Monatsschrift Kinderheilkunde

, Volume 165, Issue 8, pp 711–724 | Cite as

Diagnose und Therapie von Atemwegsinfektionen (ohne ambulant erworbene Pneumonie) bei ambulant behandelten Kindern ohne schwerwiegende Grunderkrankung

Gemeinsame Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI), der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (DGKJ), der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ) und des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)
  • A. Simon
  • T. Tenenbaum
  • H. I. Huppertz
  • S. Trapp
  • M. Prelog
  • M. Hufnagel
  • M. Knuf
  • M. A. Rose
  • J. Forster
  • T. Nicolai
  • C. Berger
  • D. Nadal
  • J. Hübner
  • R. Berner
  • J. Liese
Konsensuspapiere

Zusammenfassung

Atemwegsinfektionen (AWI) sind die häufigste Indikation für eine Antibiotikatherapie bei Kindern und Jugendlichen, v. a. im ambulanten Bereich und im kinderärztlichen Notdienst der Kliniken. Die hier vorliegende Konsensusempfehlung verschiedener pädiatrischer Fachgesellschaften und des Berufsverbandes der niedergelassenen Kinder‐ und Jugendärzte beschreibt in Kürze die klinischen Symptome und die Diagnostik sowie die Indikationen für eine leitlinienkonforme antibiotische Therapie von AWI (exklusive Pneumonie). Sie soll Kinder- und Jugendmediziner bei einem restriktiven Antibiotikaeinsatz, bei der Auswahl des bestmöglichen Antibiotikums und im Hinblick auf eine möglichst kurze Therapiedauer unterstützen. Des Weiteren werden AWI beschrieben, bei denen keine Antibiotikatherapie erfolgen sollte oder bei denen nur sehr selten eine Antibiotikatherapie erforderlich ist.

Schlüsselwörter

Antibiotika Antibiotikaresistenz Zuwarten und Beobachten Schulung und Beratung Konsensusempfehlung Atemwegsinfektionen 

Diagnostics and treatment of respiratory tract infections (excluding community-acquired pneumonia) in outpatient treated children without severe underlying diseases

Joint recommendations of the German Society for Pediatric Infectious Diseases (DGPI), the German Society of Pediatrics and Adolescent Medicine (DGKJ), the German Academy for Pediatrics and Adolescent Medicine (DAKJ) and the Professional Association of Pediatricians (BVKJ)

Abstract

Respiratory tract infections (RTI) are the most frequent indications for antibiotic treatment in children, particularly in outpatient and emergency department settings. Various pediatric scientific societies and the Professional Association of Pediatricians in Germany developed these consensus recommendations, which describe the symptoms, diagnostics and best practice antibiotic treatment of the most common RTI in children (excluding community-acquired pneumonia). These recommendations are aimed at supporting pediatricians in the restrictive use of antibiotics, selection of the best option for treatment and with respect to the shortest possible duration of treatment as recommended in clinical guidelines. In addition, the recommendations describe RTI for which no antibiotic treatment should be carried out and for those where antibiotic treatment is only rarely necessary.

Keywords

Antibiotics Antibiotic resistance Watchful waiting Education and counseling Consensus recommendations Respiratory tract infection 

Infobox 1 Information

Diese Empfehlungen wurden von den beteiligten Autoren im Auftrag der jeweiligen Fachgesellschaften erarbeitet:

Für die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI):
  • Arne Simon

  • Tobias Tenenbaum

  • Markus Knuf

  • Markus Hufnagel

  • Johannes Liese

Für die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (DGKJ):
  • Reinhardt Berner

Für die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin (DAKJ):
  • Hans-Iko Huppertz

Für den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ):
  • Stefan Trapp

Vorbemerkung

Atemwegsinfektionen (AWI) zählen bei Kindern zu den häufigsten Gründen für eine Vorstellung beim Kinderarzt1, im kinderärztlichen Notdienst oder beim niedergelassenen Allgemeinmediziner und Internisten [64, 106]. In bis zu 20 % der Fälle kommt es zu einer Anschlusskonsultation (Wiedervorstellung) im Verlauf derselben Erkrankungsepisode [15]. Die meisten der in diesem Zusammenhang beobachteten Infektionen werden durch respiratorische Viren verursacht [14, 62, 89, 120, 121]. Eine Vielzahl von Studien weist regional [61], national [53, 65] und in anderen europäischen Ländern [27, 66, 78, 92, 109] nachdrücklich und übereinstimmend darauf hin, dass Kindern mit AWI zu häufig Antibiotika verschrieben werden.

