Rechtsmedizin

, Volume 24, Issue 5, pp 405–411 | Cite as

Forensisch-medizinische Untersuchung von Gewaltopfern

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin 2014
  • S. Banaschak
  • K. Gerlach
  • D. Seifert
  • B. Bockholdt
  • H. Graß
Empfehlungen

Medico-legal examination of victims of violence

Recommendations of the German Society of Forensic Medicine 2014

Inhaltsverzeichnis

1 Zielsetzung der Empfehlung

2 Grundlagen einer Untersuchung

3 Untersuchungsablauf

3.1 Anamneseerhebung

3.2 Proben für molekularbiologische Untersuchungen

3.3 Körperliche Untersuchung

3.4 Fotografische Dokumentation

3.5 Proben für toxikologische Untersuchungen

3.6 Lagerung der Asservate

3.7 Behandlung und Weiterbetreuung

4 Untersuchung Erwachsener bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt

4.1 Untersuchungsablauf

4.2 Proben für molekularbiologische Untersuchungen

4.3 Anogenitale Inspektion

4.4 Fotografische Dokumentation

4.5 Sexuell übertragbare Erkrankungen, Postexpositionsprophylaxe (bei HIV) und Schwangerschaftsverhütung

Literaturauswahl

1 Zielsetzung der Empfehlung

Die Durchführung forensisch-medizinischer Untersuchungen nach körperlicher Gewalteinwirkung stellt ein wesentliches Element der Ereignisrekonstruktion dar, welches derzeit im deutschsprachigen Raum zunehmend genutzt wird und eine wesentliche Aufgabe der Rechtsmedizin ist.

In der Rechtsmedizin zeigen diese Untersuchungen eine steigende Tendenz, wie sich an der Einrichtung forensisch-medizinischer Ambulanzen oder rechtsmedizinischer Ambulanzen und den Untersuchungszahlen der einzelnen Institute erkennen lässt. Dabei handelt es sich grundsätzlich um eine kostenpflichtige ärztliche Begutachtung. Die Finanzierung der Untersuchungen ist unterschiedlich geregelt.

Die Beurteilung von Verletzungen bei Lebenden, insbesondere in Fällen von Kindesmisshandlung und Sexualdelikten, sowie die Asservierung, Auswertung und Beurteilung von Spuren sind wesentliche Inhalte der Weiterbildung zum Facharzt für Rechtsmedizin. Vor diesem Hintergrund ist es ein Anliegen sowie eine Pflicht der Rechtsmedizin, eine Standardisierung der Untersuchung anzustreben. Die Einhaltung des Facharztstandards [23] ist sicherzustellen. Dazu gehört z. B. die Supervision der Weiterbildungsassistenten einschließlich der Befundinterpretation auf fachärztlichem Niveau unter Abbildung dieses Standards in der Gestaltung der Niederschrift zum Befund bzw. zum Gutachten.

Der vorliegende Text beinhaltet Empfehlungen aus forensischer Sicht für die Anamneseerhebung, eine körperliche Untersuchung, die Asservierung von Spuren sowie für die Befunddokumentation von erwachsenen Personen, die Gewalt erfahren haben. Nach sexualisierter Gewalt sind besondere Aspekte zu berücksichtigen. Diese werden daher als Sonderpunkte in der vorliegenden Empfehlung behandelt. Die Besonderheiten bei Untersuchungen von Kindern werden in einer eigenen Empfehlung beschrieben [4].

Die klinisch-therapeutischen Maßnahmen gehören in die Hand der behandelnden Ärzte.

Aus rechtsmedizinischer Sicht ist zu betonen, dass der Grundsatz der Gleichbehandlung und Rechtssicherheit für alle Personen nach Gewalterfahrung gelten muss, unabhängig davon, ob vor oder nach einer medizinischen Untersuchung eine polizeiliche Strafanzeige erstattet wurde oder nicht. Daher ist für alle diese Untersuchungen ein gleicher medizinischer sowie gerichtsverwertbarer Standard zu fordern.

Die Empfehlung bezieht sich ausschließlich auf die forensisch-medizinische körperliche Untersuchung bzw. Inspektion und nicht auf die psychologische/psychiatrische Exploration und Beratung. Dieser Aspekt ist für die weitere Betreuung der Betroffenen allerdings nicht weniger relevant und wird von entsprechenden Fachstellen (z. B. Opferhilfestellen, Traumaambulanzen, psychiatrischen/psychotherapeutischen Fachpersonen) angeboten.

