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Der Unfallchirurg

, Volume 103, Issue 6, pp 462–467 | Cite as

Der makroskopische Aspekt der Rotatorenmanschettenruptur bei traumatischen und atraumatischen Rupturformen

  • C. Braune
  • H. Gramlich
  • P. Habermeyer
Originalien

Zusammenfassung

Die medizinische Begutachtung der Rotatorenmanschettenruptur wird kontrovers diskutiert. Der Gutachter wird vor das Problem gestellt, ob die Ätiologie der Ruptur traumatischen oder letztendlich degenerativen Ursprungs ist. Auf diesem Hintergrund basierend wurde in einer prospektiven Studie bei insgesamt 56 Patienten mit operativ versorgter Rotatorenmanschettenruptur die Anamnese und der intraoperativ erhobene pathomorphologische Befund gegenüber gestellt. Die Aufteilung der Patienten erfolgte in eine Studiengruppe mit anamnestisch adäquatem Trauma nicht länger als 12 Wochen zurückliegend, einer ebenfalls traumatischen Studiengruppe mit anamnestischen Trauma länger als 12 Wochen zurückliegend und einer Studiengruppe ohne anamnestisches Trauma, im Sinne der degenerativen Ätiologie. Einschlußkriterium für die Studie ist die operative Rekonstruierbarkeit des Defekts. Das Studienprotokoll erfaßt die Lokalisation der Ruptur (nach der Sektoreneinteilung der Rotatorenmanschette nach Habermeyer), ihre Größe sowie die Rupturform (nach Rowe). Weiterhin wird der Retraktionsgrad der Supraspinatussehne und die Sehnenqualität beurteilt. Miteingeschlossen wird die Beurteilung der langen Bizepssehne. Anhand der Ergebnisse stellen wir fest, daß der intraoperativ erhobenene makroskopische Befund nur bedingt mit dem Traumaereignis korreliert. Signifikant für das frische Trauma sind die isolierte Ruptur des M. subscapularis in der Zone A der Rotatorenmanschette und das frische Hämatom am Sehnenrand. Des weiteren wird die luxierte und synovitisch veränderte lange Bizepssehne signifikant häufiger beim frischen Trauma als bei der degenerativen Rupturform beobachtet.

Schlüsselwörter Rotatorenmanschettenruptur Intraoperativer makroskopischer Befund Traumatische versus degenerative Ätiologie Medizinische Begutachtung 

Summary

The decision whether a rotator cuff tear has a traumatic or degenerative origin still causes some controversy. Especially in medical expert appraisements the etiology of the rotator cuff tear plays an important role refering to insurance services for the patient. The purpose of this paper is to compare the intraoperative pathomorphologic shape of the cuff tear in traumatic and degenerative cases. This study reports of 56 patients with rotator cuff tears which were devided in primarily acute, subacute traumatic and degenerative study groups refering to their history of present illness. We considered the location of the tear, the shape and the size. Furthermore the grade of retraction of the supraspinatus tendon, its quality and the shape of the long head of biceps were examined. The results showed that in general the shape of the tear gives only in some cases significant information whether the etiology is traumatic or not. The isolated rupture of the subscapularis muscle and the hematoma at the edge of the tendon is siginificant for the trauma. In comparison with the degenerative study group the tenosynovitis and the dislocation of the long head of biceps is in our study sigificant for traumatic tears.

Keywords Rotator cuff tear Intraoperative macroscopic findings Traumatic against degenerative etiology Medical expert appraisement 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2000

Authors and Affiliations

  • C. Braune
    • 1
  • H. Gramlich
    • 2
  • P. Habermeyer
    • 2
  1. 1.Unfallchirurgische Klinik, Medizinische Hochschule HannoverDE
  2. 2.ATOS-Klinik, HeidelbergDE

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