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Der Gynäkologe

, Volume 30, Issue 5, pp 426–438 | Cite as

Komplikationen der Laparoskopie

  • K. Kolmorgen
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Die aus der Anfangszeit der diagnostischen Laparoskopie mitgeteilten Komplikationen – Verletzungen an Darm, Gefäßen und im Urogenitalbereich – haben mit fortschreitender Sicherheit der Operateure abgenommen. Neuere Statistiken belegen aber, daß die rasanten Ausbreitung der operativen Endoskopie mit einem Wiederanstieg schwerer Komplikationen einher geht. Besonders hoch ist die Inzidenz der Verletzungen bei Patientinnen mit vorausgegangenen Bauchoperationen.

5 Ursachengruppen werden aufgelistet. An erster Stelle stehen die Darmverletzungen. Schon beim Zugang durch die Bauchdecken können sie entstehen, abhängig von der Indikation zur Laparoskopie, besonders oft bei Second-look-Operationen. Durch Sicherheitsteste und die Verwendung speziellen Insufflationsnadeln und Trokare läßt sich das Risiko vermindern. Auch eine offene Laparoskopie hilft weiter. Intraoperativ sind es vorwiegend strombedingte Schädigungen des Darms. Durch scharfe Präparationen, Ligaturen und Nähte anstelle von Koagulationen im Op-Bereich können diese Komplikationen minimiert werden.

Beim Setzen von zusätzlichen Trokaren kann es zu Blutungen in die Bauchdecken kommen, die in der Regel aber problemlos beherrschbar sind. Besonders gefährlich sind Verletzungen der großen Gefäße. Nicht immer führen sie zu Blutungen in die freie Bauchhöhle. Auch ausgedehnte Hämatome im Retroperitoneum können entstehen, die nicht sofort erkennbar sind.

Blasenverletzungen entstehen meist intraoperativ beim Koagulieren. Die relativ seltenen, durch Laser oder Strom bedingten Ureterläsionen im Gefolge von Adnexoperationen machen sich oft erst postoperativ nach 2–3 Tagen bemerkbar. Sie können durch exakte und übersichtliche, scharfe Präparation des Ureters, wie am offenen Bauch, vermieden werden. Sehr selten sind Magenverletzungen bei anaesthesiebedingter Überblähung. Sie bedürfen der chirurgischen Versorgung.

Eine regelrechte druck- und volumengesteuerte CO2-Insufflation bereitet kaum Probleme. Emphyseme entwickeln sich bei fehlerhafter Lage der Veress-Nadel oder des Trokars präperitoneal oder im Netz. Auch CO2-Embolien bei intravasaler Insufflation wurden beschrieben. Bei erhöhtem intraabdominalen Druck kann es über vasovagale Reflexe zu Arrhythmien, Hpertensionen und Asystolie kommen. Deshalb ist eine korrekte anaesthesiologische Überwachung wichtig.

Bei den endoskopischen Tubensterilisationen hat die Komplikationsrate abgenommen und liegt derzeit im Promillebereich. Meist handelt es sich um Verbrennungen am Darm und an den Nachbarorganen, die erst nach einigen Tagen erkennbar sind. Die Versagerquote – zu einem großen Teil eine EUG – liegt bei den Elektrokoagulationen bei 1–3 ‰, bei den Okklusionsmethoden bei 3–7 ‰.

Die häufigsten Komplikationen bei der laparoskopischen Behandlung einer EUG sind intra- oder postoperative Blutungen und das Persistieren von Throphoblastgewebe, überwiegend nach organerhaltenden Eingriffen und Salpingoßtomie. Deshalb sind postoperative HCG-Kontrollen zu empfehlen. Gegebenenfalls muß eine Re-Laparoskopie oder eine Methotrexat-Behandlung vorgenommen werden.

Neben Verletzungen von Blase und Darm kommt es bei den endoskopischen Myomenukleation vor allem zu schweren Blutungen aus dem Myombett, die auch eine Laparotomie erforderlich machen können. Verletzungen der Nachbarorgane können auch auftreten bei der Zerkleinerung mit dem Morcellator und Bergung der Myome. Wird das Uteruscavum versehentlichen eröffnet, besteht die Gefahr einer Ruptur bei nachfolgender Schwangerschaft.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • K. Kolmorgen
    • 1
  1. 1.Frauenklinik, Klinikum Südstadt Rostock

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