Hintergrund. Der 1993 von Le Gall präsentierte “Simplified Acute Physiology Score” (SAPS II) ermöglicht die Einschätzung der Erkrankungsschwere von Intensivpatienten auf der Basis physiologischer Daten sowie die Berechnung des Letalitätsrisikos. Der SAPS II wurde in einer multizentrischen Studie an über 13.000 Patienten unterschiedlicher Intensivstationen validiert. Eine spezielle Validierung für chirurgische Intensivpatienten fehlt bisher. Wir prüften die Qualität dieses Scoresystems zur Einschätzung der Erkrankungsschwere bei chirurgischen Intensivpatienten.
Methodik. Im Zeitraum von Oktober 1997 bis Dezember 1998 wurden 310 Patienten in unsere Studie eingeschlossen. Wir berechneten die SAPS-II-Werte entsprechend den publizierten Vorgaben, aus dem Scorewert wurde zusätzlich das Letalitätsrisiko berechnet. Zur statistischen Auswertung bedienten wir uns der ROC-Analyse (“receiver operating characteristics”).
Ergebnisse. Die Verweildauer auf der Intensivstation lag im Mittel bei 8,4 Tage. Der berechnete SAPS II betrug im Mittel 29,9±12,7. Der mittlere SAPS II errechnete sich für die überlebenden Patienten mit 27,7±11,4, für die im Krankenhaus verstorbenen Patienten mit 45,7±11,2. Das vorhergesagte Letalitätsrisiko betrug 15,7%, die tatsächliche Letalität lag bei 15,8%.
Schlussfolgerung. Der SAPS-II-Score erwies sich als gutes Instrument zur Klassifikation der Erkrankungsschwere und konsekutiv des Letalitätsrisikos bei chirurgischen Intensivpatienten. Der Score eignet sich gut zur Klassifizierung von Patientengruppen für klinische Studien, epidemiologische Untersuchungen oder für qualitätssichernde Maßnahmen.