Die Empfehlungen wurden in der Arbeitsgemeinschaft „Klinische Rechtsmedizin“ unter Federführung von Frau PD Dr. H. Graß im Umlaufverfahren erarbeitet bzw. ergänzt. Mit Beschluss des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin vom 29.01.2010 und nachfolgend der Arbeitsgruppe vom 27.02.2010 sind die Empfehlungen verabschiedet worden.

Die nunmehr vorliegende Überarbeitung erfolgte in gleicher Weise. Auf der Basis eines Beschlusses des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin vom 17.03.2014 und nachfolgend der Arbeitsgruppe im Umlaufverfahren wurde die überarbeitete Fassung am 09.04.2014 verabschiedet.

2 Grundlagen einer Untersuchung

  • Jede Person, die körperliche Gewalt erfahren hat, ist aus Gründen der Verletzungsbegutachtung nach Bekanntwerden des Vorfalles und damit des Untersuchungsbedarfes so zeitnah wie möglich zu untersuchen. Die notfallmäßige medizinische Versorgung wird sich dabei in der Regel auf die Verletzungsbehandlung beziehen. Die forensisch-medizinische Untersuchung erfolgt in Abstimmung mit den behandelnden Ärzten oder mit der Kriminalpolizei bzw. mit der betroffenen Person. Eine besondere „Eiluntersuchung“ ist aus forensischen Gründen vorstellbar, z. B. bei Verdacht auf flüchtige Befunde bei Gewalt gegen den Hals oder nach Sexualdelikten (Spurensicherung, einschließlich toxikologischer Asservate).

  • Bei der Untersuchung haben die Gesundheit und das Wohlergehen der zu untersuchenden Person hohe Priorität. Ein einfühlsamer und respektvoller Umgang mit den Betroffenen, bei dem zugleich auf die Wahrung der notwendigen Distanz geachtet wird, kann außerdem den Heilungs- und Verarbeitungsprozess positiv beeinflussen.

  • Eine vollständige körperliche Untersuchung unter Berücksichtigung der forensischen Aspekte wie Befunddokumentation und Spurenasservierung sollte in jedem Fall, auch unabhängig von einer Strafanzeige, ermöglicht werden. Eine Ablehnung durch den Betroffenen ist zu dokumentieren.

  • Alle Untersuchungsgänge müssen den Betroffenen vorab erklärt werden. Es sollte genügend Zeit zur Verfügung stehen, dass sich die Person auf die Situation einstellen kann.

  • Neben der jeweils gegebenen Rechtsgrundlage für die Untersuchung soll in den medizinischen Unterlagen dokumentiert werden, ob die zu untersuchende Person dem dargelegten Untersuchungsgang und den Dokumentationsmaßnahmen umfänglich oder einschränkend zustimmt. Zusätzlich ist darauf zu achten, dass auch weitere Informationen und Empfehlungen, z. B. zu Behandlungsmaßnahmen, sorgfältig dokumentiert werden.

  • Die Untersuchung ist durch rechtsmedizinisch qualifizierte Ärztinnen und Ärzte gemäß dem gebotenen Facharztstandard durchzuführen.

  • Ein nachgelagerter Zugriff allein auf klinische Behandlungsunterlagen kann erfahrungsgemäß Probleme aufwerfen, da die klinische Befunddokumentation anderen Ausrichtungen (diagnostisch-therapeutischer Auftrag) unterliegt und daher häufig nicht alle im Einzelfall rechtlich relevanten Aspekte erfasst.

  • Das Einverständnis der zu untersuchenden Person bzw. des gesetzlichen Vertreters und die Kooperation des Betroffenen sind Grundlagen für jede Untersuchung. Die gesetzlich zulässige Erzwingung einer Untersuchung (§ 81c StPO) wird bei einem Gewaltopfer in der Praxis nur sehr selten erfolgen. Basis für die Einverständniserklärung sind die Urteilsfähigkeit des Betroffenen und eine umfassende Aufklärung über die zu erfolgende Untersuchung. Wenn nötig, muss die Kommunikation über den Einsatz eines Dolmetschers erfolgen.

  • Die betroffene Person ist darüber aufzuklären, dass zwischen ihr und dem rechtsmedizinischen Untersucher kein Arzt-Patient-Verhältnis begründet wird, sondern ein Gutachter-Proband-Verhältnis mit entsprechenden Rechtsfolgen im Hinblick auf Schweigepflicht und Haftung.

Erfolgt die Untersuchung im Auftrag der Ermittlungsbehörde, so hat das Opfer eine Mitwirkungspflicht (§ 81c–e StGB), die jedoch Einschränkungen unterliegt. Über die damit einhergehende Informationspflicht gegenüber der beauftragenden Ermittlungsbehörde ist vor der Untersuchung aufzuklären.