Durch den unsachgemäßen Einsatz von Antibiotika werden die Patienten unerwünschten Risiken und Nebenwirkungen ausgesetzt, zu denen z. B. Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, antibiotikaassoziierte Diarrhö [128] und allergische Reaktionen (an der Haut; [76, 83]) zählen. Sehr selten können auch schwere Komplikationen wie eine durch Clostridium difficile verursachte Enterokolitis [132], ein akutes Leberversagen [123] oder schwere Hautreaktionen bis zum Erythema exsudativum multiforme [26] auftreten, die durch Antibiotika ausgelöst werden.

Der unsachgemäße Einsatz von Antibiotika bringt weitere Probleme mit sich. Sowohl beim individuellen Patienten als auch darüber hinaus (Familie, Kindergruppe, Region, Land) ist der vermehrte und unkontrollierte Einsatz von Antibiotika mit einem erhöhten Risiko für die Besiedelung und Infektion mit antibiotikaresistenten Infektionserregern assoziiert (bis hin zu multiresistenten Erregern, MRE; [25, 28, 33, 51, 55, 56, 77]). Zu diesen resistenten Erregern gehören z. B. Makrolid-resistente Pneumokokken und GAS2 [8, 52, 70, 73, 97], Penicillin- und Amoxicillin-resistente Pneumokokken [4, 31, 52, 55, 122] sowie Amoxicillin- und Makrolid-resistente Haemophilus influenzae [97]. Die meisten bakteriellen Erreger (auch MRE) von AWI besiedeln die Schleimhaut der Atemwege, bevor es zu einer Infektion kommt. Sie sind durch Tröpfchen, direkte und indirekte Kontakte leicht von Mensch zu Mensch übertragbar, v. a., wenn Menschen in engem Kontakt zueinander stehen (z. B. Familie, Kindertagesstätte). Hygienemaßnahmen (v. a. die Händehygiene)3 sind ein wichtiger, in vielen öffentlichen Kampagnen zur Antibiotikaresistenz unterrepräsentierter Aspekt der Infektionsprävention [67]. Auch aus gesundheitsökonomischen Gründen sollten Antibiotika nur verordnet werden, wenn von ihrem Einsatz ein signifikanter Nutzen erwartet werden kann.

Alle an dieser Empfehlung beteiligten Fachgesellschaften (siehe Infobox 1) sind sich ihrer Verantwortung für einen vernünftigen und medizinisch begründbaren Einsatz von Antibiotika bei AWI im Kindesalter bewusst. In dieser Stellungnahme, die sich an alle Ärztinnen und Ärzte richtet, die Kinder und Jugendliche behandeln, soll in prägnanter und rasch verfügbarer Form dargestellt werden, wann Antibiotika indiziert sind und wann sie vermieden werden sollen. Diese Empfehlungen (Tab. 1) gelten vorrangig für ansonsten gesunde Kinder ohne schwerwiegende Grunderkrankungen. Bei Kindern mit vorbestehenden Grunderkrankungen und einem erhöhten Risiko für einen komplizierten Verlauf von AWI sind individualmedizinische Aspekte zu berücksichtigen, die hier nicht für jeden Einzelfall dargestellt werden können. Hierzu wird vor allen Dingen auch auf die entsprechenden Kapitel im DGPI-Handbuch Infektionen bei Kindern und Jugendlichen (6. Auflage Thieme Verlag Stuttgart, 2013 [39]) und für die Schweiz zusätzlich auf die entsprechende Empfehlung der Pediatric Infectious Disease Group of Switzerland (PIGS, [93]) verwiesen.

Folgende Kernfragen sollen bei der Behandlung von Kindern mit Symptomen einer AWI berücksichtigt werden [62]:
  1. 1.

    Wie wahrscheinlich ist eine bakterielle Infektion?

     
  2. 2.

    Welchen Nutzen hat eine Antibiotikatherapie vor dem Hintergrund des zu erwartenden Spontanverlaufs unter symptomatischer Therapie?

     
  3. 3.

    Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines „abwendbar gefährlichen Verlaufs“?

     
  4. 4.

    Falls eine antibiotische Therapie in Betracht gezogen wird: Welches Antibiotikum mit dem schmalsten Wirkspektrum und der am besten geeigneten Pharmakokinetik (orale Bioverfügbarkeit, Gewebepenetration) ist für die zu erwartenden Infektionserreger geeignet? In welcher Dosis, welcher Applikationsform (Saft, Tablette) und wie lange soll behandelt werden?

