Skip to main content

Autismus und autistische Störungen

Historische Entwicklung und aktuelle Aspekte

Autism and autistic disorders

Historical and current aspects

Zusammenfassung

Der Begriff Autismus hat sich seit seiner Entstehung stetig gewandelt. Im historischen Rückblick zeigt sich, dass er zunächst sowohl in der Erwachsenen- als auch der Kinderpsychiatrie als schizophrenes Symptom aufgefasst wurde. Im Laufe der Zeit vollzog sich ein Wandel, sodass Autismus als Störungsbild innerhalb der Kinderpsychiatrie eine eigenständige Entwicklung nahm. Dank Leo Kanner und Hans Asperger erhielt es seine heutige Bedeutung. Aktuell wird Autismus im Zusammenhang mit den autistischen Störungen zu den tiefgreifenden Entwicklungsstörungen gezählt und findet aufgrund der hohen Stabilität im Verlauf auch wieder verstärkt in der Erwachsenenpsychiatrie Beachtung. Zum besseren Verständnis dieser Entwicklung wird der Weg von der Entstehung einschließlich der Rezeption durch Kanner und Asperger nachgezeichnet. Auf der Suche nach zentralen Merkmalen finden sich beim Autismus Einschränkungen in der sozialen Kommunikation und Interaktion, die durch zugrunde liegende Defizite der sozialen Kognition erklärt werden. Diese Einschränkungen in der sozialen Kognition können als das zentrale Charakteristikum von Autismus verstanden werden, das sich seit Beginn der Beschreibung dieses Phänomens als Konstante findet. So wird auch der Frage nachgegangen, welchen Beitrag die experimentelle psychopathologische Forschung für ein vertieftes Verständnis des Krankheitsbildes leisten kann.

Abstract

Since its first use in medical literature the meaning of the term autism has constantly changed. An historical overview indicates that in both adult and child psychiatry autism was first used to refer to a symptom of schizophrenia. Later on the use of the term in child psychiatry took a different independent course, which led to present-day conceptualization of autism, mainly due to the work of Leo Kanner and Hans Asperger. Currently autism and autistic disorders are regarded as severe developmental disorders and, due to their stable nature, have gained considerable attention in adult psychiatry. In order to better understand this development, the path from onset to reception is traced via Kanner and Asperger. In the search for central characteristics of autism, one finds restrictions in social communication and interaction, which can be explained by fundamental deficits in social cognition. These restrictions in social cognition can be considered the central characteristic of autism – one which has been a constant since the phenomenon was first described. Our historical review considers to what extent experimental psychopathological research can deepen our understanding of the disorder.

This is a preview of subscription content, access via your institution.

Notes

  1. Dalton et al. konnten kürzlich mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie zeigen, dass bei Probanden mit frühkindlichem Autismus bzw. Asperger-Syndrom die Dauer der Betrachtung der Augenregion positiv mit der Aktivierung der Amygdala assoziiert ist [24]. Die Autoren interpretieren dies im Sinne einer „Überempfindlichkeit“ gegenüber sozialen Reizen und sehen darin eine mögliche Ursache für den häufig berichteten verminderten Augenkontakt bei autistischen Menschen. Demnach könnten autistische Menschen aufgrund eines kognitiven Defizits mit sozialen Reizen nichts anfangen und reagieren deshalb aversiv auf diese Stimuli bzw. vermeiden sie. Diese Interpretation erinnert an die erwähnte Überempfindlichkeit im Kretschmerschen Sinne.

  2. Grunja Efimovna Ssucharewa (1891–1981), beim Erscheinen der o. g. Arbeit als wissenschaftliche Assistentin an der Psychoneurologischen Kinderklinik in Moskau tätig, gehörte zu den Begründern der Kinder- und Jugendpsychiatrie in der UdSSR [73].

