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Wie messen wir Qualität in der muskuloskelettalen Medizin?

How is quality measured in musculoskeletal medicine?

Liebe Leserinnen und Leser,

nachdem die Corona-Pandemie unser Handeln im letzten Jahr wesentlich bestimmt hat, wollen wir von diesem Thema nun langsam Abstand nehmen und uns den Kernfragen unseres Faches zuwenden.

Diagnostik und Therapie in der muskuloskelettalen Medizin entwickeln sich rasant. Bevor bestätigt ist, dass eine Indikation zur Operation besteht und eine neue Methode der herkömmlichen überlegen ist, ist schon eine weitere Technik entwickelt. Ebenso verhält es sich mit Implantaten und Prothesen. Bewährtes wird immer wieder von Neuem abgelöst, um nicht selten nach Fehlschlägen wieder zum Bewährten zurückzukehren. Ist höher – weiter – schneller aber immer besser? Lässt sich die Qualität unserer täglichen Arbeit objektivieren?

“Versorgungsqualität muss mit unabhängigen verlässlichen Methoden messbar werden”

Parameter für die „Versorgungsqualität“ lassen sich durch Register, wie sie inzwischen für das Trauma und die Endoprothetik etabliert sind, erfassen. Doch auch diese haben ihre Schwachstellen. Leider ist insbesondere das Traumaregister wegen neuer gesetzlicher Datenschutzvorgaben gefährdet, sodass dieses für uns so wichtige Instrument wegfallen könnte. Neben der individuellen Beurteilung durch den Patienten und den Mediziner sind wir auf der Suche nach einer unabhängigen verlässlichen Methode zur Qualitätsmessung.

Es gibt zahlreiche Scores, die uns helfen können, das Outcome für unsere Patienten zu analysieren und zu vergleichen. „Intelligente“ Implantate, die uns Hinweise auf die Belastbarkeit unserer Osteosynthese- und Prothesensysteme geben können, sind kurz vor der Marktreife und könnten uns wichtige Informationen über die Aktivität sowie Compliance unserer Patienten geben und drohende Komplikationen frühzeitig erfassen.

Mit diesem Heft wollen wir uns der Erfassung der Qualität in den unterschiedlichen Bereichen der muskuloskelettalen Medizin annähern. Renommierte Experten haben sich für ihre jeweiligen Schwerpunkte an die Fragen herangewagt und versuchen, uns Hinweise und Parameter zu nennen, wie wir Qualität messbar machen können.

Märdian et al. versuchen in ihrem Beitrag herauszuarbeiten, was eine gute Osteosynthese ausmacht. Reicht das postoperative Röntgenbild, das eine anatomische Reposition zeigt oder geht es doch um mehr?

Jaenisch et al. versuchen diese Frage für die Endoprothetik zu behandeln. Hier sind die einzelnen Eingriffe oft standardisierter als in der Traumatologie, sodass es hier einfacher möglich ist, Qualität messbar zu machen. Doch auch hier geht das Thema deutlich über objektivierbare Parameter, wie Operationszeiten und Mindestmengen, hinaus.

Vom Endoprothesenregister wird die Brücke zum Traumaregister geschlagen. Hier versuchen Flohe et al. herauszuarbeiten, ob uns das Register hilft, die Qualität der Schwerverletztenversorgung valide zu analysieren.

Hakimi et al. nähern sich der oft sehr individuellen Handchirurgie von „qualitativer Seite“, während Petersen et al. und Hinz und Imhoff die Knie- und die Schulterchirurgie nach qualitativen Aspekten analysieren und zeigen, dass „return to play“ nicht alles ist.

Wir hoffen, Ihnen mit diesem Heft Einblicke in unser Fach zu geben, die Sie vielleicht bisher nicht hatten und wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen.

Verbunden mit der Hoffnung, Sie alle „live“ im Oktober in Berlin zu sehen, verbleiben wir mit herzlichem Gruß

Prof. Dr. Michael J. Raschke, Prof. Dr. Benedikt Schliemann

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M.J. Raschke und B. Schliemann geben an, dass kein Interessenkonflikt besteht.

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Redaktion

M. J. Raschke, Münster

B. Schliemann, Münster

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Raschke, M.J., Schliemann, B. Wie messen wir Qualität in der muskuloskelettalen Medizin?. Chirurg 92, 861–862 (2021). https://doi.org/10.1007/s00104-021-01496-5

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