Liegt zum Untersuchungszeitpunkt kein Auftrag der Ermittlungsbehörde vor, so kann die zu untersuchende Person zu einem späteren Zeitpunkt eine Entbindung von der Schweigepflicht gegenüber den beteiligten Ärzten aussprechen, um die ärztlichen Unterlagen und Asservate in ein Ermittlungsverfahren einbringen zu können.

Wenn die Urteilsfähigkeit der betroffenen Person infrage gestellt ist und dringende Indikationen für eine Untersuchung vorliegen, sollte diese nur nach Rücksprache mit dem entsprechenden Auftraggeber (z. B. dem Vertreter der Ermittlungsbehörde) oder auch klinischen Kollegen (z. B. bei einem Konsilauftrag) erfolgen.

Eine Meldung gegen den Willen eines Betroffenen an die Polizei oder Staatsanwaltschaft ist eine einschneidende Maßnahme in die Persönlichkeitsrechte und muss deshalb wohlüberlegt und gut begründet sein. Grund für eine solche Meldung könnte z. B. eine akute, ernsthafte Gefährdung der Person sein, die diese in ihrer Bewusstseinslage so beeinflusst, dass eine freie Willensäußerung nicht möglich ist und der Arzt den mutmaßlichen Willen der Person ergründen muss. Hier kann dann im Einzelfall zu entscheiden sein, dass eine Klärung im Sinne der Patienten nicht ohne polizeiliche Intervention möglich wäre.

Auch kann u. U. eine ärztliche Meldung in einem öffentlichen Interesse begründet sein, dann nämlich, wenn z. B. der Verdacht auf eine Serientäterschaft besteht. In vergleichbarer Weise kann auch die Gefährdung Dritter, z. B. von Kindern, eine Offenbarung u. U. begründen. Die betroffene Person ist im Regelfall auf die beabsichtigte Brechung der Schweigepflicht hinzuweisen, und die Offenbarung muss das einzige Mittel sein, um eine definierte, drohende Gefährdung abzuwenden. Eine sehr sorgfältige Entscheidungsprüfung und -dokumentation müssen einer solchen Offenbarung immer vorausgehen.

Die rechtliche Grundlage einer solchen Brechung der Schweigepflicht ist in § 34 StGB ausgeführt (rechtfertigender Notstand).

Bei nichteinwilligungsfähigen Verletzten tritt auch bei gutachterlicher Tätigkeit die ärztliche Garantenstellung hinzu. Dies bedeutet, dass der Arzt für das Wohlergehen (körperliche und seelische Unversehrtheit des Patienten) Sorge zu tragen hat und ihn insoweit Sorgfalts- und Hinweispflichten treffen.

Werden zur Befundbewertung nach Entbindung von der Schweigepflicht weitere Unterlagen, z. B. ärztliche Untersuchungsberichte mitberücksichtigt, so sind diese, wie im Gutachtenwesen notwendig, entsprechend mitaufzuführen und in die Beurteilung im Rahmen einer gutachterlichen Stellungnahme einzubeziehen.

3 Untersuchungsablauf

3.1 Anamneseerhebung

Die Vernehmung eines Betroffenen im Sinne einer strafrechtlich relevanten Ermittlungsarbeit, insbesondere zu vertiefenden Details des Geschehens, ist Aufgabe der Polizei und erfolgt im Rahmen einer polizeilichen Anzeige durch dortiges Fachpersonal unter den besonderen Aspekten der ermittlungsbehördlichen Fragestellungen.

Eine orientierende Kenntnis über den Ereignishergang ist aber auch für die sachdienliche medizinisch ausgerichtete Untersuchung wichtig. Für die Beurteilung von Verletzungen sowie für die Gestaltung einer möglichen Spurensicherung sind Kenntnisse über das Geschehen wesentliche Bedingungen.

Es muss dabei u. U. bedacht werden, dass die betroffene Person der Polizei gegenüber aus Scham gewisse Details zum Tatablauf verschwiegen haben könnte und für die rechtsmedizinische Untersuchung wichtige Aspekte bei der polizeilichen Befragung nicht angesprochen wurden. Der Hergang sollte deshalb zur Sicherheit noch einmal kurz erfragt werden. Suggestive Fragen sind strikt zu vermeiden. Die Angaben der Person sollten wortgetreu (z. B. in wörtlicher Rede) festgehalten werden, wenn möglich unter Erwähnung der vorangegangenen Frage. Die zu untersuchende Person kann nicht zu Aussagen verpflichtet werden; darauf ist im einleitenden ärztlichen Aufklärungsgespräch hinzuweisen.