  3. Sula Wolff untersuchte auf der Grundlage von klinischen Stichproben den Langzeitverlauf von Kindern mit der Diagnose einer schizoiden Persönlichkeitsstörung einschließlich Asperger-Syndrom und fand, dass selten ein Übergang in eine schizophrene Erkrankung erfolgte. In der Nachuntersuchung im Erwachsenenalter erfüllten Dreiviertel der 32 Kinder die Kriterien für eine schizotype Persönlichkeitsstörung. Bei zwei Kindern hatte sich eine Schizophrenie entwickelt [107]. Dieser geringe Anteil ist aber trotzdem höher als in der Allgemeinbevölkerung. Hingegen findet sich in Langzeituntersuchungen an Kindern mit frühkindlichem Autismus im späteren Verlauf kein Übergang zur Schizophrenie [72]. Zu der Differenzialdiagnose des frühkindlichen Autismus gehört die sehr früh und früh beginnende („very early“ und „early onset“) Form der Schizophrenie. Eine Untersuchung der Vorfeldsymptomatik kindlicher Schizophrenien (UCLA-Studie) konnte zeigen, dass bei den Kindern, bei denen sich im Kleinkindalter autistische Verhaltensweisen fanden, bereits früh psychotische Symptome auftraten [75].

  4. Schirmer hat darauf hingewiesen, dass der Österreicher Kanner möglicherweise Kenntnis von Aspergers Vortrag (s. unten) hatte, der 1938 in der Wiener Klinischen Wochenschrift veröffentlicht wurde und in dem Asperger den Begriff des „autistischen Psychopathen“ prägte [89]. Diese Annahme wird dadurch gestützt, das Kanner in seiner ersten Arbeit zu diesem Thema 1943 angab, dass ihm seit 1938 (!) Kinder aufgefallen sind [52], deren einzigartige Verhaltensauffälligkeiten er ein Jahr später als frühkindlichen Autismus („early infantile autism“) bezeichnete [53].

  5. Zu Leben und Werk von August Homburger (1873–1930), der als a. o. Professor der Psychiatrie und Leiter der Poliklinik der psychiatrischen Universitätsklinik in Heidelberg tätig war, vgl. [64]. Nissen hat ausgeführt, dass autistisches Verhalten bereits im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts vereinzelt bei Kindern beobachtet und beschrieben worden ist, so in den Lehrbüchern von Herrmann Emminghaus (1887) und August Homburger (1926), ohne allerdings dafür den Begriff als solchen zu verwenden.

  6. Paul Schröder (1873–1941) war seit 1925 ordentlicher Professor für Psychiatrie an der Universität Leipzig. Sein Arbeitsschwerpunkt lag im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Er war ab 1937 erster Präsident der Internationalen Gesellschaft für Kinderpsychiatrie [98]. Schröder eröffnete 1926 in Leipzig eine „Beobachtungsabteilung für jugendliche Psychopathen“ [92].

  7. Zur Geschichte des Begriffs Psychopathie in der Psychiatrie vgl. [42] und zur Psychopathie und Schizoidie, insbesondere zur Wandlung des Psychopathie-Begriffs und seiner Anwendung auf das Kinder-und Jugendalter s. [71, 101]. Remschmidt und Kamp-Becker haben kürzlich einen Überblick zur Geschichte des Asperger-Syndroms gegeben und den Weg von der Psychopathie zur tiefgreifenden Entwicklungsstörung nachgezeichnet. Sie sind dabei auch auf die historischen Einteilungsversuche von Psychopathien und auf die Interpretationen des Psychopathie-Begriffs eingegangen [73].

  8. Asperger hat sich später näher mit Kanners „early infantile autism“ auseinandergesetzt und festgestellt, dass zwar viele Gemeinsamkeiten bestünden, dennoch beide Krankheitsbilder deutlich voneinander getrennt werden müssten, vgl. [2].

  9. Kanners Jahre in Berlin von 1906 bis 1924, seine frühe wissenschaftliche Tätigkeit an der Charité und den Weg bis zur Übersiedlung in die USA hat Neumärker anhand von Originaldokumenten und der unveröffentlichten Autobiografie aufgearbeitet [63].

  10. Adolf Meyer (1866–1950) ging 1892 von Zürich in die USA. Er beeinflusste die amerikanische Psychiatrie maßgeblich, indem er das Klassifikationssystem Emil Kraepelins einführte. Meyer war von 1910 bis 1941 an der Johns-Hopkins-University tätig, wo er Leo Kanner kennenlernte und förderte.

