Fallbericht einer 23-jährigen Patientin, die im Rahmen einer Bombenexplosion ausgedehnte Weichteilverletzungen mit subtotaler Amputation des Fußes, offener Femur- und Tibiafraktur, sowie Gefäßverletzung der Aa. tibialis posterior und anterior erlitt. Bei Zuverlegung bestanden schwere Infektionen aller primär verschlossener Wunden. Die Frakturen waren mittels Fixateur externe und Kirschner-Drähten versorgt. Nach ausgiebigen Débridements und Beginn der „Vacuum-assisted-closure-“ (VAC-)Therapie wurde 3 Tage nach Übernahme eine Gefäßrekonstruktion und nach 19 Tagen die plastische Deckung mittels Rectus-abdominis-Lappen durchgeführt. Nach Versorgung der Weichteilverletzungen erfolgte ein Verfahrenswechsel auf eine Plattenosteosynthese für die distale Femurfraktur. Die VAC-Therapie ist eine wichtige Komponente der Therapie von komplexen Weichteilverletzungen und offenen Frakturen. Allerdings muss sie Teil eines früh festgelegten interdisziplinären Behandlungskonzepts sein. Dabei sollte klar festgelegt werden, wann welche Maßnahme durchgeführt wird, was die Voraussetzungen für die einzelnen Maßnahmen sind und welches Ziel jede einzelne Maßnahme hat.