Der genaue Inhalt der Anamnese ist beispielhaften Untersuchungsprotokollen zu entnehmen, wie sie u. a. über viele Ärztekammern angeboten werden. Auch verschiedene rechtsmedizinische Institute bieten Informationen und Unterlagen an.1

In den Untersuchungsprotokollen ist auch das detaillierte Vorgehen bei der Spurensicherung und Dokumentation in der Regel festgehalten.

3.2 Proben für molekularbiologische Untersuchungen (Spurensicherung)

Da die Spurensicherung – z. B. Kleidung betreffend – den Ablauf der Untersuchung bestimmt und der eigentlichen körperlichen Untersuchung zur Vermeidung von Spurenverlusten voranzustellen ist, wird dieser Aspekt hier zuerst dargestellt, bevor auf die weiteren Untersuchungsschritte eingegangen wird.

Die Sicherung von Spuren erfolgt gemäß Untersuchungsprotokoll und nach den üblichen forensischen Prinzipien. Das Ausmaß der Spurensicherung richtet sich nach den besonderen Gegebenheiten des Falls.

Kleidungsstücke müssen in Papiersäcken getrennt asserviert werden. Alle Asservate sind sorgfältig zu beschriften und sachgerecht zu lagern.

Die Sicherung von biologischen Spuren zur forensisch-molekularbiologischen Untersuchung am Körper erfolgt mittels Wattetupfern nach dem Prinzip „feucht mit trocken“ und „trocken mit feucht“. Idealerweise sollen mindestens 2 Abstriche von jeder Lokalisation gewonnen werden. Die verwendeten Tupfer sollen steril und müssen kontaminationsfrei sein, um eine aussagekräftige Untersuchung zu gewährleisten. Bei der Entnahme sind ebenfalls Kontaminationsmöglichkeiten zu vermeiden (Handschuhe, u. U. auch Mundschutz).

Zur Befeuchtung der Wattetupfer kann sterile Kochsalzlösung – aber auch frisch aus der Leitung entnommenes Trinkwasser – verwendet werden.

Die Asservierung von biologischen Spuren am Körper (z. B. Speichel- oder Spermaanhaftungen auf der Haut) soll gezielt und nur dort erfolgen, wo entweder Sekretspuren erkennbar sind oder deren Existenz aufgrund der Opferangaben zu vermuten sind. Auf ein großflächiges Abreiben der Haut mit Asservatentupfern ist zu verzichten, da dabei vor allem die DNA der untersuchten Person erfasst wird. Die Wattestäbchen sind in einem geeigneten Transportbehälter aufzubewahren, der eine Trocknung der Asservate gewährleistet. Bei der Verwendung von Plastikbehältnissen ohne Trocknungsgranulat müssen die Proben unbedingt (!) vor dem Verschließen kontaminationsfrei getrocknet werden.

Die Verwendung von selbsttrocknenden DNA-Tupfern ist inzwischen als Standardverfahren zu empfehlen, insbesondere wenn die sachgerechte Trocknung und weitere Lagerung sonst nicht gewährleistet werden kann. Zusammenstellungen von Spurensicherungsmaterial (so genannten Spurensicherungssets) werden zunehmend auf dem Markt angeboten.

3.3 Körperliche Untersuchung

Grundsätzlich sollte die verletzte Person entscheiden können, ob sie lieber von einem Mann oder einer Frau untersucht werden möchte. Aus organisatorischen Gründen kann diesem Wunsch nicht immer entsprochen werden, darüber ist dann zu informieren. Die Untersuchung von weiblichen Betroffenen wird regelhaft im Beisein einer weiblichen Drittperson durchgeführt, vor allem wenn die untersuchende Person männlich ist. Bei der Untersuchung von Männern sollte mit dem zu Untersuchenden abgesprochen werden, ob er eine männliche oder weibliche Drittperson wünscht, sofern eine solche Option besteht.

Falls die untersuchte Person die bei dem Geschehen getragene Kleidung noch trägt oder bei sich hat, sollte diese in Papiertüten asserviert werden, ggf. muss für Ersatzkleidung gesorgt werden.

Um dem Schamgefühl Rechnung zu tragen, sollte auf eine vollständige Entkleidung der untersuchten Person verzichtet werden. Es hat sich bewährt, den Oberkörper zuerst zu untersuchen und dann wieder zu bekleiden, bevor die Untersuchung des Unterkörpers erfolgt.