  11. 1913 sprach Bleuler am Johns-Hopkins-Hospital in Baltimore über Autismus [88]. Seine Theorie zum schizophrenen Negativismus wurde bereits ein Jahr zuvor in englischer Sprache veröffentlicht [12].

  12. Hans Asperger hat den Begriff erstmalig am 3. Oktober 1938 in einem Fortbildungsvortrag verwendet und auch in den folgenden Jahren wiederholt in Vorträgen der Wiener Medizinischen Gesellschaft, Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Wiener Gesellschaft für Heilpädagogik gebraucht [44, 89].

  13. Interessanterweise wird diese Hypothese aktuell wieder im Rahmen der „Extreme male brain“-Theorie des Autismus diskutiert. Diese postuliert, dass autistische Störungen Ausdruck einer extremen Ausprägung funktioneller und struktureller Merkmale des männlichen Gehirns sind [7].

  14. Sula Wolff fragt in dem erwähnten Aufsatz über Ssucharewas Publikation von 1926, warum Asperger, der die Arbeiten Kretschmers berücksichtigt, nicht auch auf die von Ssucharewa eingegangen ist [96].

  15. Von C.G. Jung eingeführter Begriff, der den Rückzug der Libido auf die eigene innere Welt des Subjekts bezeichnet [77]. Jung beschrieb 1921 in seiner Typeneinteilung (Introversion vs. Extraversion) die Introvertierten als zurückgezogene, vorsichtige Menschen, die Schwierigkeiten mit der Anpassung an die äußere Welt haben.

  16. Bleuler zählte den Autismus in seinem Schizophreniekonzept zu den Grundsymptomen und im Weiteren zu den sekundären Symptomen (vgl. auch [59]).

  17. Kanner verwendete in seiner ersten Arbeit 1943 ausschließlich das Adjektiv autistisch und erst in seiner Arbeit von 1944 das Substantiv Autismus.

  18. Auf die z. T. erhebliche phänomenologische Überlappung von Katatonie und Autismus, die in der klinischen Beurteilung, aber auch in der Forschung bisher wenig berücksichtigt wird, haben Neumärker et al. unter verschiedenen, auch historischen Aspekten hingewiesen [26].

  19. „Aloneness“ wird auch mit Alleinsein oder Einsamkeit übersetzt, den Verfassern erscheint aber im beschriebenen Zusammenhang die Bezeichnung „In-sich-gekehrt-Sein“ treffender, da sie den autistischen Zustand besser charakterisiert.

  20. Lorna Wing änderte auch die Bezeichnung von „Autistische Psychopathen“ in Asperger-Syndrom, da der Begriff „Psychopathie“ heute missverstanden werden könnte [104].

  21. Hippler und Klicpera wiesen darauf hin, dass Asperger 1944 keine quantitativ-deskriptive Darstellung „seines“ Syndroms vornahm. Die Autoren untersuchten deshalb 181 Krankenunterlagen von Kindern mit der Diagnose „Autistische Psychopathie“ und mit Zügen derselben, die zwischen 1950 und 1986 von Asperger und seinen Mitarbeitern diagnostiziert worden waren [48]. Sie verglichen u. a. die von Asperger beschriebenen Merkmale mit den heutigen ICD-10-Diagnosekriterien für das Asperger-Syndrom und fanden nur eine teilweise Übereinstimmung. Deshalb fordern sie u. a. eine Überarbeitung der diagnostischen Kriterien, auch und insbesondere im Hinblick auf die Unterscheidung vom Kanner-Autismus.

  22. Die Kombination der genannten standardisierten Verfahren hat sich heute bei der Diagnostik und vor allem im Forschungsbereich als „goldener Standard“ durchgesetzt [16].

