Lehrvideos im Fach Psychiatrie und Psychotherapie

Teaching videos in the discipline of psychiatry and psychotherapy

An Erratum to this article was published on 26 March 2021

This article has been updated

FormalPara Leserbrief zu

Trost S, Dieterle J, Herrmann M, Signerski-Krieger J (2020) Videodarstellungen in psychiatrischen Prüfungsfragen. Eine Pilotstudie. Nervenarzt 91:635-641. https://doi.org/10.1007/s00115-019-00794-y

Mit Freude haben wir den Artikel von Dr. Sarah Trost, Göttingen, in Der Nervenarzt 7/2020 gelesen. Trost et al. stellten die Möglichkeiten von Lehrvideos in Prüfungsfragen dar.

Der Ansatz ist nicht neu [1], dennoch ist es wichtig, dass Der Nervenarzt das Thema Lehre nicht vernachlässigt. Gerade 2020 mit dem Reformschub, den der Masterplan Medizinstudium 2020 mit sich bringen sollte, ist es für die deutschen psychiatrischen Lehrstühle an der Zeit, aufzuschließen, ihr Kurrikulum zu überarbeiten und zeitgemäße Lehr- und Prüfungsformate einzuführen [2].

Nach unserer Erfahrung sind Videos eine gute Ergänzung. Wie Trost et al. erwähnen, ist der Aufwand aber nicht zu unterschätzen. Erwogen werden sollten Videos z. B. für seltene, einprägsame oder didaktisch lehrreiche psychopathologische Phänomene, zum Feedback kommunikativer Kompetenzen oder bei Objectice Structured Clinical Examinations (OSCEs) [3].

Trost et al. konnten zeigen, dass Video-Prüfungen schwierig, aber machbar sind und von den Studierenden akzeptiert werden. Was unseres Erachtens etwas zu kurz kommt, ist die Diskussion über die tatsächlich zu prüfenden Kompetenzen. Wird die Verhaltensebene erreicht? Wären die im Video dargestellten Phänomene nicht ebenso in reformierten Multiple-Choice-Fragen zu prüfen gewesen? Hier möchten wir an das hervorragende und bewährte AMDP-System erinnern [4], das sich in Forschung, Studium sowie auch in der Aus- und Fortbildung bewährt hat. AMDP zielt darauf, die subjektive Selbstaussage oder „objektive“ Fremdbeobachtung des Patienten zum psychopathologischen Symptom zu vereinen. Diese Schritte sind durch die Ebenen

  1. 1.

    Beurteilbarkeit,

  2. 2.

    Entscheidungssicherheit,

  3. 3.

    Vorhandensein und

  4. 4.

    Quantifizierung

operationalisiert.

In Kombination mit Trainingsseminaren ist die Reliabilität hoch [5]. Daher führen Ärztekammern AMDP-Seminare auch in ihren Weiterbildungsordnungen auf [6].

Dennoch es ist schön, dass es immer wieder innovativen Arbeitsgruppen in der Psychiatrie und Psychotherapie gibt, die sich nicht scheuen, das Thema Lehre zu bearbeiten und zu publizieren, wofür wir Frau Dr. Trost und Kollegen ausdrücklich danken möchten.

Change history

Literatur

  1. 1.

    Voderholzer U (2007) Einsatz von Video und Filmen in der psychiatrischen Ausbildung. In: Lehre im Fach Psychiatrie und Psychotherapie. Ein Handbuch. Kohlhammer, Stuttgart (Kapitel 8)

    Google Scholar 

  2. 2.

    Koelkebeck K, Brouwer B, Ahrens H, Becker J, Weih M, Marschall B, Arolt V, Ohrmann P (2019) Implementierung und Evaluation eines revidierten Curriculums für Psychiatrie und Psychotherapie. Nervenarzt 90(11):1170–1176

    Article  Google Scholar 

  3. 3.

    Walters P, Osborn D, Raven E (2005) Development, validity and reliability of a multimodality objective structured clinical examination in psychiatry. Med Educ 39(3):292–298

    CAS  Article  Google Scholar 

  4. 4.

    Arbeitsgemeinschaft für Methodik und Dokumentation (2018) Das AMDP-System, Manual zur Dokumentation psychiatrischer Befunde, 10. Aufl. Hogrefe, Göttingen

    Google Scholar 

  5. 5.

    Stieglitz R, Haug A, Fähndrich E, Rösler M, Trabert W (2017) Comprehensive psychopathological assessment based on the association for methodology and documentation in psychiatry (AMDP) system: development, methodological foundation, application in clinical routine, and research. Front Psychiatry 8:45

    Article  Google Scholar 

  6. 6.

    Ärztekammer Berlin (2020) Ärztliche Weiterbildung. https://www.aerztekammer-berlin.de. Zugegriffen: 26. Aug. 2020

Download references

Author information

Affiliations

Authors

Corresponding author

Correspondence to Prof. Dr. med. Markus Weih.

Ethics declarations

Interessenkonflikt

M. Weih gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Additional information

Die ursprüngliche Online-Version dieses Artikels wurde überarbeitet: Die Autorenzeile wurde korrigiert.

Rights and permissions

Reprints and Permissions

About this article

Verify currency and authenticity via CrossMark

Cite this article

Weih, M., Kis, B. Lehrvideos im Fach Psychiatrie und Psychotherapie. Nervenarzt (2021). https://doi.org/10.1007/s00115-021-01076-2

Download citation