Die genauen Inhalte der körperlichen Untersuchung sind im Untersuchungsprotokoll festzuhalten; auch das Fehlen von Verletzungen ist zu dokumentieren. In jedem Fall soll eine Ganzkörperuntersuchung (von Kopf bis Fuß) mit Einbezug auch der nicht unmittelbar einsehbaren Körperregionen (behaarter Kopfabschnitt, Mundhöhle, Bindehäute, Gehörgänge, Haut hinter den Ohren) erfolgen. Es sind sämtliche frischen oder älteren Verletzungen (auch Narben) zu dokumentieren; hierbei sind auch so genannte Bagatellbefunde zu beachten.

Besonders zu beachten sind Verletzungen im Halsbereich (Verdacht auf komprimierende Gewalt gegen den Hals) und Bisswunden. Weiterhin ist auf Petechien im Gesicht, insbesondere den Augenbindehäuten, zu achten. Bei abklärungs- und/oder behandlungsbedürftigen Befunden sind ergänzende fachärztliche Untersuchungen zu empfehlen und ggf. zu vermitteln (z. B. Augenheilkunde, Neurologie, HNO).

Bezüglich der gynäkologischen Inspektion von Frauen/Genitaluntersuchung bei Männern wird auf den jeweils entsprechenden Abschnitt verwiesen.

Liegen keine Hinweise auf einen sexualisierten Übergriff vor, kann im Einzelfall auf eine anogenitale Inspektion verzichtet werden.

3.4 Fotografische Dokumentation

Verletzungen am Körper sind in der Übersicht und im Detail sowie mit Maßstab – wenn möglich digital – fotografisch zu dokumentieren und in geeigneter Form elektronisch zu sichern [28].

Eine wichtige Ergänzung der Dokumentation mittels Fotos stellt die Nutzung von Körperschemata zum Einzeichnen erhobener Befunde dar. Entsprechende Vorlagen finden sich z. B. in den unter 3.2 erwähnten Spurensicherungssets oder Dokumentationsanleitungen.

3.5 Proben für toxikologische Untersuchungen

Grundsätzlich empfiehlt sich die Sicherung einer Blut- und Urinprobe zum Nachweis bzw. Ausschluss einer zeitnahen Betäubungsmittel-, Medikamenten- oder Alkoholaufnahme. Eine Haarprobe kann bei Bedarf – frühestens 4 Wochen nach der angegebenen Aufnahme – zusätzlich gesichert werden.

Falls die betroffene Person eine unerklärte Bewusstlosigkeit oder Gedächtnislücken schildert, muss an die Möglichkeit einer unwissentlichen Verabreichung einer „rape drug“ gedacht und eine entsprechende Sicherung von Untersuchungsmaterial vorgenommen werden. Die erforderliche Asservierung sollte mit dem untersuchenden Labor grundsätzlich geregelt sein; dies gilt insbesondere bei Verdacht auf eine Aufnahme nichtgängiger Betäubungsmittel oder Medikamente.

Es ist darauf zu achten, dass die zu untersuchende Person über den Sinn und Zweck der Probennahme aufgeklärt wird und ein Einverständnis dazu im Befundbericht dokumentiert wird. Dies gilt nicht bei angeordneten Probenentnahmen. In diesem Kontext ist auch darauf hinzuweisen und entsprechend zu dokumentieren, ob, und wenn ja, durch wen und zu welchem Zweck eine Analyse der Proben erfolgen wird.

γ-Hydroxybutyrat (GHB) bzw. γ-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol werden sehr schnell, d. h. innerhalb weniger Stunden, abgebaut, und eine Probennahme sollte deshalb so zeitnah wie möglich erfolgen. Idealerweise sind bei Verdacht auf eine GHB-Beibringung unmittelbar eine Serumprobe und auch eine Urinprobe zu sichern und einzufrieren. Weitere Besonderheiten bei der Asservierung betreffen z. B. den Verdacht auf Kokaineinnahme (Blutentnahme in ein Probenröhrchen mit Natrium- oder Kaliumfluoridzusatz). Eine fachliche Beratung durch einen forensischen Toxikologen kann hilfreich sein.

Die sofortige Asservierung von Haarproben kann im Einzelfall erforderlich sein (z. B. bei Fragen einer chronischen Substanzeinnahme oder -beibringung). Die hierzu geltenden Entnahmevorgaben, wie Markierung der haarwurzelnahen Anteile, sind zu beachten.