     
Diese Fragen sollen in der folgenden Stellungnahme für Kinder ohne schwerwiegende Grunderkrankungen oder andere Risikofaktoren für einen komplizierten Verlauf beantwortet werden. Die Eltern sollen im Rahmen einer geteilten Entscheidungsfindung an den unter 1. und 2. aufgeführten Überlegungen beteiligt werden. Dies schafft eine gute Grundlage für eine gemeinsam getragene therapeutische Strategie, für eine gute Compliance und für eine höhere Zufriedenheit mit der Konsultation, auch wenn kein Antibiotikum verschrieben wird [1].
Tab. 1

Hinweise zur Diagnostik und zur antibiotischen Therapie von Atemwegsinfektionen (exklusive ambulant erworben Pneumonie) bei Kindern und Jugendlichen

Atemwegserkrankung

Symptome/Diagnostik

Therapie

Sicherheitsnetza/Verlauf

Infektion der oberen Luftwege/Erkältung [7, 62, 89]

Seröse Rhinitis, Husten, Fieber, ggf. Konjunktivitis, Pharyngitis, ggf. Aphthen (weicher Gaumen)

Symptomatisch [44]

Evtl. Paracetamol oder Ibuprofen gewichtsadaptiert und altersbezogen 2‑ bis 3‑mal tägl. [101]

(Cave: keine alternierende Therapie mit Ibuprofen und Paracetamol; [133])

Nichterforderlich

Die meisten Kinder (70 %) sind nach einer Woche wieder gesund

Bei anhaltendem Fieber und klinischer Verschlechterung Wiedervorstellung beim Arzt

Akute Otitis media [18, 30, 38, 62, 74, 79, 80, 89, 93, 124]

Hinweis

Besondere Regeln für die Diagnostik und Therapie gelten:

– Bei anatom. Fehlbildungen,

– Bei Down-Syndrom [131]b u. a. Syndrome mit Abwehrschwäche

– Bei Beteiligung des Vestibularorgansc

– AOM auf dem einzig hörenden Ohr

– Bei Kindern mit Cochleaimplantat [105]

Für eine sichere Diagnose der akuten Otitis media (AOM) sind folgende 3 Kriterien zu fordern:

– Akuter Beginn der Krankheit: Fieber, Krankheitsgefühl, Irritabilität

– Zeichen und Symptome einer Mittelohrentzündung: Rötung des Trommelfells und Otalgie

– Otoskopisch nachgewiesener Mittelohrergussd: Vorwölbung des Trommelfells mit eitrigem Ergusse; Flüssigkeitsspiegel oder Luftblasen hinter dem Trommelfell; Auftreten einer Otorrhö innerhalb der letzten 24 h

Wenn alle 3 Kriterien erfüllt sind, kann die Diagnose als sicher gelten; sind nur 2 der genannten Kriterien erfüllt, ist die Diagnose fraglich

Immer Analgesie

Ibuprofen (1. Wahl) oder Paracetamol (2. Wahl) gewichtsadaptiert und altersbezogen 2‑ bis 3‑mal tägl. [101]

(Cave: keine alternierende Therapie mit Ibuprofen und Paracetamol; [133])

Evtl. Nasentropfen (z. B. Xylometazolinf, zusätzlich 0,9 %ige NaCl-Lösung)

Oft kann auf eine antibiotische Therapie verzichtet werden

Antibiotikatherapie v. a. erwägen bei:

– Alter unter 6 Monate (Cave: andere Fieberursache?)

– Alter zwischen 6 und 24 Monate bei sicherer Diagnose (v. a. bei bilateraler AOM oder bei perforiertem Trommelfell [104])

– Alter >24 Monate nur bei sicherer Diagnose und schwerer AOM: z. B. sehr ausgeprägte Symptome wie Fieber >39 °C, starke Schmerzen [50], die 30 min nach Ibuprofen nicht eindeutig besser werden

Mittel der ersten Wahl:

Amoxicilling 50 mg/kgKG/Tag in 2–3 Einzeldosen (ED)

Therapiedauer:

<24 Monate: 10 Tage, ≥24 Monate: 7 Tage, >6 Jahre 5 bis 7 Tage [29, 72, 79]

Erforderlich

Bei der Strategie des Zuwartens und Beobachtens sollte ein erneuter Arztkontakt nach 48–72 h erfolgen.

Warnzeichen für Komplikationen: Rötung und Schwellung oder Klopfschmerz über dem Mastoid, Drehschwindel, Fazialisparese, Hörstörung >1 Woche

Kind erbricht oder kann nicht mehr genug trinken/Nahrung aufnehmen

Erkrankungsdauer im Spontanverlauf (>24 Monate): Nach einer Woche sind bis zu 90 % der Kinder wieder gesund. Meistens bessern sich die Beschwerden schon innerhalb von 2 bis 4 Tagen

Akute Rhinosinusitis

[7, 24, 89, 113, 130]

OASE = Akronym für:

– Nasale Obstruktion (Kongestion)

– An-/Hyposmie

– Schmerzen (Kopfschmerzen, Druckpunkte, beim Nach-vorne-Beugen)

– Exsudat (eitrig, im Nasengang und an der Rachenhinterwand), Husten (sinubronchial) auch tagsüber, fötider Mundgeruch

