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HNO

, Volume 67, Issue 4, pp 240–241 | Cite as

Preisträger 2018 der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V.

  • M. PraetoriusEmail author
Einführung zum Thema
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The German Society of Otorhinolaryngology, Head and Neck Surgery award winners 2018

Liebe Leserinnen und Leser,

es wird zu wenig geforscht in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde in Deutschland. Vielleicht ist das zu hart formuliert.

Es wird zu wenig Forschungsgeld bei der DFG beantragt

Es wird jedenfalls zu wenig Forschungsgeld bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) beantragt. Dies hat das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, unserer Fachgesellschaft, uns anlässlich der letzten Jahresversammlung deutlich gemacht. Letztlich steht damit nicht weniger als der Fortbestand als eigenes Fach im Fachkollegium Medizin der DFG auf dem Spiel. In der Periode 2016–2019 sind dort Prof. Klußmann aus Köln und Prof. Moser aus Göttingen für die Wahrung der HNO-spezifischen Interessen zuständig. Um diese eigenständige Vertretung des Fachs innerhalb der DFG auch weiterhin zu gewährleisten, ist ein Mindestvolumen an Förderungsantragstellungen erforderlich – hier sind alle Forschungsinteressierten gefragt.

Die anatomische Vielfalt des N. hypoglossus hat PD Dr. med. Clemens Heiser klinisch untersucht. Ausgangspunkt war hierfür die innovative Behandlungsmethode der obstruktiven Schlafapnoe. Hierbei ist die invasive Stimulation des N. hypoglossus für einen kalkulierbaren Erfolg auf die Kenntnis der anatomischen Variationen angewiesen. PD Heiser zeigt einmal mehr, dass auch in der morphologisch-deskriptiven Anatomie entgegen der landläufigen Vorstellung immer noch neue Erkenntnisse gewonnen werden können. Er wurde für seine Untersuchungen mit dem Anton-von-Tröltsch-Preis der Fachgesellschaft ausgezeichnet.

Das Cochleaimplantat ist eine Erfolgsgeschichte

Das Cochleaimplantat ist eine Erfolgsgeschichte. Doch auch hier gibt es Aspekte, die bislang noch nicht ursächlich erklärt werden können. Durch die Indikationserweiterung hin zu Betroffenen mit erhaltungswürdigem Restgehör kommt diesem besondere Aufmerksamkeit zu. Denn dieses Restgehör soll lange erhalten bleiben, um den Hörsinn optimal nutzen zu können. Wenn dieses sich Jahre nach der Operation verschlechtert, so sollten andere Einflüsse als das akute Trauma dafür verantwortlich sein. So hat Marvin Peter, M. Sc., aus der DFG-geförderten Arbeitsgruppe von PD Dr. med. Athanasia Warnecke Corti-Organe kultiviert, elektrisch stimuliert und anschließend hochauflösend mikroskopisch untersucht. Hier konnten Einflüsse auf die Synapsen der Corti-Organe beobachtet werden. Diese Arbeit wurde 2018 mit dem Posterpreis im Rahmen des 55. Inner Ear Biology Workshops ausgezeichnet.

Die Rolle der Immunologie in der HNO verdeutlicht PD Dr. med. Christoph Andreas Reichel. Auf immunologischen Grundlagen beruhende Therapieformen im Bereich der Onkologie und der Rhinologie werden zunehmend bekannter. Dass jedoch auch unkontrollierte lokale Gerinnung oder der Hörsturz mit Immunmodulation dereinst behandelt werden könnten, ist ein Blick in die Zukunft. PD Reichel wurde mit dem Forschungspreis der Arbeitsgemeinschaft (AG) Onkologie der Fachgesellschaft ausgezeichnet. Seine Arbeit entstand im Rahmen des DFG-geförderten Sonderforschungsbereichs (SFB) 914.

Immer leistungsfähigere hörunterstützende Technik macht es erforderlich, anspruchsvollere Testsituationen zur Verfügung zu haben. Um alltägliche Hörumgebungen reproduzierbar in einer Laborsituation anbieten und damit testen zu können, hat Dr. Tobias Weißgerber einen Raum mit 128 individuell ansteuerbaren Lautsprechern ausgestattet. Hiermit ist es ihm gelungen, ein flexibles Schallfeld zu erzeugen, in dem sich eine Fragestellung wie die optimierte Richtcharakteristik von Hörhilfen realistischer testen lässt. Er hat hierfür den Innovationspreis der ADANO (Arbeitsgemeinschaft Deutschsprachiger Audiologen, Neurootologen und Otologen) der Fachgesellschaft erhalten.

Diese in vieler Hinsicht ausgezeichneten Arbeiten sollten uns für die Forschung in unserem Fachgebiet begeistern und ermutigen, für Forschungsfragen auch Förderung der DFG zu beantragen.

Prof. Dr. M. Praetorius

Notes

Interessenkonflikt

M. Praetorius gibt an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

Copyright information

© Springer Medizin Verlag GmbH, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  1. 1.Sektion Otologie und Neuro-Otologie, Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-OhrenheilkundeUniversitätsklinikum HeidelbergHeidelbergDeutschland

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