3.6 Lagerung der Asservate

Die Asservate sind ab dem Zeitpunkt der Sicherstellung so zu lagern, dass eine spätere sachdienliche Untersuchung gewährleistet ist. Zudem dürfen zu den Proben bzw. zum Lagerungsort nur berechtigte Personen Zugang haben. Werden Asservate in einem rechtsmedizinischen Institut gelagert, unterliegt die Lagerungsfrist den jeweiligen gesetzlichen Vorgaben bzw. Vereinbarungen, die sich aus dem Kontext der Sicherstellung ergeben (z. B. polizeilicher oder privater Auftrag, dies auch im Zusammenhang mit regionalen Modellen zur anonymen oder vertraulichen Spurensicherung). Insbesondere bei einer Untersuchung ohne Auftrag vonseiten der Ermittlungsbehörden ist der betroffenen Person über die Lagerungsfrist der gesicherten Materialien Auskunft zu erteilen.

3.7 Behandlung und Weiterbetreuung

Die Behandlung von Verletzungen ist eine klinische Aufgabe. Falls die Untersuchung nicht im Rahmen einer ärztlichen Behandlung durchgeführt wird, ist bei Bedarf dafür zu sorgen, dass die untersuchte Person über die Notwendigkeit einer weiteren diagnostischen Abklärung und/oder Behandlung aufgeklärt wird. Die Aufklärung ist zu dokumentieren. Auf Wunsch sollte eine entsprechende Vorstellung zur Weiterbehandlung und Nachbetreuung konkret vermittelt werden.

Für eine psychosoziale Betreuung soll die geschädigte Person an eine geeignete Institution – idealerweise konkret – weiterverwiesen werden und entsprechendes Informationsmaterial ausgehändigt bekommen.

4 Untersuchung Erwachsener bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt

Die meisten Opfer sexualisierter Gewalt sind weiblich. Bezüglich des Anzeigeverhaltens bzw. der Offenbarung gegenüber behandelnden Ärzten ist von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Aber auch Männer werden Opfer sexualisierter Gewalt, stellen sich jedoch erfahrungsgemäß noch seltener zu einer medizinischen Untersuchung vor. Auch wenn die Empfehlungen grundsätzlich für die Untersuchung von weiblichen Opfern erstellt wurden, können sie für die Untersuchung von Männern im Wesentlichen übernommen werden. Auf die Besonderheiten bei der Untersuchung von männlichen Opfern wird im Folgenden eingegangen.

Die folgenden Ausführungen zum Untersuchungsablauf nach sexualisierter Gewalt bezüglich eines erwachsenen Opfers basieren im Wesentlichen auf den Richtlinien der WHO [13] und auf der aktuellen Literatur zu diesem Thema (s. “Literaturauswahl“).

4.1 Untersuchungsablauf

  • Eine möglichst zeitnahe ärztliche (rechtsmedizinische und – bei weiblichen Betroffenen – gynäkologische) Untersuchung nach sexueller Gewalt ist anzustreben. Idealerweise sollte eine solche Untersuchung gemeinsam von rechtsmedizinischen und gynäkologischen Fachkollegen durchgeführt werden. So bleibt der betroffenen Person die wiederholte Vorstellung und Untersuchung erspart, und die gebündelte Expertise der beiden Fachgebiete kann unmittelbar in die optimale Untersuchungsgestaltung, Befunddokumentation und Spurensicherung einfließen. Bei einem längeren Zeitfenster zwischen Ereignis und Untersuchung (> 4 bis zu 7 Tagen) ist die Sicherung von Spurenmaterial nur noch eingeschränkt sinnvoll, z. B. mittels eines Zervikalkanalabstriches im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung. Eine umfängliche körperliche Untersuchung und Beratung über zusätzliche Maßnahmen sollte in jedem Fall erfolgen.

  • Bei der Untersuchung von männlichen Personen sollte die Untersuchung durch rechtsmedizinisch qualifizierte Ärzte, erforderlichen falls in Kooperation mit einem Arzt aus den Fachdisziplinen Urologie, Proktologie, Dermatologie oder Notfallmedizin erfolgen.

  • Zur Vereinfachung der Untersuchungsabläufe und Spurensicherungsmaßnahmen hat sich die Nutzung von Untersuchungs- und Spurensicherungssets bewährt; hier kann jede Institution ihre eigenen Materialien zusammengestellt vorhalten oder kommerzielle Sets nutzen. In der Praxis haben sich vor allem standardisierte Dokumentationsbogen und die darin ausgewiesenen Spurensicherungsmaßnahmen in der angegebenen Reihenfolge und Art der Durchführung bewährt (z. B. Untersuchungsbogen unter http://www.frauennotruf-frankfurt.de/“ärztliche Dokumentation“).