Die Keilbeinhöhlen sind erst im Alter von 3 bis 7 Jahren und die Stirnhöhlen im Alter von 7 bis 12 Jahren auspneumatisiert und kommen daher in der Regel erst ab diesem Alter als Lokalisation einer Sinusitis infrage

Bei einseitiger Rhinosinusitis insbesondere im Kleinkindalter an Fremdkörper oder auch anatomischen Defekt denken; bei fehlender Besserung unter antibiotischer Therapie → HNO-Konsilh

Immer Analgesie

Ibuprofen (1. Wahl) oder Paracetamol (2. Wahl) gewichtsadaptiert und altersbezogen 2‑ bis 3‑mal tägl. [101]

(Cave: keine alternierende Therapie mit Ibuprofen und Paracetamol; [133])

Evtl. Nasentropfen (z. B. Xylometazolinf, zusätzlich 0,9 %ige NaCl-Lösung)

Evtl. topisches Steroid (z. B. Flutide® nasal; [36, 45, 99, 135])

Milde Fälle: zuwarten und beobachten

Erneute Untersuchung nach 48–72 h

Indikationen für eine Antibiotikatherapie:

– Persistierende Symptome >10 Tage

– Biphasischer Verlauf mit deutlicher sekundärer Verschlechterung unter symptomatischer Therapie

– Schwere Symptome (Fieber >39 °C, anhaltende starke Schmerzen, die nach Ibuprofen nicht eindeutig besser werden)

Mittel der ersten Wahl:

Amoxicilling 50 mg/kgKG und Tag in 2 bis 3 Einzelgaben

Therapiedauer:

7 bis 10 Tage (83 % bessern sich in den ersten 3 Tagen nach Therapiebeginn) [24, 130]

Erforderlich

Warnzeichen: anhaltend hohes Fieber, druckschmerzhafte Rötung und Schwellung periorbital/fazial oder über den Stirn-/Ethmoidalhöhlen Augenmotilitätsstörung

Meningismus

Neu aufgetretene fokal neurologische Symptome

Spontanverlauf: langsame Besserung in 7 bis 14 Tagen (insgesamt 80 % gesund nach 3 Wochen)

Halsschmerzen

Tonsillopharyngitis [2, 74, 75, 107, 111, 127]

Hals-, Schluckschmerzen, Pharyngitis, Tonsillen vergrößert (± Beläge)

Befunde, die für eine Infektion durch GASi sprechen:

≥3 Punkte im McIsaac Score [84, 85]

– Fieber (1 Punkt)

– Kein Husten (1 Punkt)

– Schmerzhafte anteriore zervikale Lymphadenitisj (1 Punkt)

– Tonsillenschwellung oder Exsudat (1 Punkt)

– Alter 3 bis 14 Jahre (1 Punkt)k

Möglich: Kopfschmerzen, Ohrenschmerzen ohne AOM, Erbrechen, Bauchschmerzen, Diarrhö

Enanthem, Scharlachexanthem

Nur bei Entscheidungsrelevanz hinsichtlich einer antibiotischen Therapie Strep-A-Antigentest oder Kultur des Tonsillopharyngealabstrichsl

Symptomatisch

Analgesie

Ibuprofen (1. Wahl) oder Paracetamol (2. Wahl) gewichtsadaptiert und altersbezogen 2‑ bis 3‑mal tägl. [101]

(Cave: keine alternierende Therapie mit Ibuprofen und Paracetamol; [133])

In den allermeisten Fällen ist keine antibiotische Therapie erforderlich

Bei McIsaac Score ≥3 und kulturellem Nachweis von GAS oder Nachweis des GAS-Antigens im Schnelltest:

Mittel der ersten Wahl:

Penicillin V 100.000 IEm (= 60 mg)/kgKG und Tag über 7 Tage [2] in 2 bis (3) Einzelgabenn (maximal 2 Mega)

Phenoxymethylpenicillin-Benzathin (50.000 IE/kgKG/pro Tag in 2 ED)

Therapiedauer:

7 Tage [2]

(In der Schweiz: 10 Tage) [93]

Erforderlich

Warnzeichen: anhaltend (>24 h) hohes Fieber trotz Antibiotika, keine Besserung der Halsschmerzen/Schluckbeschwerden

Spontanverlauf: Nach 3 Tagen haben 30–40 % der Patienten keine Halsschmerzen und etwa 85 % kein Fieber mehr. Nach einer Woche sind 80–90 % beschwerdefrei

Kontagiosität:

→ Mit einem wirksamen Antibiotikum behandelt: nach 24 h nicht mehr ansteckend

Keine Routinekontrolle z. B. EKG oder Urinstatus nach GAS-Tonsillopharyngitis [127]

Subglottische stenosierende Laryngitis

„Infektkrupp“

[13, 21, 23, 46, 91, 134]

Prädilektionsalter: 6 Monate bis 3 Jahre

Husten (bellend, rau)

