Bei der Untersuchung von Patientinnen mit kontrazeptiven Implantaten im MRT muss gewährleistet sein, dass es weder zu einer Gesundheitsgefährdung der Patientin (MR-Sicherheit) noch zu befundrelevanten Artefakten oder einer Funktionsbeeinträchtigung des Implantats (MR-Kompatibilität) kommt. Unterschieden werden im wesentlichen 2 Systeme kontrazeptiver Implantate: Das metallhaltige/-lose Intrauterinpessar (IUP; engl. intrauterine device, IUD) sowie das bauähnliche, hormontragende, vollständig metallfreie intrauterine System (IUS; engl. intrauterine system) und das seit Februar 2001 auf dem europäischen Markt zugelassene, aus Edelstahl gefertigte ESSURE.
Die metallhaltigen als auch -losen IUD und das ESSURE können bis zu einer Magnetfeldstärke von 1,5 T als MR-kompatibel betrachtet werden. Die Implantate zeigen keine relevante Wechselwirkung mit dem externen Magnet- oder Hochfrequenzfeld, und die Erwärmung liegt im physiologischen Schwankungsbereich. Die Implantate zeigen nur lokale Signalauslöschungen, deren Gestalt von der Orientierung zu den Magnetfeldlinien abhängt. In der 3-T-MRT sind nur die metalllosen IUD und das IUS wegen des verwendeten Materials MR-sicher. Metallhaltige IUD und das ESSURE sind bisher nicht oder nicht vollständig auf ihre Sicherheit im 3-T-Magnetfeld untersucht worden, weshalb sie als Kontraindikation zu betrachten sind. Untersuchungen zur MR-Kompatibilität im 3-T-Magnetfeld liegen für keines der beschriebenen kontrazeptiven Implantate vor.
Für die Suche nach dislozierten Implantaten, bei denen von einer reduzierten oder aufgehobenen Kontrazeption auszugehen ist, wird gelegentlich die MRT benutzt. Das MRT ist in der Regel jedoch nicht ursächlich für die Dislokation.