  23. Zur Geschichte der Konzepte der schizoiden und schizotypischen Persönlichkeitsstörungen vgl. [86].

  24. Ursprünglich stammt der Begriff aus der Verhaltensforschung an Primaten [69]. Von Baron-Cohen und Kollegen wurde 1985 erstmals ein Defizit bzgl. der „Theory of mind“ bei autistischen Kindern beschrieben [8] und später durch Chris und Uta Frith näher spezifiziert [38]. Zum Begriff und zur historischen Entwicklung der Theory of Mind vgl. auch [34]. Bereits Asperger hat 1938 eine schwere Störung des „instinktiven Verstehens“ angenommen [4]. Er meinte damit die Schwierigkeit der Kinder, den „Ton der Worte“, die „Mimik und Gestik“ anderer zu verstehen und adäquat zu reagieren, woraus eine Störung des Verständnisses für die Situation und der sozialen Beziehungen zu anderen Menschen resultiert. 1944 wies er in seiner Arbeit über die „Autistischen Psychopathen“ darauf hin, dass diese nur ein unzureichendes Gefühl für den Respekt anderen Personen gegenüber haben, das er ein „Defekt im Verständnis für die andere Person“ nannte ([5] S. 125).

Literatur

  1. Asperger H (1991) Autistic psychopathy in childhood (Übersetzung und Anmerkungen von Uta Frith). In: Frith U (ed) Autism and Asperger syndrome. Cambridge University Press, Cambridge, pp 37–92

  2. Asperger H (1968) Autistische Psychopathen. In: Heilpädagogik. Springer, Wien New York, S 177–205

  3. Asperger H (1952) Autistische Psychopathen. In: Heilpädagogik. Springer, Wien, S 166–1912

  4. Asperger H (1938) Das psychisch abnorme Kind. Wien Klin Wochenschr 49:1314–1317

    Google Scholar 

  5. Asperger H (1944) Die „Autistischen Psychopathen“ im Kindesalter. Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten 117:76–136

    Article  Google Scholar 

  6. Avenarius R (1973) Über Autismus. Nervenarzt 44:234–240

    CAS  PubMed  Google Scholar 

  7. Baron-Cohen S, Knickmeyer RC, Belmonte MK (2005) Sex differences in the brain: implications for explaining autism. Science 310:819–823

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  8. Baron-Cohen S, Leslie AM, Frith U (1985) Does the autistic child have a „theory of mind“? Cognition 21:37–46

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  9. Berger H (1976) Professor Dr. Hans Asperger zum 70. Geburtstag. Pädiatr Pädol 11:1–4

    CAS  PubMed  Google Scholar 

  10. Binder H (1930) Zum Problem des schizoiden Autismus. Zeitschrift für die gesamte Neurologie und Psychiatrie 125:655–677

    Article  Google Scholar 

  11. Bleuler E (1911) Dementia praecox oder Gruppe der Schizophrenien. Deuticke, Leipzig Wien

  12. Bleuler E (1912) The theory of schizophrenic negativism. Journal of nervous and mental disease Publishing Company, New York

  13. Bleuler E (1910) Zur Theorie des schizophrenen Negativismus. Psychiatr Neurology Wochenschr 19:184–187

    Google Scholar 

  14. Bölte S, Poustka F (2004) Diagnostische Beobachtungsskala für Autistische Störungen (ADOS): Erste Ergebnisse zur Zuverlassigkeit und Gültigkeit. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother 32:45–50

    Article  PubMed  Google Scholar 

  15. Bölte S, Poustka F (2001) Factor structure of the Autism Diagnostic Interview-Revised (ADI-R): a study of dimensional versus categorical classification of autistic disorders. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother 29:221–229

    Article  PubMed  Google Scholar 

  16. Bölte S, Poustka F (2005) Psychodiagnostische Verfahren zur Erfassung autistischer Storungen. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother 33:5–14

    Article  PubMed  Google Scholar 

  17. Brambilla P, Hardan A, di Nemi SU et al (2003) Brain anatomy and development in autism: review of structural MRI studies. Brain Res Bull 61:557–569

    Article  PubMed  Google Scholar 

  18. Brambilla P, Hardan AY, di Nemi SU et al (2004) The functional neuroanatomy of autism. Funct Neurol 19:9–17

    PubMed  Google Scholar 

  19. Bruning N, Konrad K, Herpertz-Dahlmann B (2005) Bedeutung und Ergebnisse der Theory of Mind-Forschung fur den Autismus und andere psychiatrische Erkrankungen. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother 33:77–88