Heiserkeit, inspiratorischer Stridoro (je nach Schweregrad nur bei Belastung oder in Ruhe)

Fieber (selten anhaltend über 39 °C)

Bei fortgeschrittenen Symptomen:

Biphasischer Stridor (in- und exspiratorisch), Tachydyspnoe, Unruhe oder Apathie

Blässe, Zyanose (Sättigung <92 %)

In schweren Fällen (stationär) mit anhaltend hohem Fieber und systemischen Entzündungszeichen: an bakterielle Tracheitis denken

Evtl. Paracetamol oder Ibuprofen gewichtsadaptiert und altersbezogen maximal 2‑ bis 3‑mal tägl. [101]

(Cave: keine alternierende Therapie mit Ibuprofen und Paracetamol; [133])

Keine antibiotische Therapie erforderlich

Dexamethason einmalig 0,15–0,6 mg/kgKG in 1 Einzeldosis p. o. [13] oder Prednisolon-Suppositorium (100 mg; [11])p

→ 30 min verzögerter Wirkeintritt, Wirkung hält ca. 6 h anq

Akut: Epinephrin = Adrenalininhalationr (off label use 0,5–1 mg = 0,5–1 ml der 0,1 %-Adrenalinamp. in 4 ml 0,9 %iger NaCl-Lösung

→ Wirkt in 10 min, aber nur für ca. 1–2 h)

Sauerstoff (nach klinischen Symptomen und Sättigung)

Erforderlich

Warnzeichen: schnelles Atmen, Atemnot

Stridor in Ruhe

Starke Unruhe oder Apathie

Kind kann nicht mehr genug trinken

Spontanverlauf: Ein Infektkrupp dauert meist 2 bis 4 Tage

Akute Bronchitis [18, 62, 74, 89, 114]

Die Bronchiolitis ist eine virale Infektion der ersten beiden Lebensjahre, die hier nicht besprochen wird [88, 100]

Infektgetriggerte Asthmaexazerbationen bei Schulkindern sind in der Regel keine Indikation für Antibiotika [68, 82, 112]

Husten (auch nachts)

Mit oder ohne Sputum

Grob- und mittelblasige Rasselgeräusche (inspiratorisch)

Ggf. Fieber, ggf. Bronchialobstruktion (Giemen, Brummen)

Ggf. Einziehungen

Warnzeichen: Sättigung ≤92 %

Auch eine akute virale Bronchitis kann mit Sauerstoffbedarf einhergehen (Atemfrequenz und Sättigung messen/dokumentieren). Sauerstoffbedarf erfordert eine stationäre Einweisung, ist jedoch per se keine Indikation für Antibiotika

Zum „Point-of-care“-CRP

Eine negative oder nur leicht erhöhte CRP-Konzentration (<40 mg/l) am 2. Tag der Symptomatik macht bakterielle Infektion unwahrscheinlich; auch eine >40 mg/l erhöhte CRP-Konzentration kann nicht sicher zwischen einer viralen und bakteriellen Infektion unterscheiden

Ausreichend Flüssigkeits

Evtl. Paracetamol oder Ibuprofen gewichtsadaptiert und altersbezogen maximal 2‑ bis 3‑mal tägl. [101]

(Cave: keine alternierende Therapie mit Ibuprofen und Paracetamol; [133])

Der Versuch einer (inhalativen) antiobstruktiven Behandlung z. B. mit Salbutamol ist nur dann sinnvoll (wenn auch oft ohne Erfolg), wenn die Kinder durch die Obstruktion beeinträchtigt sind

In den allermeisten Fällen (90 %) ist keine antibiotische Therapie erforderlich [114].

Mögliche Indikation für Antibiotika:

– Anhaltendes Fieber >39 °C über mehr als 3 Tage

– Zweizeitig auftretendes Fieber (erneuter Fieberanstieg nach Entfieberung über mehr als 24 h)

Und erhöhte Entzündungszeichent

Mittel der ersten Wahl:

Amoxicilling 50 mg/kgKG und Tag in 2 bis 3 Einzelgaben

Therapiedauer: 5 Tage

Erforderlich

Warnzeichen: schnelles Atmen, Atemnot, Einziehungen, exspiratorisches Stöhnen [12]

(→ Hier kann die systemische Gabe von Steroiden notwendig sein)

Über mehr als 3 Tage anhaltend hohes oder zweizeitig auftretendes Fieber

Kind kann nicht mehr genug trinken

Spontanverlauf: Eine Atemwegsinfektion mit Husten kann bis zu 3 Wochen andauern [40, 59, 60]

