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HNO

, Volume 45, Issue 12, pp 983–989 | Cite as

Funktionserhaltende Chirurgie von Glomus-jugulare-Tumoren Ein realisierbares Ziel?

Ein realisierbares Ziel?
  • M. Gjuric
  • M. E. Wigand
  • M. Weidenbecher
  • S. R. Wolf
  • L. Seidinger
Originalien

Zusammenfassung

Eine radikale Entfernung ausgedehnter Glomus-jugulare-Tumoren hinterläßt häufig schwere Einschränkungen durch Lähmungen der kaudalen Hirnnerven und die Obliteration des Mittelohrs. Die Operationsstrategie der Erlanger HNO-Klinik setzte sich zum Ziel, die postoperative Morbidität zu senken, und gleichzeitig die Sicherheit der Tumorkontrolle zu erreichen. Die vorliegende Untersuchung stellt die onkologischen und funktionellen Resultate retrospektiv an 24 Patienten mit Glomus-jugulare-Tumoren der Größen C und D dar. Der mittlere Nachbeobachtungszeitraum betrug 3,7 Jahre. Als Standardmethode der Operation diente der transmastoidale-transzervikale Zugangsweg, der je nach Wachstum des Tumors modifiziert und gegebenenfalls mit einer transtemporalen Freilegung des Felsenbeins oder mit Hilfe eines retrosigmoidalen Zugangs kombiniert wurde. Präoperativ wurde eine superselektive Embolisation, soweit möglich, ausgeführt. Eine Ergänzung mit postoperativer Strahlentherapie erfolgte in 7 Fällen. Eine Heilungsrate von 100% wurde nach vollständiger Entfernung des Tumors mit Hilfe eines multidirektionalen Vorgehens erzielt. Bei 38% dieser Patienten traten postoperativ neue Hirnnervenlähmungen auf. In 54% der Fälle konnten ein normal konturierter äußerer Gehörgang und das Mittelohr entweder erhalten oder rekonstruiert werden. Residualtumore mußten in 2 Fällen nach inkompletter Resektion und postoperativer Radiotherapie beobachtet werden. Die individuelle Anpassung des chirurgischen Vorgehens erlaubt eine funktionsschonende Therapie ausgedehnter Glomus-jugulare-Tumore. Die entsprechend der Tumorausbreitung gewählten Zugangswege und operativen Schritte gestatten vollständige Tumorresektion mit minimierter Morbidität.

Schlüsselwörter Glomus-jugulare-Tumor Schädelbasischirurgie Funktionserhaltung Hirnnerven Gehör 

Summary

In this retrospective study, oncologic and functional results of 24 patients treated for glomus jugulare tumor stages C and D are reported. The surgical approach used was a combined transmastoid-transcervical approach, which was modified according to individual tumor growth. As needed, this was combined with a transtemporal or retrosigmoid approach. Complete tumor removal resulted in a cure rate of 100%. Surgically induced cranial nerve palsies developed in 38% of the patients. In 54% of cases it was possible to retain middle ear function. Seven patients had incomplete tumor removal requiring postoperative irradiation, with tumor progression occurring in 2 patients. Radical tumor removal was modified by efforts to reduce mutilating resections. These results show that individually tailored and combined multidirectional surgical approaches can allow total tumor removal to be performed with lower morbidity.

Key words Glomus jugulare tumor Skull base surgery Cranial nerves Hearing preservation 

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1997

Authors and Affiliations

  • M. Gjuric
    • 1
  • M. E. Wigand
    • 1
  • M. Weidenbecher
    • 1
  • S. R. Wolf
    • 1
  • L. Seidinger
    • 1
  1. 1.Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenkranke, Universität Erlangen-Nürnberg (Direktor: Prof.Dr.med. M.E. Wigand)XX

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