliche Karzinome zeigten eine kräftige Expression des Östrogen- und Progesteronrezeptors, eine Her2-Überexpression lag in keinem Tumor vor. Die klinisch-pathologischen Daten sind in Tab. 1 zusammengefasst, Abb. 1 a, b zeigt exemplarische Fälle.
Tab. 1 Klinisch-pathologische Eigenschaften der untersuchten tubulären Karzinome und Klonalitätsanalyse mit begleitenden FEA Die Sequenzanalyse der hochvariablen Region der mitochondrialen DNA (mtDNA) zeigte im Vergleich zu der untersuchten DNA aus normalen Drüsenläppchen in 15 Fällen Sequenzabweichungen. Lediglich in Fall 6 erbrachte die Klonalitätsanalyse aufgrund vollständig übereinstimmender Sequenzen in tubulärem Karzinom, FEA und normalem Drüsengewebe kein informatives Ergebnis. Die beobachtete Anzahl an Mutationen betrug zwischen 1 und 17 (Median: 5). Im Falle divergierender Mutationen wurde die Untersuchung als nicht klonal gewertet, bei übereinstimmenden Mutationen (Fälle 4, 7, 8, 9, 12, 14 und 15) als klonal. In einem dieser Fälle (Fall 12) wies das tubuläre Karzinom neben 2 mit der FEA übereinstimmende noch 2 zusätzliche Mutationen auf. In Fall 4 bestanden neben 6 übereinstimmenden Mutationen im tubulären Karzinom 3 weitere Sequenzaberrationen.
Somit ließ sich von den 15 informativen Fällen in 7 Paaren aus FEA und tubulären Karzinomen ein klonaler Zusammenhang (47%) nachweisen. Zusätzlich zeigten 2 weitere Fälle (Fall 10 und 11) eine hohe Sequenzhomologie mit 7 bzw. 9 übereinstimmenden Mutationen. Da jedoch die untersuchten FEA-Foci in Fall 10 drei und in Fall 11 fünf zusätzliche Mutationen im Vergleich zum tubulären Karzinom zeigten, kann in diesen Fällen kein eindeutiger klonaler Zusammenhang als gesichert gelten. Abb. 2 zeigt Beispiele der aus der phylogenetischen Cluster-Analyse erzeugten Dendrogramme, die Auswertung der Klonalitätsanalyse ist in Tab. 1 zusammengefasst.