In der Regel geht es den Kindern jedoch nach 7 Tagen deutlich besser

AOM akute Otitis media, CRP C‑reaktives Protein, EKG Elektrokardiogramm

aDie Eltern sollen über mögliche Symptome einer Verschlechterung informiert sein und müssen wissen, an wen sie sich dann außerhalb der Praxiszeiten wenden können

bSiehe auch AWMF-Leitlinie Down-Syndrom, Registernummer 027-051

cSubakut aufgetretener Dreh-/Schwankschwindel, Nachweis eines Nystagmus (als Reiznystagmus in Richtung des betroffenen Ohres, als Ausfallnystagmus in Richtung des Gegenohres), gestörter vestibulookulärer Reflex auf der Seite des betroffenen Ohres

dDer chronische Mittelohrerguss (Otoskopie, Tympanometrie; Seromukotympanon) ohne akute Entzündungszeichen wird durch eine Antibiotikatherapie nicht beeinflusst

eEine Parazentese erfolgt nur in wenigen Ausnahmefällen durch einen HNO-Arzt bei analgosediertem Kind. Indikationen für eine Parazentese: AOM mit Beteiligung des Innenohres (Cochlea und/oder Vestibularorgan) sowie bei V. a. Mastoiditis, fehlendes Ansprechen auf eine Therapie mit Amoxicillin-Clavulansäure oder Cefuroxim

fUnbedingt altersabhängige Dosierung beachten, Nasengang wechseln, Eltern entsprechend instruieren (maximal 5 Tage)

gAmoxicillin-Clavulansäure (4:1; 50 mg/kgKG und Tag) bei Kindern, die in den letzten 30 Tagen Amoxicillin erhalten haben oder Cefuroxim-Axetil 30 mg/kgKG und Tag in 2 Einzelgaben. Bei Kindern ab 9 Jahren ist auch Doxycyclin eine Option: Tag 1: 4 mg/kgKG, ab Tag 2: 2 mg/kgKG, maximal 200 mg/Tag

hRöntgenbilder der Nasennebenhöhlen sind in der Kinderheilkunde (bei ansonsten gesunden Kindern) kein geeignetes Verfahren zur Diagnosesicherung; die Spezifität der „verschatteten Nasennebenhöhle“ ist sehr niedrig

iGAS = „group A streptococcus“ (β-hämolysierende Streptokokken der Serogruppe A; auch Erreger des Scharlachs, wenn das Isolat ein Scharlachtoxin exprimiert). Nur 15–30 % aller Fälle von Tonsillopharyngitis bei Kindern werden durch GAS verursacht. Der Centor-Score ist nur für Jugendliche über 15 Jahre und Erwachsene validiert [19]

jEine generalisierte Lymphadenitis, insbesondere in Verbindung mit einer Hepatosplenomegalie, spricht eher für eine Mononukleose (→ Blutausstrich, Serologie)

kBei einem McIsaac Score von 3 Punkten liegt die Wahrscheinlichkeit eines GAS-Nachweises bei etwa 35 %. Daher ist es hier sinnvoll, bei Entscheidungsrelevanz für oder gegen eine antibiotische Therapie eine Diagnostik auf GAS für oder gegen eine antibiotische Therapie eine Diagnostik zum Nachweis von GAS (Antigentest oder Kultur) durchzuführen (Scholz et al. 2013 sowie AWMF-Leitlinie Halsschmerzen und AWMF-Leitlinie Tonsillitis [3])

lDie Serologie hat keinen Stellenwert in der Diagnostik der GAS-Tonsillopharyngitis

mZweite Wahl ist hier Amoxicillin 50 mg/kgKG und Tag in 1 bis 2 Einzelgaben (Cave: Exanthem bei Epstein-Barr-Virus-Infektion) oder Cefalexin bzw. Cefadroxil 50–100 mg/kgKG und Tag in 3 Einzelgaben

nPenicillin V kann hier morgens und abends (z. B. wegen Kindergarten oder Schulbesuch) verabreicht werden

oWichtige Differenzialdiagnosen: Fremdkörperaspiration, akute Epiglottitis (HiB-Impfung? Schluckstörung, Speicheln, septischer Aspekt, Körperhaltung), bakterielle Tracheitis, Retropharyngealabszess, atypisches Larynxödem (Anaphylaxie), Hypokalzämie, Diphtherie (Cave: extrem selten, aber wichtig)

pPrednisolon ist schneller wirksam und hat eine höhere Bioverfügbarkeit als das Pro-Drug Prednison [11]

qBei leichten Formen auch inhalative Gabe von Budesonid über Feuchtvernebler möglich

rInfectoKrupp® Inhal (4 mg/ml) unverdünnt über einen Vernebler zu verwenden

sEine deutlich über den Tagesbedarf hinausgehende Flüssigkeitszufuhr bringt keinen Vorteil

tEs gibt für das C-reaktive Protein bisher keinen Konsens in Bezug auf einen Grenzwert, der bakterielle von viralen Atemwegsinfektionen sicher unterscheidet.