    Article  PubMed  Google Scholar 

  20. Casanova MF (2007) The neuropathology of autism. Brain pathol 17:422–433

    Article  PubMed  Google Scholar 

  21. Castell R, Nedoschill J, Rupps M, Bussiek D (2003) Geschichte der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Deutschland in den Jahren 1937 bis 1961. Vandenhoeck Ruprecht, Göttingen

  22. Courchesne E, Karns CM, Davis HR et al (2001) Unusual brain growth patterns in early life in patients with autistic disorder: an MRI study. Neurology 57:245–254

    CAS  PubMed  Google Scholar 

  23. Courchesne E, Pierce K (2005) Brain overgrowth in autism during a critical time in development: implications for frontal pyramidal neuron and interneuron development and connectivity. Int J Dev Neurosci 23:153–170

    Article  PubMed  Google Scholar 

  24. Dalton KM, Nacewicz BM, Johnstone T et al (2005) Gaze fixation and the neural circuitry of face processing in autism. Nat Neurosci 8:519–526

    CAS  PubMed  Google Scholar 

  25. Dapretto M, Davies MS, Pfeifer JH et al (2006) Understanding emotions in others: mirror neuron dysfunction in children with autism spectrum disorders. Nat Neurosci 9:28–30

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  26. Dhossche DM, Wing L, Ohta M, Neumärker KJ (Hrsg) (2006) Catatonia in autism spectrum disorders. Academic Press Elsevier, Amsterdam Boston Heidelberg

  27. Domes G, Kumbier E, Herpertz-Dahlmann B, Herpertz SC (2008) Autismus und soziale Kognition: Eine Übersicht funktioneller Bildgebungsstudien. Nervenarzt 79:261–274

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  28. Dose M (2007) Autismus, Asperger-Syndrom und schizotypische Persönlichkeitsstörung. In: Förstl H (Hrsg) Theory of Mind: Neurobiologie und Psychologie sozialen Verhaltens. Springer, Heidelberg, S 295–306

  29. Edwards J, Jackson HJ, Pattison PE (2002) Emotion recognition via facial expression and affective prosody in schizophrenia: a methodological review. Clin Psychol Rev 22:789–832

    Article  PubMed  Google Scholar 

  30. Ehlers S, Gillberg C (1993) The epidemiology of Asperger syndrome. A total population study. J Child Psychol Psychiatry 34:1327–1350

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  31. Ellis H (1898) Auto-erotism: A psychological study. Alienist and Neurologist 19:260–299

    Google Scholar 

  32. Fombonne E (2003) Epidemiological surveys of autism and other pervasive developmental disorders: an update. J Autism Dev Disord 33:365–382

    Article  PubMed  Google Scholar 

  33. Fombonne E (2005) Epidemiology of autistic disorder and other pervasive developmental disorders. J Clin Psychiatry 66(Suppl 10):3–8

    PubMed  Google Scholar 

  34. Förstl H (2007) Theory of Mind: Anfänge und Ausläufer. In: Förstl H (Hrsg) Theory of Mind: Neurobiologie und Psychologie sozialen Verhaltens. Springer, Heidelberg, S 3–10

  35. Freitag CM (2007) The genetics of autistic disorders and its clinical relevance: a review of the literature. Mol Psychiatry 12:2–22

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  36. Freitag CM (2008) Genetik autistischer Störungen. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother 36:7–14

    Article  PubMed  Google Scholar 

  37. Freud S (1915) Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie. Deuticke, Leipzig Wien

  38. Frith CD, Frith U (1999) Interacting minds–a biological basis. Science 286:1692–1695

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  39. Frith U (1991) Autism and Asperger Syndrome. Cambridge University Press, Cambridge

  40. Gernsbacher MA, Dawson M, Goldsmith HH (2005) Three reasons not to believe in an autism epidemic. Curr Dir Psychol Sci 14:55–58

    Article  Google Scholar 

  41. Gillberg C, Wing L (1999) Autism: not an extremely rare disorder. Acta Psychiatr Scand 99:399–406

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  42. Glatzel J (1981) Spezielle Psychopathologie. Enke, Stuttgart