4.2 Proben für molekularbiologische Untersuchungen

  • In Ergänzung zu den allgemeinen Ausführungen (s. Abschn. „3.2 Proben für molekularbiologische Untersuchungen“) ist zu berücksichtigen, dass u. U. auch die Entnahme eines Abstriches der Wangenschleimhaut (WSA) zur Sicherstellung des DNA-Profils der untersuchten Person notwendig ist und dies bei der Angabe von Oralverkehr die Spurenauswertung beeinflusst. In solchen Fällen ist alternativ auch an eine für forensische Zwecke gesicherte Blutprobe für die Identifikation zu denken. Die Feststellung des DNA-Profils des Opfers kann aber auch zu einem späteren Zeitpunkt vorgenommen werden.

  • Bei unklarem Hergang oder Erinnerungslücken sollten auch Abstriche der Brüste erfolgen. Das Entnehmen von Abstrichen des Anus und Rektums, des äußeren Genitales und aus dem tiefen Scheidengewölbe sollte routinemäßig erfolgen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass keine Spuren von vaginal nach anal und umgekehrt verschleppt werden. Abstriche aus dem Zervikalkanal können bei Bedarf im Rahmen einer gynäkologischen Untersuchung gesichert werden.

  • Weitere Asservate, z. B. von Körperstellen, an denen geküsst, geleckt oder gebissen worden sei, sollen gezielt und bei Bedarf gesichert werden.

  • Sicherungen klinisch relevanter Proben (Abstriche auf Chlamydien, Bakterien – speziell Gonorrhö, HPV, Ureaplasma urealyticum) sind auch forensisch bedeutsam. Dabei ist auf die richtige Entnahmetechnik und das geeignete Medium zu achten. Optimalerweise sollte zu diesem Aspekt eine rechtsmedizinisch-gynäkologische bzw. mikrobiologische Kooperation erfolgen.

4.3 Anogenitale Inspektion im Rahmen einer rechtsmedizinischen Untersuchung

  • Eine anogenitale Inspektion kann bei Bedarf im Rahmen einer rechtsmedizinischen Inaugenscheinnahme erfolgen; hierbei können auch Abstriche vom Genital- und Analbereich genommen werden. Die Inspektion des äußeren Genitales sollte – wenn in Kooperation mit der Gynäkologie untersucht wird – vor Einführen des Spekulums erfolgen, da dies kleinste Verletzungen zur Folge haben kann. Bei kurz zurückliegenden Ereignissen sollte die Frau aus Gründen der Abstrichentnahme erst nach der Untersuchung die Harnblase leeren.

  • Bei Bedarf erfolgt eine fachgynäkologische Untersuchung durch einen Frauenarzt.

  • Da die untersuchte Person den Untersuchungsgang im Anogenitalbereich nicht verfolgen kann, ist sie vor jedem Untersuchungsschritt (Berührung, Einsatz von Instrumenten oder Asservatetupfern) zu informieren.

  • Zusatzuntersuchungen wie eine kolposkopische Untersuchung oder die Färbung von Schleimhautstrukturen mit Toluidinblau zur Darstellung von kleinsten Verletzungen liegen im Ermessen des Untersuchers, wobei berücksichtigt werden muss, dass auf diese Weise dokumentierte Verletzungen keinesfalls überinterpretiert werden dürfen [16].

  • Für die Durchführung von anogenitalen Untersuchungen beim Mann gelten die gleichen Grundsätze (vorherige Aufklärung und Erklärung von jedem Untersuchungsschritt, Spurensicherung mittels geeigneten Wattetupfern usw.). Hier ist auf Verletzungen am Penis (z. B. Bisswunden), Quetschungen der Hoden oder anale Veränderungen zu achten und ggf. entsprechende fachärztliche Kompetenz beizuziehen.

  • Der Anus kann in Seitenlage mit angezogenen Beinen am besten inspiziert werden. Der Sphinkter-Tonus kann mitüberprüft werden; generell wird diese Untersuchung nicht mehr empfohlen. Die spurenkundlichen Abstriche erfolgen nach dem Ermessen des Untersuchers.

  • Bei Verdacht auf eine Verletzung des Rektums oder der Analöffnung sollte eine proktologische Untersuchung erfolgen. Bei mit bloßem Auge nicht sicher zu identifizierenden Verletzungen kann u. U. eine Toluidinblaufärbung von Schleimhautstrukturen angewendet werden, wobei auch hier die so erhobenen Befunde kritisch zu würdigen sind.