Ergänzende allgemeine Empfehlungen zu Antibiotikaverordnungen

Verzögerte Antibiotikaverordnung („delayed prescription“)

Die verzögerte Antibiotikatherapie (insbesondere das Zuwarten und Beobachten) ist eine effektive Strategie zur Vermeidung von Antibiotika [5, 116, 117], v. a. bei der akuten Otitis media (AOM; Patientenalter 24 Monate) und bei der Sinusitis [130]. Eine verzögerte Antibiotikaverordnung kann auf zwei Wegen umgesetzt werden:
  • „Zuwarten und Beobachten“ („wait and observe, watchful waiting“)

    Unter einer symptomatischen Therapie (!) wird das Kind von den Eltern sorgfältig beobachtet; eine ärztliche Kontrolle nach 48 h oder zumindest eine telefonische Rücksprache ist erforderlich. Wenn sich der Zustand des Kindes nicht bessert oder verschlechtert, kann nach Ablauf von 48 h ein Antibiotikum verordnet werden.

  • Ein Rezept mitgeben, das nur bei ausbleibender Besserung eingelöst wird.

    Risiko: Die Eltern „horten“ das Antibiotikum, nehmen es selbst oder geben es ihrem Kind ohne einen erneuten Arztbesuch, wenn sie glauben, es sei indiziert. Dieses Risiko ist nach Untersuchungen von Hawkins et al. [58] sehr gering, in einer aktuellen Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit jedoch substanziell [35].

In einer bereits 2001 publizierten Studie von Little et al. zur AOM benötigten in der Gruppe mit verzögerte Antibiotikatherapie nur 36 von 150 Patienten (24 %) letztendlich ein Antibiotikum [81]. Nach einer Studie von Chao et al. [20], in der beide oben erwähnten Strategien einer verzögerten Antibiotikatherapie bei Kindern über 2 Jahre mit unkomplizierter AOM miteinander verglichen wurden, ist das Zuwarten und Beobachten ohne Rezept die Strategie, die mit der niedrigsten Antibiotikabehandlungsrate einhergeht (hier: kein Antibiotikum bei 81 % vs. 53 %). Beide Strategien setzen verständige und kompetente Eltern voraus, denen die Warnzeichen für einen komplizierten Verlauf bekannt sein müssen. Die Eltern müssen auch wissen, an wen sie sich bei einer Verschlechterung des Zustandes ihres Kindes wenden sollen (Sicherheitsnetz; [49, 69, 103]). „Zuwarten und Beobachten“ erfordert bei weiter krankem Kind einen Anschlusstermin oder zumindest eine gezielte Kontaktaufnahme nach 48–72 h. In einer epidemiologischen Studie aus Frankreich war nicht die Verbesserung der Behandlung-Compliance (Dosierung und Dauer), sondern der Verzicht auf das Antibiotikum maßgeblich für die Abnahme der Prävalenz Penicillin-resistenter Pneumokokken im Rachenabstrich (von 53 % auf 35 % in 5 Monaten, [57]).

Bedeutet „weniger Antibiotika“ auch „mehr Komplikationen“?

Die großzügige Verordnung von nichtindizierten Antibiotika löst das Problem der diagnostischen Unsicherheit nicht [6]. In großen epidemiologischen Studien zu einem restriktiveren Verordnungsverhalten wird das Risiko schwerer eitriger Komplikationen um, hoch geschätzt, 3,8 Fälle/10.000 Patienten erhöht [71, 95]. Zum Beispiel schützt die antibiotische Therapie jeder AOM populationsbezogen nicht sicher vor eitrigen Komplikationen [110], wie z. B. der Mastoiditis [54, 63, 126] oder vor der noch deutlich selteneren otogenen Meningitis [10]. In den Niederlanden, wo maximal 30 % der Kinder mit AOM eine antibiotische Therapie erhalten, sind diese Komplikationen nicht häufiger als in Hochverordnungsländern [129]. Das Gleiche gilt für die Inzidenz der Mastoiditis sowie der schweren (stationär zu behandelnden) Tonsillitis und Rhinosinusitis in Schweden, wo von 1993 bis 2004 die Antibiotikaverordnungen bei Säuglingen und Kleinkindern (0 bis 4 Jahre) um 37 % sowie bei Vorschul- und Schulkindern (5 bis 14 Jahre) um 57 % gesenkt wurden [87].

Bei der akuten Bronchitis müssten 22 Patienten (Kinder oder Erwachsene) behandelt werden, damit ein Patient messbar von der Antibiotikatherapie profitiert [113, 114]. Ein seltenerer Einsatz von Antibiotika führt auch hier nicht zu vermehrten Komplikationen (z. B. mehr ambulant erworbene Pneumonien) oder einer schnelleren Genesung [16].

