Hintergrund und Fragestellung. Das Betelkauen ist in Indien und Südostasien weit verbreitet. Akut treten milde psychostimulierende Wirkungen auf. Bei längerem Gebrauch ist vor allem mit oralen, aber auch einigen extraoralen Erkrankungen zu rechnen. In der dermatologischen Literatur finden sich erstaunlich wenige Hinweise. Die vorliegende Arbeit soll eine aktuelle Übersicht liefern.
Methodik. Anhand der relevanten Literatur und eigener Erfahrungen werden typische Krankheitsbilder durch Betelkauen dargestellt.
Ergebnisse. Es können benigne und maligne Erkrankungen durch den Betelgenuss hervorgerufen werden. Neben rötlich-bräunlichen Verfärbungen der Zähne und der Schleimhaut sind die Peridontose und die betelinduzierte bukkale Mukositis von Bedeutung. Die orale submuköse Fibrose stellt eine Präkanzerose für Mundhöhlenkarzinome dar. Unter den malignen Tumoren, die mit dem Betelkonsum in Verbindung gebracht werden, hat das Plattenepithelkarzinom der Mundschleimhaut die größte Relevanz, aber auch Speiseröhren- und hepatozelluläre Karzinome können auftreten. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt.
Schlussfolgerungen. Betelkauen ist ein Morbiditäts- und Mortalitätsfaktor. Allerdings fehlen kontrollierte Therapiestudien trotz der epidemiologischen Relevanz von Betelgenuss und assoziierten Krankheitsbildern.