Advertisement

Psychotherapeut

, Volume 63, Issue 4, pp 291–300 | Cite as

Psychosoziale Folgen der Digitalisierung

  • Wolfgang Schneider
Schwerpunkt: Digitalisierung in der Psychotherapie – Psychotherapie und Gesellschaft
  • 2k Downloads

Zusammenfassung

Im vorliegenden Beitrag werden die Auswirkungen und besonderen Herausforderungen der Digitalisierung der Arbeitswelt für die Individuen behandelt. Dabei wird ein Blick auf die Arbeitsorganisation und -abläufe gerichtet, und es werden die etwaigen Veränderungen der Organisationsformate und -kultur reflektiert. Es werden dann die Anforderungen an die Weiterbildung zur Qualifizierung gerade auch älterer Arbeitnehmer diskutiert sowie die geforderten Veränderungen auf der Ebene des Führungsverhaltens in Organisationen mit einem hohen Durchdringungsgrad an Digitalisierung. Mögliche Gefahren für die psychische Entwicklung der Mitarbeiter und auch deren Familien werden aufgedeckt. Diese ergeben sich aus der zunehmenden Verwischung von Freizeit und Arbeit, die mit dieser technologischen Entwicklung verbunden ist. Abschließend werden die Wertungen in Bezug auf die Digitalisierung der Arbeitsprozesse und der Alltage kritisch betrachtet.

Schlüsselwörter

Arbeitswelt Robotik Flexibilisierung Burn-out Prophylaxe 

Psychosocial ramifications of digitalization

Abstract

In this article the ramifications and special challenges of digitalization in the working environment on individuals are discussed. Special attention is paid to the work organization and workflow as well as reflections on possible alterations to the organizational format and culture. The requirements in further training for qualification particularly of older employees are then discussed as well as the necessary changes at the management level with a high degree of penetration in digitalization. Possible dangers for the mental development of employees and also their families are discussed, which arise from the increasing blurring of borders between leisure and work that is associated with this technological development. Finally, the valuations with respect to digitalization of the work processes and the routine are critically reflected and assessed.

Keywords

Workplace Robotics Flexibility Burnout Prophylaxis 

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

W. Schneider gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

Literatur

  1. American Psychiatric Association (2013) Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders DSM-V, Fifth. Aufl. American Psychiatric Association, Arlington, VACrossRefGoogle Scholar
  2. Boes A, Kämpf T, Langes B, Lühr T (2014) Informatisierung und neue Entwicklungstendenzen von Arbeit. Arb Ind Soz Stud 7(1):5–23Google Scholar
  3. Braungardt T, Vogel M, Schmiedeberg J, Schneider W (2013) Mobbing – Inflation eines Begriffes vs. traurige Realität. Psychotherapeut 58(3):257–268Google Scholar
  4. Bundesministerium für Bildung und Forschung (2015) „Arbeit in der digitalisierten Welt“ im Rahmen des FuE-Programms „Zukunft der Arbeit“ als Teil des Dachprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“Google Scholar
  5. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung (2015) Computerspiel und Internetsucht. http://www.drogenbeauftragte.de/themen/studien-und-publikationen/. Zugegriffen: 03.05.2017Google Scholar
  6. Ehrenberg A (2008) Das erschöpfte Selbst. Depression und Gesellschaft in der Gegenwart. Suhrkamp, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  7. Freudenberger H (1974) Staff burn-out. J Soc Issues 30:159–165CrossRefGoogle Scholar
  8. Han, B-C (2015) Psychopolitik, Neoliberalismus und die neuen Machttechniken. S. Fischer Wissenschaft, StuttgartGoogle Scholar
  9. Höttges T (2016) Der Unterschied zwischen Mensch und Computer wird in Kürze aufgehoben sein. Die Zeit 2016(01):45Google Scholar
  10. Institut der Deutschen Wirtschaft Köln (2014) Ein Drittel der Unternehmen ist auf Digitalisierung ausgerichtet. www.iwkoeln.de/studien/iw-studien Google Scholar
  11. Jugendstiftung Baden-Württemberg (2015) Jugendstudie Baden Württemberg. www.jugendstiftung.de/index.php?id=128. Zugegriffen: 27. OktoberGoogle Scholar
  12. Keupp H, Ahbe T, Gmür W et al (2006) Identitätskonstruktionen. Das Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne. Rowohlt, ReinbekGoogle Scholar
  13. Markowetz A (2015) Digitaler Burn-Out. Droemer, MünchenGoogle Scholar
  14. McEwen BS (2007) Physiology and neurobiology of stress and adaption: Central role of the brain. Physiol Rev 87:873–904CrossRefGoogle Scholar
  15. Picot A, Neuhäuser R (2013) Arbeit in der digitalen Welt. Zusammenfassung der Ergebnisse der AG1-Projektgruppe anlässlich des IT-Gipfel-Prozesses. http://www.muenchner-kreis.de/nc/veroeffentlichungen.html. Zugegriffen: 03.05.2017 (Münchner Kreis, Übernationale Vereinigung der Kommunikationsforschung)Google Scholar
  16. Rothlin P, Werder P (2007) Bore-Out – Warum Unterforderung im Job krank macht. Redline Wirschaft, HeidelbergGoogle Scholar
  17. Schneider W (2013) Medikalisierung sozialer Prozess. Psychotherapeut 58:219–236CrossRefGoogle Scholar
  18. Shellstudie (2015) www.shell.de/jugendstudie. Zugegriffen: 25.10.2015
  19. Spitzer M (2012) Digitale Demenz. Droemer, MünchenGoogle Scholar
  20. Ulich E (2005) Arbeitspsychologie, 6. Aufl. Schaeffer und Poeschel, StuttgartGoogle Scholar
  21. Verdi (2014) Arbeitswelt, Selbstbestimmung und Demokratie im digitalen ZeitalterGoogle Scholar
  22. Verdi (2015) Alles digital? Arbeit 4.0Google Scholar
  23. Weltgesundheitsorganisation (WHO) (1948) Constitution oft the World Health Organisation. http://www.euro.who.int/de/about-us/organization/who-worldwide. Zugegriffen: 03.05.2017Google Scholar
  24. Zimmermann KF (2015) soziale Marktwirtschaft in Zeiten der „digitalen Revolution“ Herausforderungen und Potenziale der digitalen Arbeitswelt. Vortrag auf der Tagung des IZA und der Ludwig-Erhard-Stiftung am 4. Februar 2015 in Berlin. http://www.ludwig-erhard-stiftung.de/termin/berliner-ludwig-erhard-symposion/. Zugegriffen: 17. Jan. 2016Google Scholar
  25. Zuckerberg M (2015) Facebook: Die bedenklichen Visionen des Mark Zuckerberg. www.spiegel.de; (Erstellt: 01. Juli 2015). Zugegriffen: 02. Nov. 2015Google Scholar

Copyright information

© Springer Medizin Verlag Berlin 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische MedizinUniversität RostockRostockDeutschland

Personalised recommendations