CME-Fragebogen
Sie sehen in Ihrer Praxis einen 8‑jährigen Jungen mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS), der seit seinem 4. Lebensjahr stottert. Welche Redeflussstörung liegt in diesem Fall vor?
Erworbenes neurogenes Stottern
Idiopathisches Stottern
Originäres neurogenes nichtsyndromales Stottern
Originär neurogen syndromales Stottern
Psychogenes Stottern
Welche der folgenden Aussagen zu Stottern im Kindes- und Jugendalter trifft nicht zu?
Mädchen sind etwa anderthalbmal so häufig betroffen wie Jungen.
Es hat für das Schulalter eine Prävalenz von etwa 1,4 %.
Seine Inzidenz im Vorschulalter beträgt studienabhängig 5–11 %.
Es remittiert spontan in 70–80 % der Fälle.
Es setzt meist im Alter von 2 bis 6 Jahren ein.
Eine bedeutsame Komorbidität sind Angststörungen.
Welche Aussage zum Stottern ist richtig?
Stottern ist auf ein ungünstiges Lern- und Verstärkungsverhalten bei kommunikativer Überforderung der Kinder zurückzuführen.
Stottern wird maßgeblich von der (von Geschwistern) geteilten familiären Umwelt mitverursacht.
Stottern ist nicht erblich.
Stottern geht mit von Nichtstotternden abweichenden Hirnaktivitäten beim Sprechen und hirnmorphologischen Besonderheiten einher.
Stottern ist nicht gehäuft mit Angststörungen verbunden.
Welche der folgenden Aspekte ist kein Risikofaktor für die Herausbildung eines originären neurogenen nichtsyndromalen Stotterns?
Ein Erstauftreten von Unflüssigkeiten vor mehr als einem halben bis einem Jahr
Ein psychisch belastendes Ereignis
Ein fehlender Rückgang der Stotterschwere in den ersten 7 bis 12 Monaten
Ein stotternder Verwandter, bei dem das Stottern persistierte
Männliches Geschlecht
Bei welcher der folgenden Sprechproben handelt es sich um eine normale Sprechunflüssigkeit?
„I – i – i – ich ha – ha – hab mir weh getan.“
„Eeeeees hat geblutet.“
„… zen-ää-ää-tral …“
„Ich hab ich hab mal ich hab mal was gefunden.“
„[angestrengtes Geräusch] … Butter“
Sie wünschen von der behandelnden Logopädin eines 6‑jährigen stotternden Jungen einen Therapiebericht. Welches der nachfolgend genannten Verfahren ist für die geforderte Verlaufsdiagnostik am ehesten verzichtbar?
Ermittlung der Stotterhäufigkeit (Anteil [%] gestotterter Silben) aus der Analyse einer mindestens 300 Silben umfassenden Sprechprobe
Psychometrisches Testverfahren Stuttering Severity Instrument – Fourth edition (SSI-4) oder Test of Childhood Stuttering (TOCS)
Rating der Stotterschwere durch die Therapeutin
Rating der Sprechnatürlichkeit durch nichtprofessionelle dritte Person
Fragebogen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität, z. B. Overall Assessment of the Speakers’ Experience with Stuttering (OASES)
Ein 4‑jähriger Junge stottert mittelgradig seit 3 Monaten. Auch sein Onkel stottert. Welches Vorgehen ist vorzugsweise zu empfehlen?
Das Kind wird weitere 3, maximal 9 Monate beobachtet, ob eine Spontanremission eintritt.
Eine Sprechrestrukturierungstherapie wird eingeleitet.
Den Eltern wird empfohlen, noch ein halbes Jahr eine mögliche Spontanremission abzuwarten, sich bei Zunahme der Stottersymptomatik aber zur sofortigen Therapieeinleitung vorzustellen.
Eine wohnortnahe logopädische Therapie wird eingeleitet.
Eine Lidcombe-Therapie oder eine RESTART-DCM(Demands and Capacities Model) wird eingeleitet, ggf. auch eine Stottermodifikationstherapie.
Ein 5‑jähriges Mädchen mit einer mittelgradigen Aussprachestörung und einem gering- bis mittelgradigen, seit einem Jahr bestehenden Stottern wird vorgestellt. Welches Prozedere schlagen Sie vor?
Zunächst wird das Stottern behandelt, da es langfristig persistieren kann.
Zunächst wird die Aussprachestörung behandelt, da das Kind schwer verständlich ist.
Beide Störungsbilder werden gleichzeitig über zwei Verordnungen behandelt.
Die Aussprachestörung wird zuerst behandelt, und die Eltern werden beraten, mit dem Kind zunächst ruhig und gelassen auf einfachem linguistischem Niveau zu sprechen, um das Stottern zu verringern, und es nach einem halben Jahr wieder vorzustellen.
Es wird noch ein halbes Jahr abgewartet, welches Störungsbild sich stärker manifestiert, um dann dieses mit Vorrang zu behandeln.
Ein 15-jähriger stotternder Junge wird Ihnen vorgestellt, der stark unter seinem Stottern leidet und mittlerweile eine soziale Phobie entwickelt hat. Welche der folgenden Behandlungen würden Sie vorzugsweise empfehlen?
Ein Verfahren der Atemkontrolle
Ein psychoanalytisches Verfahren, das die biografischen Ursachen des Stotterns aufarbeitet
Ein Fluency-shaping-Verfahren, da sich mit der Reduktion des Stotterns automatisch auch die Angst davor abbaut
Ein Stottermodifikationsverfahren, da es auch am Abbau der Angst vor dem Stottern arbeitet
Eine Psychotherapie, die soziale Phobie behandelt, zusätzlich zur Stottertherapie
Anhand welcher Merkmale erkennen Sie, dass ein Kind stottert und nicht poltert?
Zu hohes oder irreguläres Sprechtempo, eingeschränkte Verständlichkeit
Unregelmäßige lautliche Auffälligkeiten, Zusammenziehen oder Auslassungen von Silben, artikulatorische Verschleifungen
Abnormitäten von Pausen, Sprechrhythmus und ggf. Silbenbetonung
Stottertypische Sprechunflüssigkeiten
Stotteruntypische Sprechunflüssigkeiten