Ziel
Die Sensitivität für den Verdacht einer Hörstörung im Kindesalter sollte analysiert werden.
Methodik
Die Eltern von Kindern mit bestätigtem Hörverlust wurden zum Lebensalter ihres Kindes bei Verdacht der Hörstörung befragt sowie zur Verdachtsinstanz. Von 185/199 Kindern im Alter von 1 bis 120 Monaten liegen Elterninformationen vor.
Ergebnisse
In 46% der Fälle (in 20% aller Schallleitungs- und in 52% aller Schallempfindungsstörungen) kam der Hörstörungsverdacht von den Eltern, in 25% von Kinderärzten, in jeweils 7% von HNO-Ärzten bzw. bei schulärztlicher Eingangsuntersuchung und in 6% von Geburtshelfern. Es gab eine beachtliche Zeitverzögerung (13,2 Monate) vom Elternverdacht bis zur validen Diagnose bilateraler Schallempfindungsstörungen (mittleres Diagnosealter 50,9, SD 30,3 Monate). Die individuelle Hörgeräteversorgung erfolgte entsprechend spät (mittleres Versorgungsalter 51,5, SD 30,7 Monate).
Fazit
Elterliche Wachsamkeit ist ein ernst zu nehmendes, effektives Instrument, eine Hörstörung im frühen Kindesalter zu entdecken, solange kein universelles Neugeborenen-Hörscreening (UNHS) bundesweit etabliert ist.