Gesundheitliche Aufklärung der Bevölkerung umfasst die Kommunikation gesundheitlicher Risiken, zum einen als wissenschaftlich abgesicherte Informationen über die Gesundheit gefährdende, beziehungsweise krank machende Faktoren, zum anderen als Darstellung von Möglichkeiten, diese Risiken zu vermeiden oder zu minimieren. Diese Kommunikation erfolgt in der Regel mit der Absicht, Personen zu einem gesundheitsfördernden/krankheitsvermeidenden Handeln zu motivieren. Eine als „gesundheitliche Aufklärung“ organisierte Risikokommunikation findet immer unter Kontextbedingungen statt, die die Themen, Inhalte und die Form der Kommunikation beeinflussen. Neben dem Stand des wissenschaftlichen Wissens spielen dabei die über die Medien vermittelte Bedrohlichkeit eines Risikos und die dadurch beeinflussten Reaktionen in (Teilgruppen) der Bevölkerung eine wichtige Rolle. Die Bedingungen gelingender Risikokommunikation werden im vorliegenden Beitrag am Beispiel der HIV/AIDS-Prävention berichtet. Die Auswahl des Beispiels erfolgte mit Blick auf mögliche Epidemien, die große mediale Resonanz erzeugen dürften. Ausgangspunkt dieses Erfahrungsberichtes bildet die Risikokommunikation über HIV/AIDS in den Massenmedien in Deutschland Mitte der 1980er-Jahre, die ein Risikobewusstsein in der Bevölkerung produzierte, das selbst zum sozialen und gesundheitlichen Risiko – insbesondere für die von der Krankheit betroffenen Gruppen – zu werden drohte. Danach wird dargestellt, wie die Antwort der „gesundheitlichen Aufklärung“ auf diese Herausforderung aussah. Abschließend werden diejenigen Erfahrungen zur Risikokommunikation benannt, die sich auf aktuelle Risikokommunikationen transferieren lassen.