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FormalPara Erwiderung

Zum Leserbrief von Weih M (2021) Lehrvideos im Fach Psychiatrie und Psychotherapie. Nervenarzt. https://doi.org/10.1007/s00115-021-01076-2

FormalPara Originalbeitrag

Trost S, Dieterle J, Herrmann M, Signerski-Krieger J (2020) Videodarstellungen in psychiatrischen Prüfungsfragen. Eine Pilotstudie. Nervenarzt 91:635–641. https://doi.org/10.1007/s00115-019-00794-y

Vielen Dank an Herrn Prof. Weih für seinen Leserbrief zu unserer Arbeit. Wir freuen uns über die positive Resonanz und nehmen gerne Stellung. Prof. Weih lenkt den Fokus auf das hochrelevante Thema AMDP (Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation in der Psychiatrie; [1]). Das AMDP als systematische Grundlage zur Erhebung des psychopathologischen Befundes ist essenzieller Teil sowohl unserer universitären studentischen Lehre als auch der fachärztlichen Weiterbildung. Tatsächlich enthielt eine frühere Version unseres Manuskriptes einen längeren Exkurs zum in der psychiatrischen Fachgemeinschaft bestens bekannten AMDP-System, auf welchen aus Gründen der inhaltlichen Präzisierung verzichtet wurde. Sämtliche psychopathologischen Begrifflichkeiten in den gestellten Video-Fragen entstammen der AMPD-Systematik.

Videodarstellungen würden sich darüber hinaus auch sehr gut für die von Prof. Weih erwähnten AMDP-Trainingsseminare eignen, um Psychopathologie-Ratings zu üben. Aufgrund der zunehmenden und berechtigten Anforderungen an den Datenschutz empfehlen sich hier auch Darstellungen von Psychopathologie durch geschulte Schauspielerinnen und Schauspieler. Die Tradition Patientinnen und Patienten persönlich in den Lehrkontext einzubeziehen (z. B. mittels Filmen) wird hinsichtlich medienbasierter und digitaler Lehrformate zunehmend verlassen werden müssen. Hier konnten wir mittels unserer Videodarstellungen unter Einsatz von Schauspielerinnen und Schauspielern zeitgemäße neue Möglichkeiten aufzeigen.

Was die Diskussion der zu prüfenden Kompetenzen anbelangt, sehen wir in der Stellung von Video-Fragen in unserer Arbeit klar die Ebenen 1 (Faktenwissen) und 2 (Verständnis, Handlungswissen) der Lernpyramide nach Miller (Modell für den Erwerb medizinischer Kompetenzen; [2]) als abgefragt an. Über eine reine sprachlich formulierte Frage hinausgehend sind bei der Videodarstellung auch die visuelle und auditorische Wahrnehmung psychopathologischer Symptome sowie die Beobachtung von Verhalten gefragt. Dies kommt der realen Arzt-Patienten-Interaktion näher und setzt einen höheren Grad an Transferleistung von theoretischem Wissen voraus als eine reine Textaufgabe. Eine Untersuchung von Effekten auf Verhaltensebene (im Sinne von Prüfung der Kompetenzstufen 3 „Demonstration“ und 4 „Anwendung“ der Lernpyramide nach Miller) war mit unserer Studie nicht beabsichtigt und deshalb auch nicht zu diskutieren.

Literatur

  1. 1.

    Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation (2021) Das AMDP-System. https://www.amdp.de/. Zugegriffen: 27. Jan. 2021

  2. 2.

    Miller GE (1990) The assessment of clinical skills/competence/performance. Acad Med 65(Suppl 9):63–67

    Article  Google Scholar 

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Trost, S. Didaktik digital. Nervenarzt (2021). https://doi.org/10.1007/s00115-021-01078-0

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