  43. Grice DE, Buxbaum JD (2006) The genetics of autism spectrum disorders. Neuromolecular Med 8:451–460

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  44. Gröger H (2008) Das Syndrom des „Autistischen Psychopathen“- Hans Asperger zwischen Pädiatrie, Kinderpsychiatrie und Heilpädagogik. In: Keil G, Holdorff B (Hrsg) Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Nervenheilkunde. Königshausen & Neumann, Würzburg, S 199–213

  45. Hadjikhani N, Joseph RM, Snyder J, Tager-Flusberg H (2005) Anatomical Differences in the Mirror Neuron System and Social Cognition Network in Autism. Cereb Cortex

  46. Happé F (1994) Autism: An introduction to psychological theory. UCL Press, London

  47. Herpertz SC, Saß H (2003) Persönlichkeitsstörungen. Thieme, Stuttgart New York

  48. Hippler K, Klicpera C (2005) Hans Asperger und „seine Kinder“–eine retrospektive Untersuchung des Spektrums der „autistischen Psychopathie“ anhand von Wiener Krankenakten. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother 33:35–47

    Article  PubMed  Google Scholar 

  49. Homburger A (1926) Psychopathologie des Kindesalters. Springer, Berlin

  50. Howlin P, Goode S, Hutton J, Rutter M (2004) Adult outcome for children with autism. J Child Psychol Psychiatry 45:212–229

    Article  PubMed  Google Scholar 

  51. Kahn E (1928) Die psychopathischen Persönlichkeiten. In: Bumke O (Hrsg) Handbuch der Geisteskrankheiten. Springer, Berlin, S 227–487

  52. Kanner L (1943) Autistic disturbances of affective contact. Nerv Child 2:217–250

    Google Scholar 

  53. Kanner L (1944) Early infantile autism. J Pediatr 25:211–217

    Article  Google Scholar 

  54. Kanner L (1971) Follow-up study of eleven autistic children originally reported in 1943. J Autism Child Schizophr 1:119–145

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  55. Keane J, Calder AJ, Hodges JR, Young AW (2002) Face and emotion processing in frontal variant frontotemporal dementia. Neuropsychologia 40:655–665

    Article  PubMed  Google Scholar 

  56. Kolvin I (1971) Studies in the childhood psychoses. I. Diagnostic criteria and classification. Br J Psychiatry 118:381–384

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  57. Kranz H (1962) Der Begriff des Autismus und die endogenen Psychosen. In: Kranz H (Hrsg) Psychopathologie heute. Thieme, Stuttgart, S 61–71

  58. Kretschmer E (1921) Körperbau und Charakter. Springer, Berlin

  59. Kumbier E, Haack K, Herpertz SC (2008) Betrachtungen zum Autismus. Ein historischer Streifzug durch psychiatrisch - psychologische Konzepte. Fortschr Neurol Psychiatr 76:484–490

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  60. Leonhard K (1957) Aufteilung der endogenen Psychosen. Akademie-Verlag, Berlin

  61. Lord C, Risi S, DiLavore PS et al (2006) Autism from 2 to 9 years of age. Arch Gen Psychiatry 63:694–701

    Article  PubMed  Google Scholar 

  62. Lord C, Risi S, Lambrecht L et al (2000) The autism diagnostic observation schedule-generic: a standard measure of social and communication deficits associated with the spectrum of autism. J Autism Dev Disord 30:205–223

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  63. Neumärker KJ (2003) Leo Kanner: his years in Berlin, 1906-24. The roots of autistic disorder. Hist Psychiatry 14:205–218

    Article  PubMed  Google Scholar 

  64. Nissen G (2005) Kulturgeschichte seelischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen. Klett-Cotta, Stuttgart

  65. Nissen G (1971) Zur Klassifikation autistischer Syndrome im Kindesalter. Nervenarzt 42:35–39

    CAS  PubMed  Google Scholar 

  66. Palmen SJ, van Engeland H, Hof PR, Schmitz C (2004) Neuropathological findings in autism. Brain 127:2572–2583

    Article  PubMed  Google Scholar 

  67. Pauleikhoff B (1986) Endogene Psychosen als Zeitstörungen: Zur Grundlegung einer personalen Psychiatrie unter Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung. Pressler, Hürtgenwald

