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Der Orthopäde

, Volume 48, Issue 10, pp 809–809 | Cite as

Spinalkanalstenose

  • M. RauschmannEmail author
  • M. Arabmotlagh
Einführung zum Thema

Spinal canal stenosis

Die lumbale Spinalkanalstenose gehört mittlerweile zu der am häufigsten diagnostizierten und therapierten degenerativen Wirbelsäulenerkrankung in Deutschland, aber auch international. Sie ist die Folge der allgemeinen Degeneration des Bewegungssegments. Der Verschleißprozess beginnt mit der Dysfunktion der Bandscheibe, die im Laufe des Lebens beginnt und über die instabile Phase in die Restabilisation einmündet. In allen diesen 3 Stadien, die Kirkaldy-Willis definierte, können stenosierende Effekte auftreten. Frühe diskogene Ursachen (Dehydratation, Bandscheibenvorfall) leiten den degenerativen Prozess ein. Die durch Bandscheibenraumverschmälerung induzierte Spondylarthrose mit den hieraus resultierenden Facettengelenkzysten stellt den Eintritt in das 2. Stadium dar. Die degenerative Spondylolisthese ist die führende Pathologie in der instabilen Phase. Das 3. Stadium, das auch als „heilsame Steife“ bekannt ist, wird durch Retrospondylophyten und hypertrophe Anbaureaktionen an den Gelenkfortsätzen geprägt, die wiederum die Recessus, aber auch den zentralen Spinalkanal einengen.

In allen Phasen des Verschleißprozesses können stenosierende Effekte auftreten

Die Ätiologie und Geschichte sowie die Diagnostik und Klassifikation werden in diesem Themenheft erschöpfend herausgearbeitet. Ferner liegen Beiträge zum aktuellen Stand der minimal-invasiven Therapiemethoden der lumbalen Spinalkanalstenose sowie der interspinösen und interlaminären Implantate vor. Auch auf das Thema Facettengelenkzysten wird eingegangen.

Das Heft behandelt darüber hinaus die Koexistenz der Spinalkanalstenose in der Alterstraumatologie am Beispiel der osteoporotischen Wirbelkörperfraktur und deren Therapieoptionen wie auch die seltene Form der thorakalen Spinalkanalstenose einschließlich deren Diagnostik und Therapie.

Somit wird die Enge des Spinalkanals an der thorakolumbalen Wirbelsäule unter Berücksichtigung unterschiedlicher Pathologien sowie deren Diagnostik, Therapiemöglichkeiten und Ergebnisse umfangreich dargestellt; weitere Themenbereiche, wie die degenerative Instabilität und koexistente Spinalkanalstenose wie auch die Stenose im zervikalen Bereich, wurden bewusst ausgeklammert.

Das vorliegende Themenheft gibt dem interessierten Leser einen guten Überblick über diesen komplexen Bereich der Wirbelsäulentherapie, der mittlerweile zum Alltag eines jeden Orthopäden gehört.
M. Rauschmann

M. Arabmotlagh

Notes

Interessenkonflikt

M. Rauschmann gibt an, dass aufgrund der Studienleitung einer Studie zur Spinalkanalstenose und der Verwendung eines interlaminären Platzhalters ein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik für Wirbelsäulenorthopädie und Rekonstruktive OrthopädieSana Klinikum OffenbachOffenbach am MainDeutschland

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