Bildgebende Diagnostik der Hand – Teil 2

Imaging diagnostics of the hand—part 2

Hände gibt’s, die weinen, lachen,

arge Hände, gütige Hände,

die uns schlafen, die uns wachen,

die uns werden Lebenswende;

die uns in den Himmel tragen,

die uns in die Hölle führen;

die im Wort, Ton, Stein uns sagen,

was ein Herz von Stein muss rühren;

die uns Gott und Teufel malen.

Alles, alles schaffen Hände:

höchste Wonnen, tiefste Qualen.

… Wer zu deuten sie verstände,

oh! Der wüsste manche Klarheit,

welche ihm nie Lippen sagen,

als geheimnisvolle Wahrheit

sich zum Schutz nach Haus zu tragen.

„Hände“ von Karl Ernst Knodt (1856–1917), deutscher Dichter [1]

Liebe Leserinnen und Leser,

auch im zweiten Themenheft zur bildgebenden Diagnostik der Hand habe ich für Sie interessante Themen zusammengestellt. Das Themenheft beginnt mit einem Beitrag von PD Dr. Thomas Bayer, Fürth, zu Verletzungen der Finger mit Fokus auf die Bandstrukturen. Sehr schön wird ausgeführt und illustriert, dass Sehnenverletzungen der Finger – relevant sind hier vor allem die Kollateralbänder, Ringbänder und die volaren Platten – zu den häufigsten Alltagsverletzungen gehören und zumeist durch Distorsion oder Überlastung bedingt sind. Die Magnetresonanztomographie (MRT) hat durch den Einsatz von mehrkanaligen Empfangsspulen sowie hochauflösenden Sequenzen – teils im Submillimeter-Bereich – zunehmend an Stellenwert gewonnen und erlaubt eine genaue Evaluation der Fingeranatomie sowie der Verletzungen der Bandstrukturen.

Es folgt ein Beitrag des Autorenteams um Prof. Dr. Fabian Springer, Tübingen, zum Thema „Ossäre Normvarianten in der radiologischen Diagnostik des Handgelenks“. Häufigere, aber auch seltenere Normvarianten des Handgelenks werden beschrieben, typische Röntgenbefunde illustriert und klassische Fallstricke aufgezeigt, denn zahlreiche akzessorische Ossikel sind als Differenzialdiagnose zu (alten) karpalen Avulsionsfrakturen zu berücksichtigen.

PD Dr. Torsten Diekhoff, Berlin, stellt in seinem Beitrag zur Ultraschalldiagnostik der Hand den Untersuchungsablauf vor, diskutiert aktuelle Arbeiten, Leitlinien und Expertenempfehlungen der Arthrosonographie der Hand und zeigt der Wert der Methode bei der Diagnose und Differenzialdiagnose der Früharthritis auf. Er betont, dass gerade ein interdisziplinärer Ansatz hilft, die Erkrankung und Bildgebungsbefunde besser zu verstehen.

Das zweite Themenheft zur bildgebenden Diagnostik der Hand wird von drei Beiträgen von Prof. Dr. Matthias Bollow, Bochum, zur Arthritis der Hände mit zahlreichem zusätzlich online verfügbarem Bildmaterial finalisiert. Nachdem die rheumatoide Arthritis bereits Eingang in das erste Themenheft gefunden hatte, behandelt er nun zunächst die Psoriasisarthritis als typischen Vertreter der peripheren Spondylarthritiden. Als typische Gelenkmanifestationen der Psoriasisarthritis an den Händen lassen sich projektionsradiographisch ein simultanes Nebeneinander von erosiv-rarefizierenden Destruktionen und von produktiv-osteoproliferativen Prozessen bzw. Knochenneubildungen an den enthesialen Gelenkkapsel- und Bandansätzen sowie am Periost nachweisen. Die folgenden beiden Beiträge von ihm behandeln die Kollagenosen; zunächst wird der systemische Lupus erythematodes besprochen, bei dem die Gelenkmanifestationen, wie die sog. Luxationsarthropathien, zumeist nicht dem Bild der rheumatoiden Arthritis oder der Psoriasisarthritis gleichen. Das Themenheft schließt mit dem Beitrag von Prof. Bollow zur progressiven systemischen Sklerodermie und zur Mischkollagenose, die sich durch atypische Arthritismuster an den Händen äußern. Kombinationen von akralen Weichteilatrophien, reaktionslosen Akroosteolysen und interstitiellen Verkalkungen sprechen hierbei für eine progressive systemische Sklerodermie.

Ich hoffe, liebe Leserinnen und Leser, auch mit diesem zweiten der beiden Themenhefte zur bildgebenden Diagnostik der Hand Ihnen eine gute Zusammenfassung aktueller und klinisch bedeutsamer Themenfelder gegeben zu haben. Den Autoren danke ich ganz herzlich für ihre hervorragenden Beiträge, wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen, und ich würde mich sehr freuen, wenn Sie diese Zusammenstellung interessant und hilfreich für Ihre tägliche praktische Arbeit finden.

Mit herzlichen Grüßen,

Ihr

Marc-André Weber

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M.-A. Weber gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Weber, MA. Bildgebende Diagnostik der Hand – Teil 2. Radiologe 61, 423–425 (2021). https://doi.org/10.1007/s00117-021-00845-z

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