1,25(OH)2-Vitamin D3Das Vitamin D-Hormon

Das Vitamin D-Hormon

Im Jahr 1650 wurde die seit dem Altertum bekannte Krankheit der Rachitis, die „Englische Krankheit”unter dem Namen „rickets” (englisch: Höcker) von Glisson als Entität beschrieben, ohne daß man ihre Ursache kannte. In den 20er Jahren wurde „Vitamin” D als fettlösliche Substanz entdeckt, die Rachitis heilt, und es wurde beschrieben, daß Vitamin D in der Haut durch Sonneneinstrahlung gebildet wird. Die chemische Struktur wurde in den Jahren 1931/32 aufgeklärt. Erst in 1969 und 1971 wurden zwei wichtige Hydroxylierungsschritte in Position 25 und 1

α beschrieben, die offensichtlich zur Aktivierung dieser Substanz nötig waren. Schließlich wurde in den 70er Jahren ein Rezeptorprotein für Vitamin D biochemisch charakterisiert und 1987 wurde die Sequenz des Vitamin D-Rezeptors aufgeklärt. Es handelt sich um ein Protein, das ganz eindeutig in die Familie der Steroidhormon-Rezeptoren einzugliedern ist. Aktuell wird zudem ein membranständiger Rezeptor charakterisiert, der vermutlich die schnellen Effekte des Vitamin D-Hormons vermittelt. Möglicherweise handelt es sich dabei um das Annexin II. Insgesamt kennen wir somit drei spezifische Bindungsproteine für von Vitamin D 3 abgeleitete Secosteroide: Das Vitamin D-bindende Protein im Serum, den membranständigen Rezeptor und den klassischen intrazellulären Rezeptor (VDR). Spätestens nach diesen Erkenntnissen wurde klar, daß es sich bei dem Secosteroid 1,25-Dihydroxy-Cholecalciferol nicht um ein Vitamin sondern um ein Hormon handelt und daß die vorher charakterisierten Vorstufen weitgehend inerte Vorläufer-Substanzen sind.

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Jakob, F. 1,25(OH)2-Vitamin D3Das Vitamin D-Hormon. Internist 40, 414–430 (1999). https://doi.org/10.1007/s001080050353

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