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Der Nervenarzt

, Volume 69, Issue 1, pp 27–37 | Cite as

Depression bei Hochbetagten Ergebnisse der Berliner Altersstudie*

Ergebnisse der Berliner Altersstudie*
  • M. Linden
  • G. Kurtz
  • M. M. Baltes
  • B. Geiselmann
  • F. R. Lang
  • F. M. Reischies
  • H. Helmchen
Originalien

Zusammenfassung

In der Berliner Altersstudie (BASE) wurde eine nach Alter und Geschlecht geschichtete Stichprobe von 516 Studienteilnehmern im Alter von 70 bis über 100 Jahren untersucht. Zur Diagnostik von depressiven Erkrankungen wurde neben den Fremd- und Selbstratingskalen (HAMD und CES-D) das halbstrukturierte GMS-A-Interview eingesetzt, auf dessen Basis Diagnosen nach DSM III-R erstellt wurden. Es fand sich eine Prävalenz von 9,1% für alle nach DSM III-R spezifizierten depressiven Störungen, wovon 4,8% Major Depression waren. Bei Hinzunahme von nach klinischer Einschätzung krankheitswertigen Depressionen, welche die Kriterien für eine spezifizierte DSM III-R-Diagnose jedoch nicht erfüllten, steigt die Depressionsprävalenz auf 26,9% an. Die Häufigkeiten in den verschiedenen Altersgruppen unterscheiden sich mit Ausnahme bei der CES-D nicht signifikant. Die Depressionsprävalenz für spezifizierte DSM III-R-Diagnosen ist bei Frauen mit 10,3% etwa doppelt so hoch wie bei Männern (5,6%). Depressive Patienten zeigen im Vergleich zu Kontrollpersonen keine signifikant schlechteren Werte im MMSE. Eine signifikant erhöhte Depressionsprävalenz findet sich im Vergleich zur Gesamtstichprobe bei Personen mit Multimorbidität (36,8%). Verheiratete Studienteilnehmer zeigen seltener eine depressive Erkrankung (14,9%). 13,2% der alten Menschen sprechen von Lebensüberdruß, 7,9% äußern einen Todeswunsch und 1,2% Suizidgedanken. Es besteht eine enge Beziehung zwischen Suizidalität und depressiven Erkrankungen. Im Bezug auf die Behandlung depressiver Störungen fand sich in 44% eine unzureichende Therapie. 6% der depressiven Studienteilnehmer wurden mit Antidepressiva behandelt, während 40% nur Benzodiazepine bekamen.

Schlüsselwörter Depression Epidemiologie Hochbetagte Altenpopulation 

Summary

In the Berlin Aging Study (BASE) an age and gender stratified sample of 516 persons aged 70 to over 100 was assessed by means of the semi-structured GMS-A interview, the CES-D-self-rating scale and the Hamiltion-Depression-observer-rating scale. Prevalence rates were 4,8% for Major Depression, 9,1% for all DSM III-R specified depressive disorders and 26,9% of subthreshold depression was included. There was no increase in prevalence rates with age but an increase in scores on the self rating CES-D. The prevalence rates for DSM III-R specified depression in females was 10,3% and almost double that of men (5,6%). Depressed persons do not show significant cognitive impairment as measured with the MMSE in comparison to controls. As compared to the total sample higher prevalence rates of overall depression were seen in persons with multimorbidity (36,8%) and lower rates in married persons. 13,2% of the elderly talked about feeling tired with life, 7,9% had thoughts about death and 1,2% reported suicidal ideation, which was closely linked to depressive disorders. In 44% of depressed cases undertreatment was observed. Only 6% got Antidepressants but 40% benzodiazepines.

Key words Epidemiology Depression Old age Elderly population 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1998

Authors and Affiliations

  • M. Linden
    • 1
  • G. Kurtz
    • 1
  • M. M. Baltes
    • 1
  • B. Geiselmann
    • 2
  • F. R. Lang
    • 1
  • F. M. Reischies
    • 1
  • H. Helmchen
    • 1
  1. 1.Psychiatrische Klinik und Poliklinik, Freie Universität BerlinXX
  2. 2.Max-Bürger-Zentrum, Klinik für Alterspsychiatrie, BerlinXX

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