Langzeitergebnisse nach Hybrid-Ivor-Lewis-Ösophagektomie (MIRO-Trial)

Long-term results after hybrid Ivor Lewis esophagectomy (MIRO trial)

FormalPara Originalpublikation

Nytens F, Dabakuyo-Yonli TS, Meunier B et al (2021) Five-year survival of hybrid minimally invasive esophagectomy in esophageal cancer. Results of the MIRO Randomized Clinical Trial. JAMA Surg. https://doi.org/10.1001/jamasurg.2020.7081

FormalPara Hintergrund und Fragestellung.

Trotz zunehmender Verbreitung der minimal-invasiven Ösophagektomie mit ihren verschiedenen, einschließlich robotisch-assistierten Techniken ist die Evidenz mit gegenwärtig nur drei publizierten, prospektiv randomisierten Studien gering. In einer dieser drei Studien (MIRO-Trial) wurde in 13 französischen Zentren (FREGATE-Gruppe) die minimal-invasive Hybrid-Ivor-Lewis-Ösophagektomie (Laparoskopie/Thorakotomie) mit einem primär offenen Vorgehen verglichen [1]. In dieser Studie konnte eine signifikant geringere intra- und postoperative Rate insbesondere pulmonaler Komplikationen für die Hybridtechnik nachgewiesen werden. Vom MIRO-Trial wurden jetzt die Langzeitergebnisse publiziert.

FormalPara Methoden

In dieser Post-hoc-Follow-up-Untersuchung der prospektiv randomisierten Phase-III-Studie kamen insgesamt 205 Patienten zur Auswertung, 102 nach Hybrid- und 103 nach offener Ivor-Lewis-Ösophagektomie. Das mediane Follow-up des Gesamtkollektives betrug 58,2 Monate. Primäre Endpunkte in der Intention-to-treat-Analyse waren das Gesamtüberleben (OS) und das krankheitsfreie Überleben (DFS).

FormalPara Ergebnisse

Das 5‑Jahres-OS betrug in der Hybrid-Gruppe 59 % und in der offenen Gruppe 47 % (Hazard Ratio [HR] 0,71). Das rezidivfreie Überleben wurde für die Hybrid-Patienten mit 44 % und für die offen operierten Patienten mit 34 % angegeben (HR 0,81). Für beide primären Endpunkte wurde somit keine statistische Signifikanz erreicht. Auch die Gesamtrate und die Lokalisation der Rezidive waren für beide Gruppen vergleichbar. Die Gesamtrate schwerer („Major“-)Komplikationen (Clavien-Dindo ≥ Grad II) betrug 50 %. In der multivariablen Analyse waren „Major“-Komplikationen (HR 2,21, 95 %-Konfidenzintervall: 1,41–3,45, p < 0,01) und pulmonale „Major“-Komplikation (HR 1,94, 95 %-Konfidenzintervall: 1,21–3,10, p < 0,01) signifikante Risikofaktoren für ein geringeres Gesamtüberlebens.

Kommentar

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass das Gesamtüberleben und das rezidivfreie Überleben durch die minimal-invasive Ivor-Lewis-Ösophagektomie als Hybridverfahren gegenüber dem offenen Vorgehen nicht signifikant verbessert wird, dass aber die postoperative Morbidität beide Überlebensparameter negativ beeinflusst. Die Daten bestätigen somit, dass nicht die Wahl der operativen Technik die entscheidende Variable für das Outcome ist. Das wesentliche chirurgische Ziel muss deshalb sein, die Ösophagektomie in Abhängigkeit vom Risikoprofil des Patienten mit möglichst geringer Morbidität durchzuführen.

Literatur

  1. 1.

    Mariette C, Markar SR, Dabakuyo-Yonli TS, Meunier B, Pezet D, Collet D et al (2019) Hybrid Minimally Invasive Esophagectomy for Esophageal Cancer. N Engl J Med. https://doi.org/10.1056/NEJMoa1805101)

    Article  PubMed  Google Scholar 

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Schröder, W., Bruns, C.J. Langzeitergebnisse nach Hybrid-Ivor-Lewis-Ösophagektomie (MIRO-Trial). Chirurg (2021). https://doi.org/10.1007/s00104-021-01397-7

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