Vielmehr können alle Ärzte, die Kinder mit AWI betreuen, z. B. durch:
  • Kompetenz und Sorgfalt bei der Anamnese und der körperlichen Untersuchung [90],

  • den zusätzlichen Einsatz der Pulsoxymetrie zur Messung der Sauerstoffsättigung bei Kindernmit AWI und Tachy(dys)pnoe [125],

  • eine regelmäßige kritische Aktualisierung der wissenschaftlichen Evidenz für das beschriebene Vorgehen [62],

  • einen Anschlusstermin (oder Kontakt) bei „zuwartender Beobachtung“,

  • die Etablierung eines geeigneten Sicherheitsnetzes der ambulanten Versorgung („safety netting“; [69, 103]),

nach dem Vorsorgeprinzip der Risikoregulierung proaktiv und systematisch auf die verbleibende „diagnostische Unsicherheit“ reagieren.

Die Empfehlung gegen den Einsatz eines Antibiotikums wird von den Eltern deutlich besser akzeptiert und seltener infrage gestellt, wenn ihr eine eindeutige und detaillierte Empfehlung für eine bestimmte symptomatische Behandlung4 vorausgeht [118, 119].

Verbessern lässt sich die Kommunikation mit den Eltern mit mündlich und schriftlich übermittelten Informationen:
  • voraussichtliche Prognose und zu erwartende Dauer der Erkrankung5 [15],

  • konkrete Warnzeichen für Komplikationen (z. B. Zeichen der Dehydratation, Tachypnoe „in Ruhe“, petechiales Exanthem; [47, 48]),

  • Sicherheitsnetz (an wen kann ich mich jederzeit wenden, wenn es dem Kind schlechter geht; [103]).

Hinweis zum Einsatz von Makroliden und Azithromycin6 bei Atemwegsinfektionen

Makrolide (Erythromycin, Clarithromycin) und Azithromycin sind Reservetherapeutika z. B. für Kinder und Jugendliche mit:
  • ambulant erworbener Pneumonie durch atypische Infektionserreger (Mycoplasma pneumoniae, Chlamydophila pneumoniae, Chlamydophila psittaci, Legionella pneumophila [41, 42]),

  • Pertussis [22, 32, 102],

  • Penicillin-Allergie vom Soforttyp [17, 37, 76, 96].

Bei AOM, Sinusitis, Pharyngitis, Bronchitis und ambulant erworbener Pneumonie ohne substanzielle Hinweise auf einen atypischen Erreger sollen Makrolide oder Azithromycin nach Möglichkeit nicht eingesetzt werden. Ihr vermehrter Einsatz steht im Zusammenhang mit erhöhten Resistenzraten bei Pneumokokken, Haemophilus influenzae, Serogruppe-A-Streptokokken (GAS) und auch bei Mycoplasma pneumoniae [9, 34, 43, 51, 70, 86, 94, 98, 115, 127].

Fußnoten

  1. 1.

    Gemeint ist immer der Facharzt/die Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin.

  2. 2.

    „Group A streptococcus“ (β-hämolysierende Streptokokken der Serogruppe A).

  3. 3.
  4. 4.

    Nicht: „Es ist alles in Ordnung, das ist nur eine Virusinfektion.“

  5. 5.

    Nicht: „Das ist in wenigen Tagen wieder vorbei.“.

  6. 6.

    Azithromycin ist zwar vom Wirkmechanismus und Wirkspektrum mit Makroliden vergleichbar, es handelt sich pharmakologisch aber um ein Azalid.

Notes

Einhaltung ethischer Richtlinien

Interessenkonflikt

A. Simon, T. Tenenbaum, H.I. Huppertz, S. Trapp, M. Prelog, M. Hufnagel, M. Knuf, M.A. Rose, J. Forster, T. Nicolai, C. Berger, D. Nadal, J. Hübner, R. Berner und J. Liese geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Dieser Beitrag beinhaltet keine von den Autoren durchgeführten Studien an Menschen oder Tieren.

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Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • A. Simon
    • 1
  • T. Tenenbaum
    • 2
  • H. I. Huppertz
    • 3
  • S. Trapp
    • 4
  • M. Prelog
    • 5
  • M. Hufnagel
    • 6
  • M. Knuf
    • 7
  • M. A. Rose
    • 8
  • J. Forster
    • 9
  • T. Nicolai
    • 10
  • C. Berger
    • 11
  • D. Nadal
    • 11
  • J. Hübner
    • 10
  • R. Berner
    • 12
  • J. Liese
    • 5
  1. 1.Klinik für Pädiatrische Onkologie und HämatologieUniversitätsklinikum des SaarlandesHomburg/SaarDeutschland
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  11. 11.Universitäts‐Kinderspital ZürichZürichSchweiz
  12. 12.Klinik und Poliklinik für Kinder‐ und JugendmedizinUniversitätsklinikum DresdenDresdenDeutschland

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