Hintergrund
Von vielen Patienten werden Thoraxdrainagen als große Beeinträchtigung nach videoassistierten thorakoskopischen Operationen (VATS) empfunden. Daher wurde eine prospektiv randomisierte Studie durchgeführt, um zu untersuchen, ob bei VATS eine frühe Drainagenentfernung am Operationstag sinnvoll ist.
Patienten und Methoden
Dreiundneunzig Patienten erfüllten die Einschlusskriterien (VATS-Operationen, u. a. atypische Lungenresektion, ausgedehnte Lunge im postoperativen Röntgenbild) und wiesen keine Ausschlusskriterien auf (Lungenvolumenreduktion, narbige Lungenfibrose, Pneumothorax, Pleuraerguss, Luftfistel). Die Randomisierung führte bei 48 Patienten zur frühen Thoraxdrainagenentfernung nach 90–120 min. Bei 45 Patienten wurde die Drainage belassen und im Median am 2. postoperativen Tag entfernt.
Ergebnisse
Das Schmerzausmaß war nach früher Drainagenentfernung signifikant niedriger (p=0,03; T-Test), dementsprechend war der mittlere Schmerzmittelbedarf signifikant reduziert. Die Anzahl der postoperativen Röntgenkontrollen war nach früher Drainagenentfernung signifikant geringer (p=0,0001; T-Test). Die mittlere postoperativ Liegedauer war mit 5,4 gegenüber 6,7 Tagen tendenziell kürzer. Behandlungsbedürftige Komplikationen traten nach früher Drainagenentfernung nicht auf, jedoch bei 6 Patienten mit konventionellem Vorgehen (p=0,01; Fisher-Test).
Schlussfolgerung
Die rasche Drainagenentfernung innerhalb 1–2 h nach VATS ist zu empfehlen, es sollte jedoch stets die Indikation gemäß der Ein- und Ausschlusskriterien der vorliegenden Studie eingehalten werden. Ob die frühe Drainagenentfernung auch zu einer Verminderung von chronischen Schmerzen führt, werden die Langzeitergebnisse zeigen.