Zusammenfassung
Es gibt verschiedene Arten der weiblichen Genitalbeschneidung mit zahlreichen, sich daraus ergebenden Komplikationen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt. Die weibliche Genitalbeschneidung stellt aus ärztlicher Sicht eine fundamentale Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen dar und wird auch von der WHO abgelehnt. In Deutschland ist nach geltendem Recht die weibliche Genitalbeschneidung und eine Reinfibulation nach der Geburt nicht zulässig. In den Empfehlungen der AG Frauengesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit, Tropengynäkologie (AG FIDE) e.V. heisst es: „Zero Tolerance to Female Genital Mutilation” [4].
Abstract
There are various forms of circumcision of female genital organs with many resulting complications, not least in connection with pregnancy and birth. From a medical point of view circumcision of female genital organs represents a fundamental violation of human rights for young girls and women which is also renounced by the WHO. According to current law, circumcision of female genital organs and infibulation after birth are not allowed in Germany. The recommendations of the Women’s Health in Developmental Cooperation, Tropical Gynaecology plc (AG FIDE) uphold“zero tolerance to female genital mutilation”.
Notes
FIGO, International Federation of Gynecology and Obstetrics, gegründet im Jahr 1954, weltweite NGO („non-governmental organisation“, Nichtregierungsorganisation), sie repräsentiert Gynäkologen und Geburtshelfer aus mehr als hundert Gebieten
Literatur
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Leitlinien AG Frauengesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit, Tropengynäkologie – AG FIDE e.V. Sektion der DGGG (2007) Weibliche Genitalbeschneidung – Umgang mit Betroffenen und Prävention. Veröffentlichung 06.02.2007
Beck L, Freundl G (2008) Zur Genitalbeschneidung bei Mädchen, Jahrbuch für Wissenschaft und Ethik, Bd 13. De Gruyter, Berlin
Interessenkonflikt
Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.
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Beck, L., Freundl, G. Beschneidung des äußeren weiblichen Genitales. Gynäkologe 42, 282–284 (2009). https://doi.org/10.1007/s00129-008-2306-6
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