4.4 Fotografische Dokumentation

  • Besonders das Fotografieren des Anogenitalbereiches wird vom Opfer oft als beschämend empfunden. Hier wird die Anfertigung von aussagekräftigen Detailaufnahmen empfohlen, die nur besonders geschützt den Unterlagen beizulegen sind, z. B. als Datenträger oder als Ausdrucke in einem verschlossenen Umschlag. Idealerweise verbleiben sämtliche Fotos zunächst bei der Untersuchungsstelle und werden erst auf Verlangen, z. B. im Rahmen einer Gutachterstattung vor Gericht, zugänglich gemacht.

4.5 Sexuell übertragbare Erkrankungen, Postexpositionsprophylaxe (bei HIV) und Schwangerschaftsverhütung

  • Eine Blutentnahme kann aus klinischer Sicht z. B. zur Abklärung von Infektionskrankheiten oder zur Sicherstellung einer „Null-Probe“ notwendig sein. Der Proband sollte hierauf hingewiesen werden und bei Bedarf an eine entsprechende Einrichtung vermittelt werden, wenn die Untersuchungen nicht selbst durchgeführt werden. In der Regel sollten nach Absprache mit der zu untersuchenden Person folgende Infektionen serologisch abgeklärt werden: HIV, Hepatitis B und C, Lues und evtl. Chlamydien sowie Gonorrhö. Entstehen hierbei für die betroffene Person Kosten, so ist von der untersuchenden Institution darüber im Vorfeld aufzuklären und ein Einverständnis für die Untersuchung zu dokumentieren (Stichwort: rechtswirksamer Behandlungsvertrag).

  • Im Rahmen einer diesbezüglichen Beratung ist auf die Möglichkeit einer Hepatitis-B-Impfung (aktiv und passiv) hinzuweisen. Daneben ist auch auf die u. U. gebotene Notwendigkeit einer so genannten Postexpositionsprophylaxe (PEP) ausdrücklich hinzuweisen; ggf. sind die notwendigen Schritte konkret mit der betroffenen Person zu erörtern bzw. zu veranlassen, dies auch mit Blick auf definierte Zeitfenster für den Beginn einer solchen PEP. (Stichwort: Risikoabschätzung, je höher ein Infektionsrisiko eingeschätzt wird, desto eher ist an die Einleitung einer PEP mit den dafür verfügbaren Medikamenten zu denken; die individuellen Risiken durch die Arzneimitteleinnahme sind zu würdigen.) In der Regel wird hier auch auf die fachgynäkologische bzw. fachärztliche Mitbetreuung der Betroffenen zurückzugreifen sein, um neben dem Risikoprofil für eine mögliche Ansteckung das Nebenwirkungsprofil individuell zu erörtern. Mögliche Kosten sind auch in diesem Kontext anzusprechen.

  • Auch die Frage eines ungeschützten Geschlechtsverkehrs mit der Notwendigkeit einer postkoitalen Maßnahme zur Vermeidung einer Schwangerschaft ist zu erörtern, und bei Bedarf – unter Beachtung der gebotenen Aufklärung über Wirkung und Nebenwirkungen – ist eine geeignete Maßnahme (z. B. „Pille danach“) zugänglich zu machen bzw. zu veranlassen (ebenfalls unter Beachtung notwendiger Informationen zu möglichen Kosten).

Fußnoten

  1. 1.

    Zum Beispiel unter http://www.uniklinik-duesseldorf.de/unternehmen/institute/institut-fuer-rechtsmedizin/.

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt. S. Banaschak, K. Gerlach, D. Seifert, B. Bockholdt, H. Graß geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht. Dieser Beitrag enthält keine Studien an Menschen oder Tieren.

Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  • S. Banaschak
    • 1
  • K. Gerlach
    • 2
  • D. Seifert
    • 3
  • B. Bockholdt
    • 4
  • H. Graß
    • 5
  1. 1.Institut für RechtsmedizinUniversitätsklinikum Köln (AöR)KölnDeutschland
  2. 2.Institut für RechtsmedizinUniversität BaselBaselSchweiz
  3. 3.Institut für RechtsmedizinUniversitätsklinikum Hamburg-EppendorfHamburgDeutschland
  4. 4.Institut für RechtsmedizinUniversität GreifswaldGreifswaldDeutschland
  5. 5.Institut für RechtsmedizinUniversitätsklinikum DüsseldorfDüsseldorfDeutschland

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