  68. Poustka F, Bölte S, Feineis-Matthews S, Schmötzer G (2004) Autistische Störungen. Hogrefe, Göttingen Bern Toronto Seattle

  69. Premack D, Woodruff G (1978) Does the chimpanzee have a theory of mind. Behav Brain Sci 1:515–526

    Article  Google Scholar 

  70. Redcay E, Courchesne E (2005) When is the brain enlarged in autism? A meta-analysis of all brain size reports. Biol Psychiatry 58:1–9

    Article  PubMed  Google Scholar 

  71. Remschmidt H (1978) Die „Psychopathie“ in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother 6:280–301

    Google Scholar 

  72. Remschmidt H, Hebebrand J (2001) Das Asperger Syndrom: Eine aktuelle Übersicht. Z Kinder Jugendpsychiatr Psychother 29:59–69

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  73. Remschmidt H, Kamp-Becker I (2006) Asperger-Syndrom. Springer, Heidelberg

  74. Remschmidt H, Kamp-Becker I (2007) Das Asperger-Syndrom - eine Autismus-Spektrum-Störung Dtsch Ärztebl 104:A873–A882

  75. Resch F (2008) Schizophrenie. In: Herpertz-Dahlmann B, Resch F, Schulte-Markwort M, Warnke A (Hrsg) Entwicklungspsychiatrie. Schattauer, Stuttgart New York, S 801–834

  76. Rizzolatti G, Craighero L (2004) The mirror-neuron system. Annu Rev Neurosci 27:169–192

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  77. Roudinesco É, Plon M (2004) Wörterbuch der Psychoanalyse. Springer, Wien New York

  78. Rubinow DR, Post RM (1992) Impaired recognition of affect in facial expression in depressed patients. Biol Psychiatry 31:947–953

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  79. Rühl D, Bolte S, Poustka F (2001) Sprachentwicklung und Intelligenzniveau beim Autismus. Wie eigenständig ist das Asperger-Syndrom? Nervenarzt 72:535–540

    Article  PubMed  Google Scholar 

  80. Rutter M (1968) Concepts of autism: a review of research. J Child Psychol Psychiatry 9:1–25

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  81. Rutter M (2004) Pathways of genetic influences on psychopathology. Eur Rev 12:19–33

    Article  Google Scholar 

  82. Rutter M, Bailey A, Berument SK et al (2001) Social Communication Questionnaire (SCQ). Western Psychological Services, Los Angeles

  83. Rutter M, Le Couteur A, Lord C (2001) Autism Diagnostic Interview-Revised (ADI-R). Western Psychological Services, Los Angeles

  84. Rutter M, Schopler E (1992) Classification of pervasive developmental disorders: some concepts and practical considerations. J Autism Dev Disord 22:459–482

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  85. Sanua VD (1990) Leo Kanner (1894-1981): the man and the scientist. Child Psychiatry Hum Dev 21:3–23

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  86. Sass H, Junemann K (2001) Zur ätiologischen Stellung und Therapie der schizoiden und schizotypischen Personlichkeitsstörung. Fortschr Neurol Psychiatr 69(Suppl 2):S120–S126

    Article  PubMed  Google Scholar 

  87. Schanen NC (2006) Epigenetics of autism spectrum disorders. Hum Mol Genet 15(Spec No 2):R138–R150

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  88. Scharfetter C (2006) Eugen Bleuler (1857-1939): Polyphrenie und Schizophrenie. vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich, Zürich

  89. Schirmer B (2003) Autismus - Von der Außen- zur Innenperspektive. http://www.dr-brita-schirmerde/pdf/artikel12pdf

  90. Schmitz C, Rezaie P (2008) The neuropathology of autism: where do we stand? Neuropathol Appl Neurobiol 34:4–11

    CAS  PubMed  Google Scholar 

  91. Schopler E, Chess S, Eisenberg L (1981) Our memorial to Leo Kanner. J Autism Dev Disord 11:257–269

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  92. Schröder P, Heinze H (1928) Die Beobachtungsabteilung für jugendliche Psychopathen in Leipzig. Allgemeine Zeitschrift für Psychiatrie 68:189–197

