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Resektionsausmaß bei Kolonkarzinomen im Bereich der linken Kolonflexur

Ergebnisse einer Netzwerkmetaanalyse

Extent of resection for splenic flexure tuomrs

Results of a network meta-analysis

FormalPara Originalpublikation

Wang X et al (2021) Subtotal colectomy, extended right hemicolectomy, left hemicolectomy, or splenic flexure colectomy for splenic flexure tumors: a network meta-analysis. Int J Colorectal Dis 36(2):311–322. https://doi.org/10.1007/s00384-020-03763-z.

FormalPara Einleitung und Zielsetzung.

Aus chirurgischer Sicht ist die Lokalisation der Karzinome der linken Kolonflexur v. a. deswegen interessant, da sie sich im Bereich der „Wasserscheide“ des Stromgebietes der Arteria mesenterica superior und der Arteria mesenterica inferior befinden. Entsprechend den onkologischen Prinzipien der kurativen Primärtumorresektion konkurrieren daher unterschiedliche Resektionsausmaße für die Karzinome der linken Kolonflexur: Die subtotale Kolektomie (STK), die erweiterte Hemikolektomie rechts (EHKR), die Hemikolektomie links (HKL) und die Resektion der linken Kolonflexur (FRL). Ziel der aktuellen Netzwerkmetaanalyse war es, die vorhandene Literatur bezüglich dieser Resektionsausmaße hinsichtlich Kurzzeitergebnissen und onkologischem Outcome auszuwerten. Hierzu wurden aus den bekannten medizinischen Datenbanken alle relevanten Originalpublikationen bis August 2020 extrahiert, die mindestens 2 der oben genannten Resektionsausmaße bei Patienten mit Kolonkarzinom der linken Flexur miteinander verglichen.

FormalPara Ergebnisse.

Insgesamt konnten 10 Studien mit N = 2734 Patienten mit Karzinomen der linken Kolonflexur identifiziert werden: N = 109 Patienten im STK-Arm, N = 596 Patienten im EHKR-Arm, N = 928 Patienten im HKL-Arm und N = 1101 Patienten im FRL-Arm. Der Anteil männlicher Patienten betrug 57,4 %, das mittlere Alter schwankte zwischen 63 und 74 Jahren und der Anteil laparoskopisch durchgeführter Operationen zwischen 11,2 und 85,3 %. Das Risiko einer Anastomoseninsuffizienz war für die STC am geringsten und für die FRL am höchsten, jedoch nicht signifikant unterschiedlich. Gleiches galt für den Endpunkt „perioperative Mortalität“. Die Lokalrezidivrate unterschied sich zwischen den einzelnen Techniken nicht signifikant, mit allerdings dem höchsten Risiko eines Lokalrezidivs für die FRL und dem niedrigsten Risiko für die STK. Die Rate an Metastasierung war für die einzelnen Operationsverfahren vergleichbar. Daten zum krankheitsfreien Überleben, rezidivfreien Überleben und progressionsfreien Überleben wurden nur von 4 Studien berichtet. Somit war eine Metaanalyse hinsichtlich dieser Endpunkte nicht möglich. Die Einzelauswertung dieser Studien zeigte aber keinen signifikanten Unterschied zwischen FRL, HKL und EHKR in Bezug auf das krankheitsfreie Überleben. Das Gesamtüberleben (OS) wurde von 7 Studien mit N = 1055 Patienten analysiert. Hierbei resultierte die STK im besten OS, gefolgt von HKL, FRL und EHKR.

FormalPara Fazit des Reviewers.

Die vorliegende Netzwerkmetaanalyse zeigt auf hohem Evidenzniveau, dass die 4 möglichen Resektionsverfahren für Karzinome der linken Kolonflexur in einer vergleichbaren Lymphknotenausbeute und in vergleichbaren Überlebensdaten resultieren. Obwohl die EHKR mit einem höheren Risiko für einen postoperativen Ileus einherging, zeigte sich für dieses Resektionsausmaß eine höhere Rate an primärer Anastomose und ein (nicht-signifikanter) Trend zu einer niedrigeren Anastomoseninsuffizienzrate, verglichen mit den übrigen, limitierteren Resektionsverfahren. Ein eindeutig zu bevorzugendes, da überlegenes Resektionsverfahren lässt sich nicht definieren.

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C.T. Germer und J. Reibetanz geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Germer, C.T., Reibetanz, J. Resektionsausmaß bei Kolonkarzinomen im Bereich der linken Kolonflexur. Chirurg 92, 961 (2021). https://doi.org/10.1007/s00104-021-01507-5

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