Hodentumoren und Peniskarzinom

Testicular and penile cancer

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Liebe Leserinnen und Leser,

der Hodentumor und das Peniskarzinom gehören zu den seltenen Tumoren. Ein Grund für uns, mit den Beiträgen in diesem Heft auf einige Aspekte dieser beiden Tumorentitäten zu fokussieren. Zu beiden Malignomen gibt es inzwischen S3-Leitlinien. Die wichtigsten Inhalte haben wir in zwei Übersichtsartikeln dargestellt. Während der Hodentumor heute selbst in fortgeschrittenen Stadien in fast 60 % der Fälle zu heilen ist, nimmt das metastasierte Peniskarzinom fast immer einen fatalen Verlauf. Daher unterscheiden sich auch die Ansprüche an die Therapie. Beim Hodentumor geht es inzwischen darum, in den frühen Stadien Therapie einzusparen, um Nebenwirkungen zu verhindern, ohne jedoch an Therapieerfolg einzubüßen. Dies spiegelt sich besonders beim Seminom im klinischen Stadium I wieder, dem wir daher einen Artikel gewidmet haben. Um in fortgeschrittenen Fällen eine Heilung zu erzielen, bedarf es einer umfangreichen Therapie, meist der Kombination aus einer Polychemotherapie und einer oder mehrerer Operationen zur Entfernung von Residuen. Dies geht mit einer beträchtlichen Akut-, aber auch Langzeittoxizität einher, weswegen wir auch dieses Thema ausführlich darstellen wollten. Neben den eigentlichen Keimzelltumoren gibt es die noch viel selteneren Stromatumoren, zu deren adäquaten Therapie noch weniger Daten vorliegen. Um Ihnen auch bei Vorliegen eines solchen Falles Hinweise zur Therapie zu geben, sind die Daten aus der Literatur im dritten Artikel zum Hodentumor zusammengestellt.

Das Peniskarzinom hat bereits ab dem Stadium einer lymphogenen Metastasierung eine schlechte Prognose. Hier gilt es, das Karzinom oder besser noch nichtinvasive Vorläuferläsionen früh zu erkennen und zu behandeln. Diesen Läsionen und ihren Differentialdiagnosen haben wir daher einen Artikel gewidmet. Neue systemische Therapien, teils fokussiert auf Alterationen des Tumorgenoms, haben die Therapieerfolge bei zahlreichen malignen Tumoren verbessert. Die Standardbehandlung des metastasierten Peniskarzinoms ist weiterhin die konventionelle Chemotherapie – mit mäßigem Erfolg. Gerade hier stellt sich die Frage, ob molekulargenetische Untersuchungen des Tumorgewebes durch Nachweis spezifischer Alterationen neue Therapieoptionen eröffnen. Der Stand hierzu wird in einem zweiten Artikel zum Peniskarzinom dargestellt.

Wir hoffen mit dieser Auswahl zum Thema Ihr Interesse geweckt zu haben und wünschen viel Spaß beim Lesen.

Ihre

S. Krege

C. Protzel

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Correspondence to Susanne Krege or Chris Protzel.

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S. Krege und C. Protzel geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Krege, S., Protzel, C. Hodentumoren und Peniskarzinom. Urologe 60, 845–846 (2021). https://doi.org/10.1007/s00120-021-01577-7

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