Vor nicht allzulanger Zeit unterschied man bei der Behandlung von Frakturen im Wachstumsalter lediglich zwischen konservativer und operativer Behandlung und forderte, daß 90% konservativ behandelt werden müßten und nicht mehr als 10% operativ behandelt werden dürften. Hinter dieser “konservativen” Apodiktik verbarg sich ein immenser Aufwand an Anästhesien, geschlossenen Repositionen, Nachrepositionen, Therapiewechseln, Gipsen, Kirschnerdrähten, Extensionen und stationären Aufenthalten. Ärztlicherseits war man durchaus zufrieden mit den Endergebnissen, die man wohlweislich erst bei Wachtumsabschlußüberprüfte. Zudem betrachtete man die Kinder als wohlfeiles Mittel, Krankenhausbetten zu amortisieren, indem man ihnen Behandlungsmethoden zumutete, die beim Erwachsenen schon längst aufgegeben worden waren.