    Google Scholar 

  93. Schultz RT (2005) Developmental deficits in social perception in autism: the role of the amygdala and fusiform face area. Int J Dev Neurosci 23:125–141

    Article  PubMed  Google Scholar 

  94. Sokol DK, Edwards-Brown M (2004) Neuroimaging in autistic spectrum disorder (ASD). J Neuroimaging 14:8–15

    PubMed  Google Scholar 

  95. Ssucharewa GE (1926) Die schizoiden Psychopathien im Kindesalter. Monatsschrift für Psychiatrie und Neurologie 60:235–261

    Article  Google Scholar 

  96. Ssucharewa GE, Wolff S (1996) The first account of the syndrome Asperger described? Translation of a paper entitled „Die schizoiden Psychopathien im Kindesalter“ by Dr. G.E. Ssucharewa; scientific assistant, which appeared in 1926 in the Monatsschrift fur Psychiatrie und Neurologie 60:235–261. Eur Child Adolesc Psychiatry 5:119–132

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  97. Stahlberg O, Soderstrom H, Rastam M, Gillberg C (2004) Bipolar disorder, schizophrenia, and other psychotic disorders in adults with childhood onset AD/HD and/or autism spectrum disorders. J Neural Transm 111:891–902

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  98. Steinberg H (1999) Rückblick auf Entwicklungen der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Paul Schröder. Prax Kinderpsychol Kinderpsychiatr 48:202–206

    CAS  PubMed  Google Scholar 

  99. Sykes NH, Lamb JA (2007) Autism: the quest for the genes. Expert Rev Mol Med 9:1–15

    Article  PubMed  Google Scholar 

  100. van Krevelen DA (1971) Early infantile autism and autistic psychopathy. J Autism Child Schizophr 1:82–86

    Article  Google Scholar 

  101. van Krevelen DA (1970) Über den Begriff der Psychopathie in der Kinderpsychiatrie. Acta paedopsychiatrica 37:67–84

    Google Scholar 

  102. Williams JH, Waiter GD, Gilchrist A et al (2006) Neural mechanisms of imitation and ‚mirror neuron‘ functioning in autistic spectrum disorder. Neuropsychologia 44:610–621

    Article  PubMed  Google Scholar 

  103. Williams JH, Whiten A, Suddendorf T, Perrett DI (2001) Imitation, mirror neurons and autism. Neurosci Biobehav Rev 25:287–295

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  104. Wing L (1981) Asperger’s syndrome: a clinical account. Psychol Med 11:115–129

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  105. Wing L, Gould J (1979) Severe impairments of social interaction and associated abnormalities in children: epidemiology and classification. J Autism Dev Disord 9:11–29

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

  106. Wolff S (2004) The history of autism. Eur Child Adolesc Psychiatry 13:201–208

    Article  PubMed  Google Scholar 

  107. Wolff S, Townshend R, McGuire RJ, Weeks DJ (1991) ‚Schizoid‘ personality in childhood and adult life. II: Adult adjustment and the continuity with schizotypal personality disorder. Br J Psychiatry 159:620–629, 634–625

    Article  CAS  PubMed  Google Scholar 

Download references

Interessenkonflikt

Der korrespondierende Autor gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Author information

Authors and Affiliations

Authors

Corresponding author

Correspondence to E. Kumbier.

Rights and permissions

Reprints and Permissions

About this article

Cite this article

Kumbier, E., Domes, G., Herpertz-Dahlmann, B. et al. Autismus und autistische Störungen. Nervenarzt 81, 55–65 (2010). https://doi.org/10.1007/s00115-009-2820-3

Download citation

  • Published:

  • Issue Date:

  • DOI: https://doi.org/10.1007/s00115-009-2820-3

Schlüsselwörter

  • Autismus
  • Autistische Störungen
  • Psychiatriegeschichte
  • Kanner
  • Asperger

Keywords

  • Autism
  • Autistic disorders
  • History of psychiatry
  • Kanner
  • Asperger